"Die Leute hatten es auf meine Ware abgesehen, bevor ich sie verkaufe. Ich wusste es schon vorher, jedoch wäre eine Flucht vor dem ganzen zu auffällig gewesen." Begann er zu erklären. "Deshalb hatte ich einen Urlaub gebucht, sie hatten jeden Verlauf sich angesehen und wenn man einen Urlaub plant und am nächsten Tag fliegen will, ist es kein Wunder, wenn man das Auto vollpackt. Das Haus ist eigentlich mit Bomben an jeder Ecke ausgestattet, ich hätte es in die Luft sprengen können, scheinbar haben sie das aber gemerkt und haben die Verbindung unterbrochen. Das ich schnell geflohen bin, ist für sie kein Problem gewesen, sie wollten mich an erster Stelle aus den Haus und dann versuchen mich durch die Verfolgungsjagt loszuwerden. Zumindest vermute ich es so, den genauen Ablauf kannte ich nicht."
"Sind Sie dadurch nicht ins Minus gegangen?"
"Denkst du wirklich, dass ich dir eine echte Waffe in die Hand drücke?" Erwiederte er nur mit einen triumphierenden Lächeln.
"Attrappen?"
Er nickte, sein Timer klingelte und ich stellte mich in die Dusche, kopfüber und fing an die Farbe rauszuwaschen. Das Wasser nahm eine rötliche Farbe an, die stark an getrocknetes Blut erinnerte. Ich wartete solange, bis das Wasser klar war und stellte mich dann komplett in die Dusche um mich zu waschen. Ich merkte nicht, dass ich abtriftete, dass ich vollkommen in Gedanken verloren da stand. Es tat sich nicht, das auf mich herunter prasselnde Wasser wurde zum rauschen und aus den Rauschen eine Stille.
Es kam plötzlich, ohne Vorwarnung, als hätte mein Geist nur darauf gewartet wirklich in Sicherheit zu sein. Als meine Psyche meinte, dass in diesen Motel keine Gefahr drohte, schaltete sich das Gefühl, welches mich seit der Sache im Haus benebelte aus. Der Schock löste sich in Luft auf, stattdessen überkam mich Übelkeit, Frust, Angst und weiteres, was ich nicht wirklich beschreiben konnte. Ich sprang förmlich aus der Dusche um mich in der Toilette zu übergeben. Als würde mir mein Kopf einen Streich spielen, tauchten immer wieder die Leichen vor meinen inneren Auge auf. Es war ekelhaft zu wissen, wie es aussah, wenn dass Leben aus ihnen wich. Der Glanz in ihren Augen, der Verloren ging. Der verweifelte Blick, wenn sie realisierten was passiert war und kurz darauf von einer endlosen Leere eingeholt wurde. Die Galle brannte in meinen Hals,ich hustete, wodurch das kratzen nur noch schlimmer wurde. Michael war zu mir gekommen um mein Haar aus dem Weg zu halten. Mein ganzer Leib zitterte, nicht nur wegen den auf mir trocknenten Wasser, sondern auch vor Angst.
Der Mann sah nicht überrascht aus, auch äußerte er keine abfälligen oder beruhigenden Worte. Er hielt mir einfach nur die Haare und wartete. Als ich fast kraftlos zurückhalten, drückte er die Spühle und reichte mir einen Becher. Mit zittrigen Händen griff ich dannach. Der Mann griff nach den Handtüchern und wickelte meine Haare in ein kleineres ein und fing an mit den anderen mich abzutrocknen. Mein Brustkorb hob und senkte sich schnell, mein Herz schien mir meinen Brustkorb zu zerschmettern.
"Konzentrier dich auf deine Atmung." Meinte er plötzlich.
Ich sah zu ihn hoch, versuchte bewusst ein und aus zu atmen mein Gesicht war von Tränen überstömt. Ich wischte mir die Tränen weg, tat das, was er wollte und tatsächlich, langsam wurde ich wieder ruhiger, aber auch erschöpfter. Der Schlaf im Auto war nicht erholsam, war eher eine Wanderung durch verschiedene Albträume. Als ich mich beruhigt hatte, half er mir auf die Beine und fing an meine Haare vorsichtig durchzukämmen. Ich sah die Schere, welche im Waschbecken lag skeptisch an.
"Nein." Ich versuchte zurückzuweichen.
Er hielt mich fest, zog an meinen Haaren, sodass mein Kopf im Nacken lag. Meine Beine wollten einknicken, doch ich blieb stehen.
"Lass das!" Zischte der Mann.
Tränen brannten mir wieder in den Augen, ich versuchte seine Hand aus meinen Haaren zu bekommen. Er trat mir in die Kniekehle, weshalb ich einknickte. Bevor ich meine Hände schützend vor mein Gesicht halten konnte, scheuerte er mir eine.
"Du warst den ganzen Tag so brav, willst du das jetzt ernsthaft deswegen versauen?" Er strich über die Wange, die er gerade geschlagen hatte und hockte sich zu mir runter. "Sei ein braves Mädchen, Sayo."
"Ich w-"
"Das geht mir am Arsch vorbei. Dein Körper, mein Eigentum. Ich mach mir dir, was ich will, du hast es einfach hinzunehmen. Hast du das endlich verstanden?!" Er durfte nicht schreien, kein Aufsehen erregen, doch man hörte, wie sehr es ihn nervte, dass ich nicht das tat, was er wollte.
Ich machte mich klein, wagte es nicht einmal ihn anzusehen. Er hätte mich einfach umbringen sollen. Er hätte einfach mir die Luft zu lange nehmen sollen an den Tag. Ich hatte schon oft den Gedanken gehabt, hab ihn aber immer wieder verworfen, da ich nicht sterben wollte. Instinktiv wollte ich es nicht, aber andererseits war dieses Leben nicht Lebenswert. Wenn ich nicht mal über solche kleine Dinge entscheiden konnte, wenn ich nichts über mich bestimmen konnte, wieso war ich dann noch hier? Ich sollte seine Puppe sein.
"Wie heißt du?" Fragte er plötzlich.
Ich verspannte mich.
"Sayo."
Er nickte zufrieden.
"Wieso heißt du so?"
Ich schluckte hart. Die Antworten waren selbstverständlich. Schließlich hatte er sie mir eingeprügelt. Doch trotz allem, mochte ich sie nicht.
"Weil Sie es so wollen."
Wieder ein zufriedenes nicken.
"Und was gibt mir das Recht, dir einen Namen zu geben?"
Die Antwort kannte ich nicht. Ich verspannte mich noch mehr. Darauf wollte ich nicht antworten, denn es gab kein Recht. Nichts, was ihn berechtigte, dies zu tun. Doch umso länger ich bei ihn war, desso mehr würde mir mein eigentlicher Name fremd. Ich wagte es ja nicht mal, ihn auszusprechen.
"Weil ich Ihnen gehöre." Die Antwort war leise.
Er umgriff mein Kinn, zwang mich ihn anzusehen.
"Lauter, Sayo."
Ich wiederholte mich. Ließ ihn deutlich hören, was er wollte. Sein Lächeln war lobend. Es war, damit ich sah, dass die Antowrt total richtig war. Doch sie war krank, das alles war krank. Er war krank.
Und ich war schwach, konnte mich nicht wehren, hatte sogar Angst davor.
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No escape
RandomNeugier war eine Eigenschaft, die man bei Intelligenten Menschen wieder finden konnte. Ein Zeichen für Intelligenz. Doch meine Neugier hat mich ins Verderben gezogen. Aber war es wirklich Neugier? Ich konnte mich noch an meine zitternden Beine und a...
