Ich zitterte am ganzen Körper. Mittlerweile waren zwei Stunden vergangen und wir sind jede Position durchgegangen. Ich stand da, Hände auf den Rücken, bis auf die kleine Wunde am Hals unversehrt. Von meinen gegenüber konnte ich das nicht behaupten. Es war egal, ob die Hände hinterm Rücken falsch lagen, weil er meine nicht sehen konnte, es war egal, ob seine Beine nur ein Stück weiter zusammen waren als sie sollten oder ob er sich wegen der anderen Wunden nicht aufrecht hielt, für jede noch so kleine fehlerhafte Stellung, bekam er das Messer zu spüren.
"Schau mich an." Mein Herr trat neben mich.
Ich hob das erste mal meine etwas steifen Nacken und sah ins vertraute Grau.
"Wem gehörst du?"
"Ihnen, mein Herr." Ich antwortete vorzeigbar.
"Was heißt das?"
"Dass ich Ihr Eigentum bin. Sie dürfen mit mir alles machen, wonach Ihnen ist."
"Wie lautet dein Name?"
"Sayo." Ich zuckte nicht einmal mit der Wimper.
"Ich rede von deinen richtigen Namen. Wie haben dich deine Freunde genannt? Wie deine Familie?"
"Entschuldigen Sie, Herr. Ich weiß nicht wovon Sie reden." Alles. Ich legte alles ab, was ich vorher war, denn hier und jetzt und solange ich bei ihn war, würde ich nichts sein, wenn er von meiner Seite wich.
Ein zufriedenes Lächeln legte sich auf seine Lippen, er umgriff den Ring am Halsband, zog mich näher an sich ran, sodass mir sein Geruch in die Nase stieg.
"Ich hab dich so gut hin bekommen. Du hast keine Ahnung, wie stolz ich auf dich bin."
Ich wusste nicht, wie ich darauf antworten, doch tatsächlich lösten diese Worte in mir Freude aus. Das kribbeln in meinen Bauch die Nervosität, weil ich nicht wusste, wie ich mit diesen Worten umgehen sollte. Ich spürte, wie meine Wangen erhitzten, wollte wegsehen, mein Gesicht mit meinen Haaren verdecken, damit er nicht sah, wie diese einfachen eigentlich abstoßende Worte mich rührten. Er ließ es zu, denn er wusste ganz genau wie es mir gerade mit diesen Lob ging. Ich bekam selten welches und vor allem in letzter Zeit hatte ich kaum ein wirkliches zu hören bekommen.
Schon fast unglaubwürdig sah der Fremde uns zu, sah wie weit man mich gebracht hatte und viel fast selbst vom Glauben ab. Wir ließen Simon und den Mann alleine. Was man jetzt noch mit ihn machen würde, wusste ich nicht, doch es würde nichts gutes sein. Im Flur sah sich Michael meinen Hals an, doch es war nichts schlimmes, weshalb er mich die Kleidung anziehen ließ und wir dann aus den Keller gingen. Ich wollte fragen, was das sollte, doch wagte es nicht. Man hätte es mir sowieso nicht gesagt. Michael hingegen kannte den Grund, wieso ich als Druckmittel agieren sollte. Ich wusste nicht wie Familiengebunden der Mann war, ich wusste nichts von seinen Kindern oder von der Tochter in meinen alter. Ich kannte auch nicht das Gespräch, während der ersten Folter. Woher denn auch? Aber wer hätte gedacht, dass man es weder Simon noch Michael zutraut, jemanden in meinen Alter dazu zu bringen sein Leben aufzugeben oder sogar seine Vergangenheit zu abzulegen. Es brach ihn zu wissen, dass die Männer kein Interesse daran hatten, wie alt die Sklaven war. Und jetzt? Jetzt bangte er um seine Familie, dass man ihnen das gleiche Antun würde wie mir, wenn er sich nicht beugen würde. schlussendlich war es die Angst, die den Menschen brachen. Und ich? Ich wusste nicht, das allein meine Anwesenheit jemanden dazu brachte sein leben als Sklaven hinzunehmen.
"Herr?"
"Ja?"
"Darf ich etwas zum Mittag bekommen?" Verwundert sah der Mann zu mir. Ich hatte nie wirklich nach essen gebettelt oder gefragt. Eher war ich still erfreut wenn es etwas gab. Doch die Anspannung des morgens, ließen das Frühstück wie nichts wirken und mein Hunger kehrte jetzt schon wieder an die Oberfläche.
"Mh...Na gut. Ich bestell essen auf unser Zimmer und dann halten wir eine Siesta, was hälst du davon?"
Ein Lächeln legte sich auf meine Lippen.
"Das klingt sehr gut!" Mein Lächeln war echt, ich freute mich wirklich drauf.
Es war eine Kleinigkeit, doch für mich schien es wie purer Luxus. Michael sah mich an, erkannte dass die leicht gehobenen Mundwinkel nicht gespielt waren und kurz kam in ihn etwas auf, was er nicht verstand. Stolz? Freude? Etwas in ihn erkannte es und das Gefühl, was er dabei verspürte, konnte er nicht beschreiben. Er hatte geschafft. Seine erste eigene Sklavin, die ihr leben akzeptierte. Es fehlten nur noch ein paar Feinschliffe, doch das würde nicht stören. Wenn alles so klappte, wie er es sich geplant hatte, würde noch bevor das erste Jahr vorüber war, sie zu einer fast perfekten Sklavin umerzogen wurden sein. Und diese Mühe würden sich lohnen.
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No escape
De TodoNeugier war eine Eigenschaft, die man bei Intelligenten Menschen wieder finden konnte. Ein Zeichen für Intelligenz. Doch meine Neugier hat mich ins Verderben gezogen. Aber war es wirklich Neugier? Ich konnte mich noch an meine zitternden Beine und a...
