Der nächste Tag war von wenigen Ereignissen gefüllt. Es wurde Frühstück aufs Zimmer gebracht und nachdem ich auch gefrühstückt hatte, verließ Michael das Zimmer. Ich nutzte die Möglichkeit um mich etwas umzusehen. Es war nicht viel hier, erinnerte eher an ein Hotelzimmer. Das Bettgestell war mit unterschiedlichen hölzernen Verzierungen, wodurch es etwas altmodisch wirkte. Ich schüttelte das Bett aus und machte mich im Bad fertig. Die braunen großen Fliesen waren etwas gewöhnungsbedüftig. Noch nie hatte ich ein Bad mit solchen Fliesen gesehen, doch es hatte was.
Der Blick nach draußen zeigte mit den hinteren Garten. Schon jetzt in der Früh, hockten ein paar Leute auf den Kiesweg oder in den Blumenbeeten und entfernten das Unkraut. Ich erkannte Monik, welche mit einen Blumenstraß in der Hand ins Haus zurück ging. Das Zimmer lag im ersten Geschoss, somit konnte ich zwar nicht das gesamte Grundstück sehen, aber genug.
Mehr passierte nicht. Ich saß die meiste Zeit am Fenster, beobachtete die Leute bei ihrer Arbeit. Ich wurde nicht beachtet, wenn man mich überhaupt sah. Umso später es wurde, desto träger wurde ich. Ich saß vor dem Schreibtisch auf dem Boden, nickte immer wieder kurz ein, doch bekam kein Auge zu. Immer wieder schreckte ich auf, doch es blieb still. Hier war nichts, was mich wecken konnte. Mitten in der Nacht, meine Augen taten schon weh, kam Michael wieder zurück.
"Du bist noch wach?" Er sah tatsächlich verwundert aus.
Müde nickte ich und stand auf.
"Ich kann nicht schlafen." Zu groß war meine Angst unsanft geweckt zu werden.
"Leg dich ins Bett, ich geh nur schnell duschen."
Am Ende des Tages, schlief ich nur ein, wenn als er neben mir lag. Als wäre die Sorge, des unsanften Weckens mit seiner Anwesenheit zunichte gemacht wurden.
Die nächsten zwei Tage verliefen ähnlich. Nur eine Sache war anders, der Herr kam früher und brachte Abendessen für mich mit. Ich wagte es noch immer nicht einzuschlafen, wenn er nicht bei mir war. Am dritten Tag war es heiß. Ich saß am breit geöffneten Fenster und genoss die Sonne. Michael hatte mit erlaubt eins seiner Shirts anzuziehen, damit ich nicht ganz nackt hier saß, aber sonst durfte ich nichts tragen. Meine Nase kribbelte wegen den Sonnenstrahlen. Bestimmt würden sie meine Sommersprossen wieder hervorlocken. Manchmal fühlte ich mich schlecht, wenn ich sah, dass alle arbeiteten außer ich. Andererseits wusste ich nicht, was ich tun sollte. Das Zimmer war ordentlich, sauber und raus durfte ich ja nicht. Als die Mittagshitze kam, zog ich mich etwas von der Sonne zurück. Schritte näherten sich, ich sah zur Tür. Mittlerweile wusste ich, wie sich die Schritte von Michael anhörten. Dieser schloss kurz darauf das Zimmer auf und kam rein.
"Mach die Vorhänge zu." Forderte er.
Heute morgen war er sehr blass, sein Schlaf war auch sehr unruhig gewesen und ein paar mal bin ich wach geworden, als er aufstand. Ich zog die Vorhänge zu, zog mein Shirt aus und legte es auf den Schreibtisch. Michael entkleidete sich, legte sich ins Bett. Scheinbar wollte er etwas Schlaf nachholen.
"Komm her." Ich tat wie befohlen und schlüpfte unter die Decke, die er extra hoch hielt.
Er schloss mich in seinen Armen ein, vergrub seine Nase in meinen frisch gewaschenen Haaren und atmete den Duft ein.
"Das muss ich mir auch holen." Kommentierte er müde.
Ich wusste nicht, was er tat, doch es schien ihn auszulaugen. Mit jeden Tag schien er erschöpfter. Das einzige, was ich tat war zu warten. Auf ihn, den Mann, den ich am meisten von mir weg wünschen sollte, doch es ging nicht. Ich spürte die Erleichterung in mir, wenn er kam, wenn er essen mit sich trug und auch, wenn wir ins Bett gingen um zu schlafen. Die Tage waren Flüche, keiner mehr Lebenswert und alle so alleine. Ich genoss die zwanghafte Gesellschaft von ihn immer mehr, denn es gab keinen, der sonst kommen würde. Es tat weh zu wissen, dass er der einzige war. Für die anderen war ich Luft. Nichts, was man beachten sollte. Wobei, war ich für ihn etwas anderes? Ich war zwanghaft mit ihn in diesen Zimmer, doch wenn ich wo anders wäre, würde er dann auch kommen? Wäre ich Luft, die da aber nicht erwähnenswert war? Ich verkrampfte mich bei den Gedanken, denn ich wollte so etwas nicht wahr haben. Ich wollte nicht vereinsamen, nicht alleine irgendwann sterben.
In diesen Leben würde ich es aber. Michael wusste es, denn er hatte nie einen wirklichen reiz für Sklaven gehabt. Das mit mir war eine Ausnahme, die er in Anspruch nahm, weil er das putzen einfach hasste und es günstiger war als ein Dienstmädchen. Oft genug hatte er Simon zugesehen, kannte die Regeln und hatte selbst Leute zu Sklaven erzogen, wenn diese ihre Schulden nicht bezahlen konnten. Oft hatte er Vorarbeit geleistet und verkaufte diese Menschen dann, als Schuldenausgleich. Alles über Simons Namen, sodass er fein raus war. Doch nie war ihn in den Sinn gekommen, wirklich sich eine zu halten.
Simon akzeptierte das alles, da für ihn die Hälfte des Veräußerungspreises rauskam. Doch ich wusste das nicht. Immerhin hatte ich nie davon mitbekommen und das obwohl das einer der Gründe war, wieso wir hier waren. Einer der ehemaligen Geschäftspartner lag hier, unter diesen Gebäude, in einen Raum, nur darauf wartend, wieder von einen der Männer gezüchtigt zu werden.
Eine Woche verging, der Tagesablauf änderte sich nicht und kurz bevor ich die Hoffnung aufgegeben hatte, das Zimmer verlassen zu dürfen, legte Michael mir Anziehsachen raus. Verwirrt lagen meine Augen auf ihn, doch er deutete nur aufs Bad und meinte, ich solle mich gründlich waschen. Ich tat es, rasierte mich, cremte mich ein, föhnte meine Haare, dass sie gut lagen und nahm zum Schluss Deo. Ich sah in den Spiegel. Leichte Sommersprossen zierten meine Nase, an die Haarlänge und die Farbe hatte ich mich mittlerweile gewohnt, trotzdem vermisste ich mein altes, langes Haar. Die Kleidung bestand aus einen Tanga, einer Jogginghose und einen schwarzen Sport BH. Ich zog die Sachen an und wartete Geduldig. Der Mann kam zu mir, legte mir um die Hand- und Fußgelenkte Fesseln und brachte am Halsband eine Körperkette an, die mein Dekolleté verzierte.
"Wofür sind die?" Ich deutete auf meine Gelenke.
"Das wirst du noch herausfinden. Mund auf." Damit gab es erst einmal Frühstück, bevor wir das Zimmer verließen. Ich sah mich um, versuchte mir den Weg zu merken. Der Flur war schlicht, nicht viel Dekoration, eigentlich nur weiße Wände, Türen und ein dunkler Boden. Wir gingen in eine Art Meeting Raum. Simon sah auf, die Wache hinter ihn auch.
"Du bist spät." Kommentierte Simon
Darauf verdrehte Michael nur die Augen. Ich blieb hinter ihn, senkte meinen Blick, nachdem ich mich kurz umgesehen hatte.
"Die Anderen sind sowieso noch nicht da." Erwiderte er.
Ich folgte ihn zu den Platz neben Simon. Etwas mehr an der Wand lag ein Kissen, welches er neben seinen Platz zog.. Er deutete mir an, mich darauf zu knien, was ich auch tat. Dann machte er die Fesseln von den Händen, an die an meine Füße fest. Ich sah nicht auf, sah auf den Boden und dann war Gewicht auf meinen Kopf. Michael hatte mir ein Buch draufgelegt. Verspannt kniete ich so neben ihn.
Er brauchte es nicht sagen. Ich wusste die Regel, oder ich hatte zumindest eine Vermutung. Das Buch dürfte nicht runterfallen, ansonsten würde es eine Strafe geben. Richtig mein Herr?
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No escape
RandomNeugier war eine Eigenschaft, die man bei Intelligenten Menschen wieder finden konnte. Ein Zeichen für Intelligenz. Doch meine Neugier hat mich ins Verderben gezogen. Aber war es wirklich Neugier? Ich konnte mich noch an meine zitternden Beine und a...
