"Herr?"
"Sayo." Er nickte.
"Was ist das denn für Besuch?" Wollte ich wissen.
"Kunden. Sie sind auch im Sklavengeschäft tätig."
Mein Herz raste. Was soll das denn jetzt heißen?
"Wollen Sie mich verkaufen?" Fragte ich unsicher.
Er schüttelte belustigt den Kopf.
"Nein. Aber ich will ihnen zeigen, was für ein braves Mädchen ich besitze. Also, wirst du brav sein?" Er sah mich an.
"Ja."
Zufrieden lächelte er und hielt mir die Tür auf. In den letzten Tagen hatte ich mehr zu essen bekommen, sodass ich langsam wieder zunahm, meine Rippen sah man nicht mehr so schlimm, trotzdem sah man mir an, dass ich mehr zu essen vertragen könnte. Die Wunden an meinen Rücken waren abgeheilt. Als wir am Fenster vorbei liefen, sah ich kurz nach draußen, doch das half mir nicht, sagte mir nicht, wie viel Zeit vergangen war. Ich folgte ihn nach oben ins Badezimmer. Ich zog meine Unterwäsche aus, welche ich letzte Woche für die Periode bekommen hatte. Wer hätte gedacht, dass ich sie überhaupt bekomme. Ich sah mich im Spiegel nicht an, wollte gleich unter die Dusche gehen, als der Herr mich zurückpfiff.
Ich setzte mich also in die Badewanne, als er das Wasser bei dieser anmachte. Er holte das ganze Zeug, was noch in der Dusche stand und wartete, bis das Wasser drinne war. Ruhig ließ ich mich von ihn waschen, wärend er gründlich jeden Zentimeter wusch. Die toten Hautzellen lösten sich und ich merkte, wie meine Haut durch die Reibung leicht rot wurde. Ich war sehr selten hier oben. Das letzte mal, als ich mich waschen konnte, kam er mit zwei großen Schüsseln, Handtüchern und einen Föhn in den Keller. Ich versuchte das Halsband so zu ziehen, dass er an alles dran kam, es war komisch, mitlerweile vergaß ich oft, dass ich es überhaupt noch um hatte. Wer hätte gedacht, dass man sich an sowas unangenehmes gewöhnen konnte?
Als er mich rasierte, merkte ich, wie ich rot wurde. Ok, das war noch immer extrem unangnehm. Doch alles verlief schweigend. Als ich mich wieder wie ein Mensch fühlte, gingen wir runter. Er fing an Mittag zu machen und ich deckte den Tisch für ihn, wie ich es schon mal getan hatte. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an.
"Herr?" Traute ich mich nun.
"Ja?"
"Welcher ist heute?" Wollte ich wissen.
"Mh?" Er nahm sein Handy und sah drauf. "Der 27. September."
Hätte ich etwas in der Hand gehabt, hätte ich es wohl fallen gelassen. September? Aber das hieß doch, dass ich mitlerweile zwei Monate bei ihn war? Zwei Monate? Wirklich? Die Zeit war schneller vergangen, als sie sich angefühlt hatte. Die meiste Zeit im Keller zog sich in die Ewigkeit, als ob eine Minute einer halben Stunde entsprechen würde. Ich setzte mich zu seinen Füßen, versuchte das Hungergefühl, was durch den Geruch geweckt wurde, zu unterdrücken, doch es ging einfach nicht. Das Wasser floss in meinen Mund zusammen. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, als ich das letzte mal, was warmes zu essen bekommen hatte. Das letzte mal tatsächlich einen Tee, als ich einen kleinen Schnupfen hatte.
Ich blieb sitzen, als er sich mit seinen Mittag an den Tisch setzte und in Ruhe aß. Mit den Rücken zu mir. Doch ich wagte es nicht, etwas aus der Pfanne zu nehmen. Ich würde nur sofort wieder im Keller landen. Als ich an die Peitsche dachte, fuhr mir ein kalter Schauer über den Rücken. Also blieb ich ruhig sitzen. Als er fertig war, nahm er eine Scheibe Brot und schmiere Butter drauf, dann nahm er einen kleinen Teller, tat da etwas von den Eintopf drauf und holte einen Löffel, zusätzlich legte er ein paar wenige Trauben neben das Brot. Ich stellte mich auf, meine Augen lagen fast süchtig auf den essen. Meine Hände lagen jedoch auf den Rücken und ich wartete mehr oder weniger ungeduldig.
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No escape
RandomNeugier war eine Eigenschaft, die man bei Intelligenten Menschen wieder finden konnte. Ein Zeichen für Intelligenz. Doch meine Neugier hat mich ins Verderben gezogen. Aber war es wirklich Neugier? Ich konnte mich noch an meine zitternden Beine und a...
