Kapitel 60

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Ich schlief lange, sehr lange sogar. Obwohl ich die eigentliche Uhrzeit für das Frühstück verschlief bekam ich etwas. Michael war der Meinung, dass ich wieder ins Normalgewicht kommen sollte. Das Abmagern diente immerhin nur der Abhängigkeit. Ich musste verstehen, dass ich kein Essen bekommen würde, dass er allein der ist, der entschied, was, wie viel und wann. Ich hatte es gelernt, verinnerlicht und schaffte es nicht einmal ein Glas Wasser anzuführen. Was ein erbärmlicher Anblick. Aber darüber dachte ich nicht mehr nach.

Es war schon zwei Uhr am Nachmittag, dadurch hatte mein Herr schon Mittag gegessen. Er Befahl mir den Abwasch zu machen und ging ins Wohnzimmer. Ich dachte nicht darüber nach, ob ich es tun sollte oder mich wehren. Mein Kopf war ruhig, entspannt, kein Gedanke störte mich. Nicht einmal vor den kommenden Gespräch war ich nervös.

Als ich fertig mit allem war, ging ich ins Wohnzimmer. Ich wartete, bis mein Herr mich bemerkte, was nicht lange dauerte. Auf den Couchtisch stand sein Laptop und danneben eine leere Tasse, in welcher er vorher einen Espresso hatte. Ich würde diese heute Abend wohl sauber machen müssen. Das kleine Tril lohnte sich alleine nicht. Der Mann hob seine Hand, ich ging zu ihn, setzte mich vor ihn, dann änderte er die Haltung und ich dementsprechend meine. Er wollte, dass ich zuhöre, deshalb auch die kniende Position.

"Ich werde demnächst Besuch erhalten. Jemanden, den ich schon länger kenne und sie wird auch eine Weile bei uns leben." Fing er an.

Eine sie? Länger bei uns leben? Wenn sie von seinen Geschäften wüsste, würde er es nicht ansprechen.

"Sie kennt das Untergrundleben nicht und soll glauben, dass du eine normale Putzkraft bist. Die Tagesabläufe werden nicht anders sein, aber so, dass sie es nicht mitbekommt. Der Titel bleibt gleich, aber du wirst Kleidung tragen und ich untersage es dir, mit ihr zu reden. Nur das nötigste, förmliche. Hast du verstanden?" Wollte er wissen.

"Ja Herr, ich habe verstanden."

Er sah mich an, blieb kurz still, bevor er wieder anfing zu sprechen.

"Sollte ich merken, dass es nicht klappt, schicke ich dich zu Simon. Wenn du bei ihn sein solltest, hörst du genauso auf ihn wie auf mich jetzt. Ich hab keine Lust auf seine Gehässigkeit, wenn er denkt, ich hätte dich nicht unter Kontrolle." Scheinbar war ihn dieser Teil des Gesprächs wichtiger, denn er hatte eine leichte Stränge in seiner Stimme.

Ich nickte, schluckte meinen überflüssigen Speichel runter und fragte mich, ob es noch etwas geben würde, worüber er mit mir reden möchte. Er klopfte mit der Hand auf seinem Schoß, weshalb ich meinen Kopf darauf ablegte. Ee erklärte, was er von mir haargenau erwqrtete ind die nächsten drei Tage, bis zu ihrer Ankunft verbrachten wir damit, dass ich es verinnerlichen würde. Ich verstand das Gespräch nicht wirklich, doch als seine Bekannte vor mir stand, kam das Verständnis. Sie war blond, hatte lange dicke Haare, die bis zur Hüfte gingen. Sie war etwas kleiner als ich und hatte eine Sanduhrenfigur, von der man nur träumen konnte. Ihr Outfit war Elegant, schmeichelte ihren Körper verführerisch. Doch dahin wurde es mir nicht klar, erst am Abend.

"Wenn ich vorstellen darf, Nicki, das ist Sayo, meine Haushälterin." Stellte er mich vor.

Ich deutete eine kleine Verbeugung an.

"Es freut mich, Sie kennenzulernen." Einfach höflich sein, nichts weiter.

Die Frau, sie schien etwas jünger wie Michael, lächelte höflich und umarmte mich. Ich wich etwas zurück, sah leicht panisch zu Michael, welcher aber sehr entspannt wirkte. Aufgrund ihres Besuchs hatte ich Kleidung bekommen, die schlicht aber elegant waren. Ich stand in Bluse und dunkelblauen Stoffhose da, was wirklich komisch war, zu sehr hatte ich mich daran gewöhnt wenig bis gar nichts zu tragen. Aber in den Aufzug sollte ich nicht täglich rumlaufen, Michael würde mir jeden Abend Zeugen, was ich am nächsten Tag tragen sollte.

"Du bist also die kleine. Es freut mich dich kennenzulernen." Mein Herr hatte ihr erzählt, dass er mich auf der Straße gefunden hatte. Frisch vom Elternhaus rausgeworfen und hatte dann angeboten, bei ihn vorübergehend zu leben. Sie wurde also auf meine Anwesenheit vorbereitet.

"Ich werde einen Kaffee ansetzen. Sayo, wärst du so lieb und hängst die Wäsche auf?"

"Natürlich, Herr." Michael lächelte mich an, wandt sich ab und ließ uns alleine, wenn auch nicht sehr lange.

Ich wollte mich gerade zum gehen abwenden, da ergriff Nickole, von Michael als Nicki benannt, meinen Arm.

"Wenn ich merke, dass du mehr von ihn willst, kannst du etwas erleben. Vergreifen dich nicht an meinen Mann." In ihren Augen war pure Eifersucht, etwas, was man vor wenigen Sekunden nicht einmal erahnen konnte.

Ich sah sie nur verwirrt an. Was soll ich bitte von ihn wollen? Er ist mein Herr, er ist der, der über mich entscheidet. Ich habe kein Recht etwas von ihn zu verlangen.

"Tut mir leid, ich weiß nicht, was Sie meinen." Erwiederte ich nur.

"Tu nicht so." Sie ließ mich gehen und ging zu Michael in die Küche.

Ich sah ihr nicht hinterher, ging in den Waschraum und hing die Wäsche auf.

Was soll ich von ihn denn wollen? Ich dachte darüber nach, was sie meinte, schüttelte den Gedanken, dass sie dachte, dass ich auf ihn stehe ab. Es war albern zu glauben, dass ich mit ihn ins Bett wollen würde. Michael hatte zwar manchmal Andeutungen wie diese gemacht, doch ist nie ins ernste rübergegangen. Wieso sollte sich das denn ändern?

Ich traf die beiden den ganzen Tag kaum. Sie unterhielten sich, als seien sie gute Freunde, doch ihre Körpersprache, sein Lächeln, es zeigte, dass da mehr war. Nicht auf romantische wege, sondern viel mehr das Sexuelle. Sein Lächeln war nicht liebevoll, sondern viel mehr perverse.
Noch immer hatte ich Probleme beim einschlafen, doch es lag eher weniger an der Angst, viel mehr war es der Lärm, welcher mich wach hielt. Seine Bekannte, war seine Sexfreundin.

No escapeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt