Er raste, obwohl man durch den schüttelnden Regen kaum was sah, raste er mit einer viel zu hoher Geschwindigkeit über die Autobahn. Ein Wunder, dass er die Kontrolle über sein Auto noch nicht verloren hatte. Wahrscheinlich hatten sein Räder nicht einmal einen Griff zum Asphalt, sondern schlitterten nur über das Wasser. Ich hielt mich nirgendwo fest. Ehrlich gesagt traute ich es ihn nicht zu, dass er es riskieren würde draufzugehen. Er hatte es eilig, kein Wunder, immerhin hatte er noch immer diese Wunde in der Schulter. Das Radio verriet mir, dass es gerade mal 10 Uhr war, doch ich wusste nicht, wo wir waren, wie lange wir noch fuhren und wo überhaupt das Ziel bei dieser Fahrt lag. Nur eins wusste ich, Simon war da und wenn ich ehrlich war, so war ich nicht wirklch heiß darauf ihn wiederzusehen. Wer von den beiden einen größeren Schaden hatte, konnte ich nicht sagen, doch sie steckten unter der selben Decke, was beide auf jeden fall nicht zu den angenehmsten Zeitgenossen machte.
Drei Stunden später fuhren wir von der Autobahn endlich vollständig runter. Wobei endlich vielleicht das falsche Wort war. Ich war müde, bekam aber kein Auge zu. Irgendwie hoffte ich, dass Michael mich schlafen ließ, auch wenn ich es mir kaum vorstellen konnte. Gerade als die nächsten Nachichten begangen, fuhren wir auf ein Haus zu, welches außerhalb einer Stadt zu liegen schien. Das Radio ging nur an, wenn die Nachichten anfingen, nur der Motor war sonst zu hören. Die Grundstücke waren groß, aber so, dass man den Nachbarn nicht nerven konnte, weit auseinander. Eine Gegend für Superreiche, die es sich außerhalb der Stadt gemütlich machen wollten. Zumindest war das die einzige Erklärung, die ich hatte. Das Garagentor öffnete sich auf Knopfdruck und der Mann parkte sofort ein. Ich stieg aus, folgte ihn in das Haus. Durch die Garage kam man direkt in eine Küche, sie war groß, schwarz gehalten und modern. Auf der Kücheninsel lag unterschiedliches Werkzeug, eine Frau zog sich Handschuhe an, als wir reinkamen.
"Guten Tag, Sir." Begrüßte Sie Michael.
"Wo ist dein Herr?" Fragte dieser nur und zog sich aus.
In genau den Moment betrat Simon die Küche mit einer leeren Kaffeetasse.
"Bin doch da." Er stellte seine Tasse in die Spühle und stellte sich dann neben seiner Sklavin.
Sie war leicht mollig, schien älter als die beiden Herren zu sein. Ihre Kleidung war auf das nötigste Reduziert und schon komplett abgenutzt und verwaschen, trotzdem machte sie einen gepflegten Eindruck. Monik hieß sie, wenn ich mich richtig erinnerte. War das ihr richtiger Name oder hatte Simon ihr den geben?
Total überfordert stand ich da, machte mich in meiner Haltung möglichst klein um kein Aufsehen zu erregen. Die beiden sahen sich die Wunden an und als die Frau mit der Behandlung begann, musste Michael sich hinlegen.
"Mitkommen." Befahl der blondhaarige Mann.
Unsicher sah ich zu den Herren, der mit geschlossenen Augen die Zähne zusammenbiss. Ich folgte also Simon ins Wohnzimmer, wo er auf eine Decke in der Ecke deutete.
"Setz dich hin und sei ja still." Ich tat es.
Was sollte ich sonst tun? Mich wehren? Wieder eine Bestafung kassieren? Wer weiß wie er drauf ist, wenn er denkt, dass Michael mich nicht unter Kontrolle hat. Das Wohnzimmer war groß, zu den dunklen Möbeln, gab es die passenden Kontraste, irgendwie wirkte es trotzdem sehr kalt, auch wenn das meiste ein sehr dunkles braun und kein schwarz war.
Als gequält Geräusche aus der Küche kamen, zuckte ich zusammen. Ich sah in die Richtung, aus der wir gekommen waren. Sollte man sowas nicht betäuben? Machte er das jetzt wirklich nüchtern? Es vergingen zehn Minuten, dann kam Monik, in ihrer Hand hatte die Küchenrolle, darauf lag etwas, an ihren Handschuhen war Blut. Sie kniete sich vor Simon hin und reichte den Gegenstand entgegen. In ihren Gesicht sah ich keinerlei Emotion. Sie wirkte wie leer, eine Puppe, die ein Programm in sich hatte. Simon nahm die Kugel und lehnte sich zurück. Man hatte sie abgewaschen, sodass man sie erkennen konnte. Als er nickte, stand sie auf und ging wieder. Michael betrat das Wohnzimmer. Er hatte einen sauberen Verband an und zog darüber seinen Pollover. Man sah ihn an, dass er schwitzte, zudem war er ziemlich blass. Er ließ sich auf die Couch fallen. Gut sah er auf jeden fall nicht gut aus. Der Blick des blondhaarigen brannte sich auf meinen Rücken. Ich ging in die Küche, wo Monik sauber machte. Sie warf einen Blick auf mir, machte dann weiter das Besteck sauber und tat es anschließlich in einen kleinen Koffer. Ich öffnete den Kühlschrank, welcher gut befüllt war. Schnell fand ich das, was ich gesucht hatte, nahm die kleine Flasche und ging wieder ins Wohnzimmer, wo die beiden Männer sich unterhielten.
Ich reichte Michael die kleine Colaflasche, die er ohne ein Wort entgegennahm. Ein Danke wäre ja auch zu viel verlangt. Ich setzte mich wieder auf die Decke. Mir war das alles zu ungewohnt. Die ganzen Menschen hier überforderten mich irgendwie. Zudem war ich müde und hatte hunger. Hätte Monik mich verpetzt, wenn ich mir was genommen hätte? Der Mann war doch sowieso nicht ganz bei Kräften, wie wollte er mich dann groß bestrafen? Aber Simon war hier und ich wusste, wie beschissen es im Keller war. Ob er hier auch einen hatte, in den er mich einfach stecken könnte? Ein Pfiff holte mich wieder ins hier und jetzt. Ich sah auf, der dunkelhaarige Mann wank mich zu sich. Ich stand auf und ging zu ihn. Er stand auf, überprüfte das Halsband.
"Die Farbe steht ihr." Meinte Simon mit einen mal.
"Danke." Er strich meine Haare nach vorne.
Ich merkte, dass er an meinen Nacken wollte und drehte mich um. Er machte das Schloss ans Halsband, sodass ich es nicht alleine entfernen konnte.
Sklavin. Nichtsnutz.
Manchmal fragte ich mich, ob mich jemand suchte. Ob ich wirklich als vermisst galt. In den Nachichten hatte man nichts darüber gehört, wobei kam sowas in den Nachichten überhaupt? Ich hatte nie darauf geachtet worüber die Leute da so sprachen.
"Zieh dich aus und leg dich hin, mach ruhig die Augen zu."
Ausziehen? Wieso? Was gefiel dir so daran mich ständig emblößt zu sehen? Ich hatte nichts besonderes an mir, mein Körper war schlank und das wars auch. Vorallem durch die wenige Nahrung war ich noch dünner geworden. Ich erwiederte nichts, zog mich aus und legte die Sachen ordentlich zusammen. Die Decke war schön weich, doch der harte Boden darunter war stark bemerkbar.
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No escape
DiversosNeugier war eine Eigenschaft, die man bei Intelligenten Menschen wieder finden konnte. Ein Zeichen für Intelligenz. Doch meine Neugier hat mich ins Verderben gezogen. Aber war es wirklich Neugier? Ich konnte mich noch an meine zitternden Beine und a...
