Kapitel 63

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"Reicht jetzt ihr beiden. Ich hab keine Lust auf Zickenkrieg!" Mischte sich nun auch Michael ein.

Empört drehte sich Nickole zu ihn um. Keine Ahnung was sie sagen wollte, doch der Blick meines Herren reichte um sie zum Schweigen zu bringen. Verärgert verließ sie die Küche, wie ein kleines Kind, was nicht bekommen hatte, was sie wollte. Ich sah ihr hinterher, war etwas froh, dass sie endlich weg war, doch als mein Blick auf Michaels lag, wusste ich, dass ich wohl etwas gewalltig faslch gemacht hatte. Mein Hals wurde trocken, trotz des überflüssigen Speichels, welches in meinen Mund war. Ich schluckte stark. Michael stand auf, kam auf mich zu. Ich blieb stehen, senkte aber meinen Blick. Meine Haltung wurde ganz klein. Oben hörte man die Tür des Schlafzimmers.

"Sayo." Er stand genau vor mir.

"Es tut mir leid Herr." Entschuldigte ich mich sofort.

"Was genau?" Scheiße.

"Dass ich meine Stimme gegenüber Nickole erhoben habe."

"Ach und die Beleidigung an mir war nichts oder was?"

Verwirrt sah ich zu ihn auf. Hatte ich ihn beleidigt? Wann genau? Ich hatte mich so sehr auf die Frau fixiert, dass ich nicht einmal realisierte, ob er etwas falsch aufgenommen haben könnte.

"I-ich...Herr.....So w-war das nicht gemeint. Ich wollte Sie n-nicht beleidigen." Meine Stimme zitterte beim sprechen.

"Bloß nicht." Er glaubte mir nicht.

Ich machte mich noch kleiner, vorallem als er sich zu mir runter beugte und sich meine Ohr näherte.

"Eigentlich wollte ich so etwas nicht mit dir machen, aber es ist wohl Zeit, dass ich dir zeige, wieso eine Frau solche Töne von sich gibt." Knurrte er.

Gänsehaut überzog meine Haut. Ich spürte die Angst in mir aufkommen. Mit großen Augen sah ich zu ihn auf. Er würde nicht...Er würde mich doch nicht auf diese Art und Weise nutzen oder? Ich war seine Haussklavin, keine Sexsklavin. Nein. Ich wollte das nicht.

"Herr-"

"Geh auf dein Zimmer. Ich will nichts von dir hören, geschweige denn sehen. Ich hole dich, wenn ich soweit bin."

"B-"

"Hast du mich verstanden, Sayo?!" hinter sienen Worten war ein gewisser Druck.

"Ja, Herr." Gab ich kleinlaut zu.

Der Mann entfernte sich, doch seine Augen lagen weiterhin auf mir. Ich verließ die Küche, überließ das Essen auf den Herd ihn und verschwand in meine Kammer. Ich wusste nicht wirklich, was ich tun sollte. Ich hatte ihn zugestimmt, als er vor wenigen Tagen gefragt hatte, ob ich auch auf andere Befehle hören würde...Doch jetzt? Ich konnte mir sowas einfach nicht vorstellen. Wollte er mich wirklich, auf meinen Körper reduziert nutzen? Ich war Jungfrau, hatte keinerlei Erfahrungen gemacht. Er war sogar mein erster Kuss, wenn man es so nahm. Sollte er wirklich meine Jungfräulichkeit bekommen? Ich war seins, sein Eigentum. Er konnte mit mir tun und lassen, was er wollte. Aber doch keinen Sex! Wie sollte ich mir das denn jemals vorstellen können?! Gott dieser Mann war alles für mich, aber niemals auf sexueller Ebene! Ich erinnerte mich an den Tag, als er mich seinen Kunden vorgestellt hatte. Es hatte sich so falsch angefühlt. Würde er denn wirklich weiter gehen?

Es dauerte einige Zeit, bis sich die Tür öffnete. Ich sah auf, hatte wärend des Wartens auf den Boden gesessen.

"Zieh dich aus." Er hielt mein Halsband in der Hand.

Ich zögerte nicht lange, stand auf und zog meine gewöhnte Uniform an, die aus nichts außer meiner reinen Haut bestand. Ich hob meine Haare an, ließ mir das kühle Leder wieder umlegen. Irgendwo in mir entspannte sich etwas, als ich das gewohnte Gewicht um meinen Nacken spürte. Davon trat nichts nach Außen. Ich war komplett angespannt, so nervös, gar ängstlich, was mich wohl erwarten würde.

"Mitkommen." Befahl er.

"Was ist mit Madame Nickole?" Sie sollte mich nicht nackt sehen.

"Sie schläft." Irgendwas sagte mir, dass er ihr etwas verabreicht hat.

Ich nickte nur und folgte den Herren des Hauses. Vor den Treppen, die zum Dachboden führten, blieb er stehen. Er stellte sich an die Seite, so als würde er mich vor lassen wollen. Es war nicht aus Höflichkeit, sondern als Vorsichtsmaßnahmen gedacht. Die beiden Lustmolche waren immer wieder nach oben gegangen, dass er mich jetzt da oben haben wollte machte es nicht besser. Von wegen es konnte nicht schlimmer werden. Ich zögerte, sah meinen Herren an, ob er sich wirklich sicher wäre. Die Kälte in seinen Blick bestätigte es. Tief ein und aus atmen, alles wird gut. Und so ging ich vor.

Mit jeder Stufe wurde mir schlechter, mit jeden Schritt stieg die Nervosität. Ich spürte seinen Blick auf mir. Er prüfte mich, scannte jeden Zentimeter um mögliche Ausreißer von mir zu verhindern. Ich hatte keine Chance. Nicht im geringsten. An einen Gott hatte ich nie geglaubt, doch jetzt, in diesen Moment betete ich, dass es nicht so schlimm war, wie ich hoffte. Das Schicksal viel wohl lachend vm Stuhl, als ich auf die rechte Seite des Dachbodens geführt wurde. Michael schloss die Tür auf. In solchen Momenten wirkte er einfach nur noch furchteinflösender, als sonst. Wieder ließ er mir den Vortritt und nun konnte ich mir denken, wieso Nickole so sehr schrie.

Wenn die Tür hinter uns nicht sofort ins Schloss gefallen wäre, hätte ich wohl die Beine in die Hand genommen und wäre davon gerannt. Die Decke bestand aus einer eisernen Kette, an der unterschiedliche Ketten, hingen. Es gab eine ganze Wand voll an denen Peitschen, Garten, Flogger, Paddle und sonstigen Schlagwerkzeugen. Darunter war eine Kommode auf der man Handschellen, Augenbinden, Dildos und Vibratoren vorfand. Das meiste in diesen Raum sagte mir nichts, doch das Kreuz in der Ecke, das riesige Bett an denen man einen Fesseln konnte und der Bock, der wie eine Schaukel an der Decke befestigt waren schüchternen mich ein.

Ein Pfiff ertönte. Ich zuckte zusammen, drehte mich zu Michael, der mir deutlich machte, was ich tun sollte. Ich kniete mich entsprechend der Anweisung auf den Boden. Der Mann nahm eine Haarbürste, die hier rumlag und trat hinter mich. Er fing an meine Haare durchzukämmen und machte mir dann einen hohen Pferdeschwanz.

"In diesen Raum gibt es ein paar extra Regeln. Ich werde sie dir nur ein mal erzählen, ich rate dir also, sie dir zu merken."

Es war kurz still. Sollte ich betteln? Konnte ich es in diesen Moment? Die Angst schnürte mir die Stimme ab, selbst wenn mir ein Ton entkommen würde, wäre es nur ein quietschen.

"1. Für jeden Schlag bedankst du dich." Das kommt mir bekannt vor.
"2. Du darfst nur kommen, wenn ich es dir gestatte. Da du Jungfrau bist, erwarte ich noch nicht, dass du es merkst, dass du einem Orgasmus gleich bekommen wirst, aber es wird dir nicht schaden, es dir anzugewöhnen.
3. Dir ist es untersagt zu reden.
4. Wenn ich etwas vorbereite, beginnt du dich, soweit es möglich ist in diese Position.
Und eigentlich gibt es noch eine letzte Regel, aber das hier wäre keine Strafe, wenn ich die gestatten würde ein Safeword zu nutzen."

Er stellte sich vor mich, ich wagte es nicht mich zu bewegen. Ich hatte fragen, haufenweise. Bdsm. Natürlich hatte ich davon mal gehört, spätestens als jemand mal von fifty shades of gray erzählt hatte, doch ich hatte nie geglaubt, dass es mehr als eine Fantasie war. Das auszuleben war doch krank und ich würde Zeugin dieses hirnrissigen Fetischs werden.

"Sie mich an." Langsam hob ich meinen Kopf.

Er stand vor mir, Beine schulterbreit auseinander, die Arme verschränkt, sodass sich das kurzärmliche schwarze Hemd über seinen Muskeln spannte. An seinen Unterarmen konnte man einige Narben sehen. Als ich in sein Gesicht sah, sah ich Vorfreude. Ich wollte nicht wissen, was er vorhatte. Ich konnte es mir nicht einmal ausmalen.

Angst und Vorfreude. Was eine Kompination für ein Nervenspiel.

No escapeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt