Jetzt wird's bissl spicy und dementsprechend ist das Kapitel etwas länger. Viel Spaß <3
Damino
Meine Finger umgraben den schwarzen Stoff, während ich mich dazu zwinge, ihn nicht von ihr zu reißen. Er liegt an ihr wie eine zweite Haut. Ich sehe jede einzelne Kurve betonter als je zuvor und niemals hätte ich gedacht, dass ich so sehr davon angetan wäre. Das ist das einzige woran ich denken kann, als sie hochsieht und mein Gesicht erkennt. Ihre weichen Gesichtszüge entgleisen abrupt. Sie zieht die Lippen zusammen und legt eine Hand gegen meine Brust. Dann bildet sie Abstand zwischen uns indem sie mich von ihr drückt.
„Muss ich wissen, was du hier tust?", fragt sie kalt. Ihre Stimme ist so schneidend wie ihr Blick.
Sie hebt ihr altes Handy vom Boden auf, während sich die Fahrstuhltür wieder schließt. Dieses Schrottding gehört wirklich in die Tonne.
Ein plötzlicher Impuls durchzuckt mich. Ich will ihr das Handy abnehmen und ihr stattdessen ein neues kaufen. Aber ich verdränge diesen Gedanken.
Sie beißt sich auf die Innenseite ihrer Wange, ihre Augen ruhen auf der digitalen Anzeige über der Tür. Dann hebt sie den Finger und drückt wortlos auf das Erdgeschoss.
Eben waren wir noch im fünften Stock, jetzt sinken wir bereits in den zweiten.
Sie wendet sich halb von mir ab, und ich sehe ihren Rücken. Frei, glatt, makellos.
Ihr schwarzes Haar ist hochgesteckt. Zwei geflochtene Strähnen aus dem Pony haben sich gelöst und umrahmen ihr Gesicht wie kunstvolle Linien in einem Gemälde.
„Scheint so, als könne Jess mich doch ausstehen, sonst wäre ich nicht hier", sage ich knapp.
Sie spannt sich leicht an, dreht den Kopf und sieht mich an , kühl, prüfend. Ihr Blick gleitet langsam an mir hinab.
Plötzlich fühle ich mich neben ihr fehl am Platz.
Ich trage ein schwarzes Hemd, ja, aber meine Jeans ist zerknittert. Ich hatte nicht damit gerechnet, heute noch eine Einladung zu bekommen. Eigentlich war ich mit Mia verabredet, unser letztes Treffen war... unerwartet gut verlaufen.
„Ich glaube dir nicht. Jess würde niemals auf so eine Idee kommen", sagt sie, gerade als sich der Fahrstuhl öffnet.
Ich schmunzle. Ich war selbst überrascht. Ich war ein Arschloch zu Jess, das weiß ich, das gestehe ich mir auch ein. Trotzdem hatte sie mir vor über einer Stunde die Einladung geschickt.
„Glaub mir, ich war genauso erstaunt", sage ich. Ich zupfe gedankenverloren an meinem Hemdsärmel, während ich sie beobachte, wie sie sich eine Strähne aus dem Gesicht streicht.
Sie ist schön, das war sie schon immer. Seit dem allerersten Moment.
Doch jetzt fällt es mir schwer, diesen Gedanken einfach wegzudrängen. Ich will es ihr zeigen. Ich bemerke, wie sehr ich das Bedürfnis habe, ihr das auch mitzuteilen. Auf einer nonverbalen Weise.
„Schau mich nicht so an", zischt sie plötzlich, als der Fahrstuhl mit einem Ton stoppt.
Sie dreht sich hastig, will hinaus, aber ich lasse sie nicht.
Meine Hand schließt sich um ihr Handgelenk.
Überrascht stolpert sie leicht zurück in meine Richtung.
Mit einem geübten Griff drücke ich erneut auf das Panel und die Tür schließt sich wieder.
Der Fahrstuhl setzt sich erneut in Bewegung, nach oben.
Gut so.
Sie reißt sich aus meinem Griff und bläst frustriert die Wangen auf. Ich stelle mir vor, wie sich ihre Haut unter meinen Fingern anfühlen würde, wenn ich ihr Gesicht zu mir drehe, sie zwinge, mich anzusehen.
Aber ich tue es nicht.
„Ich wollte einfach nur Luft schnappen, du Zwerg", murmelt sie gereizt und verschränkt die Arme vor der Brust.
Zwerg. Schon wieder. Ich weiß nicht, wie sie auf diesen Namen kam.. aber ich mag ihn nicht.
„Wirst du auch noch, keine Sorge, Madame", antworte ich mit einem Hauch Spott.
Ich höre, wie sie abrupt die Luft einsaugt.
Wenn sie mir Spitznamen geben darf, dann darf ich das auch.
Ich trete näher an sie heran, lasse sie keinen Schritt ausweichen und dränge sie spielerisch in eine Ecke.
Nur um sie zu ärgern. Weil ich es kann.
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𝑩𝒆𝒕𝒘𝒆𝒆𝒏 𝒚𝒐𝒖 𝒂𝒏𝒅 𝒎𝒆
Romance„𝑺𝒂𝒈 𝒎𝒊𝒓, 𝒘𝒊𝒆 𝒅𝒖 𝒅𝒊𝒄𝒉 𝒇ü𝒉𝒍𝒔𝒕", höre ich seine Stimme, leise und eindringlich. Ich suche nach einer Antwort, doch mir fehlen die Worte. Sein weiterer Stoß wird tiefer und ich stöhne ein weiteres Mal widerwillig. „Wenn du mir nicht...
