Asteria
Ein Haar kitzelt meine Nase, als ich blinzelnd meine Augen öffne. Ich puste mir mein Pony aus dem Gesicht und reibe mir über das Gesicht. Dann entdecke ich den dösenden Damino neben mir liegen, der mit offenen Mund schläft. Er wirkt so harmlos und nahe, dass ich meine Hand nach ihm ausstrecke und zurück weiche, als er im selben Moment aufwacht.
So bissig wie ich bin, verziehe ich das Gesicht und knurre: „Du sabberst im Schlaf."
Er reibt sich langsam die Augen und gähnt gelassen in seine Hand. Ehe ich mich versehe, wirft er mir ein Kissen ins Gesicht. Direkt und sehr zielsicher. Ich zucke verärgert zusammen und greife nach dem Kissen, das nun auf meinem Schoß liegt.
„Gib mir noch eine Minute, bevor ich mich mit dir auseinandersetzen muss", murmelt er knapp. Er erhebt sich und greift nach seinem Handy. Ich schleudere das Kissen hinter ihm her, doch es trifft nur seinen Rücken, was mich frustriert zurück in die Matratze sinken lässt.
Arschloch.
Nein.
Zwerg.
Genau, ein verdammter Zwerg.
„Verdammter Zwerg", murmele ich grimmig in die Bettdecke. Sein Anstand hat die Größe eines Gartenzwergs. Ich will damit übrigens keinen Gartenzwerg beleidigen, ihr seid toll wirklich.
Dann höre ich, wie sich eine Tür schließt. Ich hebe den Kopf, schiebe die Decke beiseite und setze mich auf. Das Zimmer ist leer, er muss im Bad sein. Eine gute Gelegenheit, mich umzuschauen und bisschen zu erkundigen. Ich steige aus dem viel zu hohen Bett. Es muss inzwischen fast Mittag sein.
Mein Blick fällt auf zwei schwarze Stoffteile die achtlos neben der Kommode liegen. Als ich genauer hinsehe, stockt mir der Atem. Ich versichere mich, dass er wirklich nicht im Zimmer ist, dann gehe ich auf das zerrissene Stück Stoff zu und hebe es mit beiden Händen auf.
Mein gestriger Slip. Einer der guten. Hochwertiger Stoff und fast neu. Und jetzt ist er ruiniert.
Er hat ihn mir gestern zerrissen, als wir... ich meine, als er...
Die Erkenntnis trifft mich mit der Wucht eines Donnerschlags. Das ist real. Kein Traum und keine erfundene Fantasie.
Und noch bevor ich den Verlust dieses teuren Teils wirklich betrauern kann, wallt Wut in mir auf. Er hat es wieder geschafft. Mich um seinen verdammten Finger gewickelt. Und ich war auch noch so dumm zu glauben, ich hätte es mir nur eingebildet. Die Wut verfliegt, dafür steigt die Scham in mir hoch, heiß und kribbelnd, bis in den Nacken.
Wie konnte ich das zulassen?
„Warum schaust du so, als hätte dich deine Familie gerade enterbt?"
Erschrocken zucke ich zusammen. Erst jetzt sehe ich ihn am Türrahmen stehen. Er lehnt lässig, knöpft sein Hemd zu, als wäre nichts gewesen.
Ich verenge die Augen und mache ein paar Schritte auf ihn zu.
Verdammtes Arschloch.
Musste er ausgerechnet das Erbe erwähnen?
Und überhaupt, ich muss dieses Anwesen verlassen, sofort. Bevor ich noch versehentlich zu Gold werde und nie wieder normale Kleidung tragen kann, die nicht maßgeschneidert ist.
„Der war teuer", knurre ich und halte ihm die Stofffetzen hin.
Er sieht mich an und zu meiner Empörung breitet sich ein freches Grinsen auf seinem Gesicht aus. Ich sehe an ihm herab und entdecke keine einzige Falte in seinem Hemd. Als hätte er es gerade eben fertig gebügelt.
Ich werde ihm dieses weiße Hemd in den verdammten Mund stopfen, so fest, dass er nie wieder grinsen kann.
„In der Nacht hast du das aber ganz anders ausgedrückt", sagt er schief lächelnd und lässt seinen Blick ungeniert an mir hinabgleiten. Wie ein Jäger, der sein Reh noch einmal mustert.
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𝑩𝒆𝒕𝒘𝒆𝒆𝒏 𝒚𝒐𝒖 𝒂𝒏𝒅 𝒎𝒆
Romance„𝑺𝒂𝒈 𝒎𝒊𝒓, 𝒘𝒊𝒆 𝒅𝒖 𝒅𝒊𝒄𝒉 𝒇ü𝒉𝒍𝒔𝒕", höre ich seine Stimme, leise und eindringlich. Ich suche nach einer Antwort, doch mir fehlen die Worte. Sein weiterer Stoß wird tiefer und ich stöhne ein weiteres Mal widerwillig. „Wenn du mir nicht...
