Viktoria's Pov.
Ich saß bereits gefühlte Stunden hier in der Bibliothek, doch einen Zauber der das Verschwindekabinett reparieren soll, fand ich bis jetzt leider nicht.
Draco neben mir erging es ähnlich.
Wenn ich mich nicht täuschte, war das bereits der fünfte Tag und auch die fünfte Nacht, die wir hier verbringen, suchen und suchen, aber nichts verwertbares finden.
Draco sah schrecklich aus, blasser als sonst, hatte blutunterlaufene Augen, welche tiefe Schatten zierten.
Obwohl ich mir denken konnte, dass ich bestimmt genauso aussah, versuchte ich mir die Erschöpfung und Müdigkeit nicht ansehen zu lassen.
Es wäre eigentlich Zeit zum Abendessen, aber wie sonst auch gingen wir mal wieder nicht in die große Halle.
Zabini ist uns schon des öfteren gefolgt, da er wissen wollte, wo wir uns rumtreiben, aber nie fand er uns, die Freundschaft zwischen Draco und ihm droht sogar bereits zu kippen, aber leider ist es nun mal so, da Zabini höchstwahrscheinlich keine Ahnung von unserer Aufgabe hat und dies solange Draco ihm nichts gesagt hat, so bleiben wird.
Ich konzentriere mich wieder auf das aufgeschlagene Buch vor mir, ich hatte die Seite bereits dreimal gelesen, fand aber nicht den Sinn dahinter.
Ich war nervlich am Ende, aufgeben werde ich trotzdem nicht, das wäre nicht meine art.
Wenn Dumbledore erst mal tot ist, könnte es nur noch bergauf gehen, hoffentlich.
Zurück zum Buch.
Da stand doch was über das Kabinett.
"Ein Verschwindekabinett ist ein magisches Möbelstück. Dabei handelt es sich um einen großen Schrank, der, wenn er korrekt funktioniert, denjenigen, der in ihn hineingeht, zum passenden Zwillingsschrank transportieren kann. Dabei können auch magische Schutzzauber wie die von Hogwarts überwunden werden.
Falls eines der Zwillingschränke nicht funktioniert oder Kaputt ist, sollte dieses in die Obhut eines begabten Zauberer gegeben werden, der dies reparieren kann.
Falls man selbst im Stande ist dies zu tun wird nur folgender Zauberspruch benötigt .... "
Wieso machte es uns das Universum immer so schwer.
Warum ist genau der Rest des Textes verbrannt und herausgerissen?
Vor lauter Wut, schmiss ich das noch offene Buch in Richtung Draco, der aus seiner Lese-Trance aufschreckte.
Er funkelt mich wütend an, doch ich zeigte nur auf das vor ihm aufgeschlagene Buch.
Während Draco laß, setzte ich mich auf meinem Stuhl weiter vor und stütze meinen Kopf in meine Hände.
Wie aus dem Nichts bekam ich heftige Kopfschmerzen, sodass ich mir die Schläfen massierte, mein Körper wird diesen Stress nicht mehr lange mitmachen.
Als Draco das Buch beiseite legte, sah er mich aus hoffnungslosen und müden Augen an.
„Vik, das ist das einzige Buch davon, es ist fast unmöglich irgendwo ein weiteres Exemplar aufzutreiben.
Wir werden es nicht schaffen, der Lord wird uns töten wenn nicht sogar foltern und dann töten. Ich kann das nicht mehr, wie kann man sowas von uns verlangen?”
Ich seufzte, stand auf und setzte mich aus Draco's Schoß, da ich merkte, dass er kurz vorm ausrasten war.
Draco verharrte in seiner Position, in der er die gegenüberliegende Wand anstarrte.
Ich nahm sein Gesicht in meine Hände und zwang ihn mich anzusehen.
Was ich sah, traf mich schwer, der sonst so starke und emotionslose Draco Malfoy weinte.
Ich wische ihm die Tränen weg lehnte mir zu ihm vor, unsere Lippen waren nur noch Millimeter von einander entfernt, doch bevor ich diese überbrücke, flüstere ich „Wir schaffen das, gemeinsam. Wir Überleben das, gemeinsam. Wir lassen uns nicht unterkriegen, wir finden schon eine Lösung."
Ich legte meine Lippen sanft auf seine, als er den Kuss erwiderts lächelte ich.
Nachdem wir uns schweratmend von einander lösten, hörte ich ein leises „Ich liebe dich." und musste daraufhin lächeln.
Wir saßen bestimmt noch eine Weile so da und sahen uns in die Augen, bis mir klar wurde, dass es schon sehr spät sein musste.
„Wir sollten gehen, es ist schon fast Nachtsperre."
Wir gingen langsam in die Kerker runter, keiner sagte etwas.
Die Stille war nicht unangenehm.
Ganz im Gegenteil, genau das brauchten wir jetzt, Zeit um den Kopf frei zu bekommen, obwohl ich weiß, dass uns die Sorgen bis in unsere Träume verfolgten, falls wir überhaupt zum Schlafen kamen.
Ich war so in meinen Gedanken versunken, dass ich nicht merkte, dass wir schon vor den Schlafsälen standen.
Ich drehte mich zu Draco um und küsste ihn zum Abschied.
„Gute Nacht”, flüsterte ich „Gute Nacht Vik, ich liebe dich” antworte Draco.
Ich war bereits auf dem Weg in meinen Schlafsaal, doch ich merkte, dass Draco mir nach sah.
Bevor ich die Treppen runter ging sagte ich noch „Ich liebe dich auch."
Dann war ich verschwunden.
Ich lag bereits im Bett doch schlafen konnte ich nicht, wie auch, wenn die Sorgen meinen Schlaf störten und auch mein tägliches Leben beeinträchtigen.
Nach ca. zwei Stunden döste ich vor Erschöpfung Weg, doch dies blieb mir nicht gegönnt, denn irgendwann mitten in der Nacht stand Draco in meinem Schlafsaal und weckte mich.
Ich sah ihn fragen an, doch das brennen an meinem Unterarm war Antwort genug.
Der Lord rief uns.
In der Eingangshalle wartete bereits Narzissa, Draco's Mutter auf uns.
Sie nahm ihren Sohn kurz in den Arm, musterte uns zwei und sagte „Ihr seht schrecklich aus, habt ihr die letzten Tage überhaupt geschlafen?”
Sie erwartete gar keine Antwort, sondern schob uns mit sanfter Gewalt vorwärts.
Wir saßen bereits an der großen Tafel und warteten auf den "Dunklen Lord", der wieder auf sich warten ließ.
Als er kam, schaltete ich ab. Sie redeten nur über das Ministerium, welches sie stürzen wollten.
Doch dann sprach der Lord Draco an, welcher plötzlich noch weißer wurde, als ich für möglich hielt.
„Und Draco, mein lieber Junge, wie läuft es mit dem Verschwindekabinett? Schon Fortschritte gemacht? Und antworte bloß nichts falsches!”
Draco schaute vorsichtig in meine Richtung, doch ich bewegte nicht einen Muskel.
Der Lord ließ Draco aufstehen und zu sich kommen.
„Du enttäuscht mich, du bist eine Schande, dafür wirst du büßen.”
Ich wollte aufstehen und mich ebenfalls stellen, denn wir stecken da gemeinsam drin, doch Draco's Blick hinderte mich, er sagte soviel wie... "Bleib da und kein Wort. Besser ich, als du, ich schaff das."
Ich glaubte ihm nicht, ich wusste, dass ich die Stärkere von uns beiden war, ich bin mental stärker, als er es jemals sein würde, doch blieb ich still.
Der dunkle Lord hob den Stab und richtete ihn auf Draco, Narzissa neben mir spannte sich augenblicklich an und dann schrie er.
Draco schrie so stark und laut, wie ich es noch nie gehört habe. Er krümmte sich vor Schmerz auf dem Boden, es sah schrecklich aus.
Ich musste was tun, also erhob ich mich langsam, Narzissa wollte dies verhindern, doch ich ließ mir nichts einreden.
„HÖREN SIE SOFORT AUF, DRACO IST NICHT DER EINZIGE, DER AN DIESER AUFGABE BETEILIGT IST. ICH STECK DA GENAUSO TIEF DRIN WIE ER!!!”
Er stoppte wirklich, während ich ihn angeschrien hatte, ging ich immer wieder auf ihn zu, jetzt stand ich nur noch ein paar Meter von den beiden entfernt.
Draco ging es augenscheinlich ganz gut, denn er setzte sich auf und musterte mich mit schockierter Miene.
Ich hatte Angst, ich hatte schreckliche Angst, doch zeigte ich dies keineswegs. Der dunkle Lord hob den Stab, richtete ihn auf mich und sprach: „CRUCIO"
Als der Fluch mich traf, blieb ich tapfer stehen.
Kein laut verließ meine kehle.
Ich blieb standhaft stehen, was mir schwerer fiel, als es aussah.
Diesen Triumph würde ich Voldemort nicht gönnen, dass ich vor Schmerzen schreie.
Nicht heute.
Ich weiß nicht wie lange er mich folterte, ich war bereits auf die Knie gesunken, aber schreien tat ich immer noch nicht.
Genauso wenig brach ich den Blickkontakt zwischen dem Lord und mir.
Ich sah in seine abscheulich roten Augen und empfand nichts als Abscheu und Ekel.
Jetzt wurde es Voldemort zu bunt, denn der schleuderte mich mit
„Stupor" gegen die Wand des Saals und disapparierte weg.
Ich ließ mir nichts anmerken und stand auf, als ob nichts gewesen wäre. Eine Platzwunde zierte meine Schläfe, aber sonst war nichts zu sehen.
Alle anderen Todesser verschwanden ebenfalls, Draco lief auf mich zu, ihm folgte Severus Snape.
Ich ging ihnen entgegen, jeder Schritt schmerzte und ich verzog das Gesicht.
„Viktoria, besser ich als du, wieso hast du das getan?"
Ich überlegte und seufzte schließlich „Wie gesagt, wir stecken da gemeinsam drin und jetzt lass uns gehen.”
Severus Snape übernahm das Apparieren und schon standen wir vor dem Eingangsportal.
Drinnen trennten sich die Wege, aber bevor Professor Snape verschwand sagte er noch „Miss Lestrange, sie sollten vielleicht besser den Krankenflügel aufsuchen und nehmen sie Mister Malfoy ebenfalls mit.”
Natürlich gingen wir nicht in den Krankenflügel, sondern Richtung Gemeinschaftsraum.
Draco stützte mich und so schafften wir es in den Slytheringemeinschaftsraum. Wir ließen uns auf einem der Sofas nieder und schwiegen.
Aus heiterem Himmel nahm Draco mich in den Arm und küsste mich, doch dies schmerzte und ich stöhnte vor Schmerz auf.
In seinen Augen lag Sorge und er ließ mich los.
Ich küsste ihn auch kurz und lehnte mich an ihm an.
An Schlaf war nicht mehr zu denken, genauso wenig, wie die Tage zuvor.
Wir saßen einfach nur da und hingen unseren Gedanken nach, Draco spielte währenddessen mit einer meiner schwarzen Locken, doch ich, ich konnte diesen einen Gedanken nicht aus meinem Kopf verbannen.
Draco wird nicht stark genug sein Dumbledore zu töten. Draco ist mental einfach zu schwach, er würde es sich nie verzeihen gemordet zu haben.
Also werde ich es tun, ich werde Dumbledore am Ende des Schuljahres töten, aber wie mache ich es Draco klar, dass er es nicht schaffen wird?
Mein Entschluss stand fest, Dumbledore wird aus meiner Hand sterben, ich werde eine Mörderin.
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Überraschender Wendepunkt - Wendung ins Gute oder in den Wahnsinn... (Draco Ff)
FanfictionViktoria Elizabeth Lestrange, ihr Leben lang wurde sie darauf hin erzogen die perfekte Todesserin zu sein. Das Gefühl der Liebe ist ihr fremd. Viktoria wird mit den unterschiedlichsten Aufgaben konfrontiert. Doch zu alldem kommt noch etwas viel Sc...
