1. Kapitel ~ Zuhause ist kein Ort - sondern ein Gefühl

1.9K 59 1
                                        

Viktoria pov.

Nun denn, es ist mal wieder soweit, es geht zurück nach Hogwarts, meinem eigentlichen Zuhause.
Es würde nun mein sechstes Schuljahr beginnen.
Noch war ich die Ruhe selbst und packte meinen Koffer.
Es war noch genug Zeit, doch ein gewisser Draco Malfoy, welcher ununterbrochen laut an meiner Tür klopfte, machte mich wahnsinnig.
Er geht mir manchmal echt gewaltig auf die Nerven.
Er hatte nichts von seiner Mutter.
Weder ihre ruhige Art, noch ihre Geduld.
Er war ein Abbild seines Vaters.
War ihm, wie aus dem Gesicht geschnitten.
Auch charakterlich unterschieden sie sich wenig voneinander.
„Viktoria beweg deinen Hintern runter, sonst verpassen wir den Zug".
Ich ging gar nicht auf ihn ein und ignorierte das kontinuierliche Klopfen.
Natürlich ließ er nicht nach.
Das wäre Draco Malfoy nämlich so gar nicht ähnlich.
Ich weiß echt nicht warum er so einen Stress machte.
Das wir den Zug verpassen könnten, wäre nicht das schlimmste Szenario.
Ich wäre ja eigentlich längst fertig mit packen, aber irgendwie schien der Koffer kleiner als die Jahre zuvor, so kam es mir jedenfalls vor. Es könnte natürlich auch daran liegen, dass wir für unser 6. Schuljahr nun um einige Unterrichtsmaterialien mehr benötigten.

Und wie sollte es auch anders sein, klopfte Malfoy weiter an meine Tür. Wenn der so weiter macht, dann bricht die Tür bald in der Mitte durch.
Ich hasste es im Malfoy Manor zu wohnen.
Da meine Eltern meine ganze Kindheit in Azkaban verbrachten, wurde ich von den Malfoys aufgenommen.
Ich hasste es hier.
Ich hasste alles hier.
Ich freute mich jedes mal, in den Zug zu steigen und nach Hogwarts zu fahren. Aber so ist das Leben, man kann sich nicht aussuchen, wie es abläuft.

Das Klopfen an meiner Zimmertür ließ natürlich nicht nach, weswegen ich zur Tür schritt und diese abrupt öffnete. Hinter dieser stand ein genervter Malfoy, schon fertig für die Abreise. Ich musste zu ihm hinaufblicken, da ich um knapp eineinhalb Köpfe kleiner war als er.
Ich ließ mir jedoch nichts anmerken und grinste den Eisprinzen süffisant an.
Malfoy musterte mich mit amüsierten Gesichtsausdruck, wobei er sein selbstverliebtes Grinsen nicht verlor. Er schaute mir mit hochgezogener Augenbraue entgegen und lehnte lässig gegen den Türrahmen. „Ich nehme mal stark an, dass du Hilfe beim Packen benötigst."
„Nun, Hilfe würde ich es nicht gerade nennen. Wohl eher Unterstützung, wenn du mich fragen würdest", stellte ich seine Aussage korrekt und ließ ihn eintreten, wobei ich mit meiner Hand eine Geste vollführte.
Er stieß sich lässig vom Türrahmen ab und betrat mit langsamen Schritten mein Zimmer.
Ich zeigte in Richtung meines Koffer, behielt ihn aber ständig im Auge.
Er sortierte meine Sachen um und ordnete sie anschließend wieder in den Koffer. Diesmal ging er ohne Mühe zu.
„Was? Kein Danke? Gar nichts?", wollte Malfoy von mir wissen und sah mir erwartungsvoll entgegen.
„Ich wüsste nicht wofür, aber du könntest dich mal nützlich machen und meinen Koffer nach unten bringen", antworte ich ihm wahrheitsgemäß und schritt an ihm vorbei.
Ging die Treppe hinunter und konnte hören, wie Draco meinen Koffer nahm und mir hinterher stolperte.

Unten im Salon des Malfoy Manor warteten bereits die Malfoys, als auch meine liebreizende Mutter...
Ich lief erhobenen Hauptes auf die versammelte Gruppe zu und sah wie meine Mutter mir einen Schritt entgegen kam.
"Ach Viktoria da bist du ja endlich, immer lässt du auf dich warten...", ließ sie mit ihrer hysterischen Stimme erklingen und lachte wie eine Geisteskranke.
„Mutter, ich bitte dich", gab ich nur genervt von mir und nahm meinen Koffer.
Als ich mich umdrehte, stand mir meine Mutter ganz nach gegenüber.
Sie ging noch einen weiteren Schritt auf mich zu und neigte ihren Kopf in die Richtung meines Ohres.
„Wenn du deine Aufgabe nicht mit Bravour meisterst, wird der dunkle Lord nicht sonderlich erfreut sein", flüsterte sie und bereite mir somit eine Gänsehaut.
„Natürlich Mutter, ich werde nicht scheitern. Ich werde den dunklen Lord nicht enttäuschen."
Sie gab sich mit dieser Antwort zufrieden und entfernte sich von mir.
Ich schaute, ohne meinen Kopf allzu sehr zu drehen in Richtung Draco und deutete ihm zu verschwinden.
Also packte ich meinen Koffer und disapparierte ohne mit der Wimper zu zucken nach Kings Cross.

Als ich am Bahnsteig zwischen Gleis neun und zehn zum Stehen kam, schlenderte mir Draco Malfoy mit seinem Koffer entgegen. Er grinste mich an und zwinkerte mir zu.
Jedoch ignorierte ich dies gekonnt.
Ich lief durch die Wand, die zum Gleis 9 3/4 führt und blieb vor der scharlachroten Lock mit der Aufschrift Hogwarts Express stehen. Mit großen Schritten schritt ich auf den Zug zu, blieb aber mitten auf dem Bahnsteig stehen, als ich Harry Potter und sein Blutverräter und Schlammblut Gefolge, auch bekannt als das goldene Trio ausmachen konnte.
Ich hasste sie abgrundtief.
Nur bei Potters bloßen Anblick fing mein Zauberstab an zu kribbeln.
Ich hätte ihn am liebsten verflucht.
Ich ging mit langsam Schritten auf ihn zu, blieb aber gut einen Meter hinter ihm stehen.
Er hatte mich noch nicht bemerkt, doch als ich anfing zu sprechen, drehte er sich ruckartig in meine Richtung.
„Na Potter, schöne Ferien gehabt?
Lass mich ehrlich sein, ich hoffe sie waren schrecklich.", während ich dies sagte ging ich um ihn herum und stieß ihm ab und zu die Spitze meines Zauberstabs ins Fleisch.
„Was willst du Lestrange?", wollte Potter kühl und desinteressiert von mir wissen.
„Ach nicht so wichtig. Ich wollte nur mal mit dem Auserwählten quatschen, aber weißt du was? Du widerst mich an"
Ich blieb kurz stehen, machte jedoch einen Schritt auf Potter zu.
„Glaub mir eins Potter. Irgendwann wirst du alles bereuen."
Ich wartete gar keine Antwort seinerseits ab, rammte ihn an der Schulter und ging wieder in Richtung Zug.
Ich brauchte einen Moment um mich zu erinnern, wo genau ich meinen Koffer stehen gelassen hatte, fand ihn jedoch relativ schnell und betrat somit den Zug.
Da es noch relativ früh war, konnte ich mich ohne große Mühe durch den Zug ins Slytherinabteil begeben.
Ich nahm ein Abteil eher weiter hinten und hievte meinen Koffer auf die Gepäckablage.
Als ich platz nahm, atmete ich einmal tief durch.
Ich konnte es gar nicht erwarten, bald wieder in Hogwarts zu sein, doch zu aller erst müsse ich diese Zugfahrt überstehen.....

Überraschender Wendepunkt - Wendung ins Gute oder in den Wahnsinn... (Draco Ff)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt