Viktoria's Pov.
Der Tag der Tage kam rasend schneller.
Wir hatten keine Ahnung mehr, was wir unternehmen könnten. Wir wussten nicht wie es weitergehen sollte.
Wir hatten keinen Plan mehr.
Der tote Vogel im Verschwindekabinett hatte alles nur noch schwieriger gemacht.
Nach dem wir den Apfel teleportieren konnten, hatte wir noch Hoffnung, doch diese wurde zunichte gemacht, als wir den zweiten Versuch gestartet hatten.
Wir hatten uns wochenlang davor gedrückt, es endlich mit einem Lebewesen zu testen.
Wir haben es immer wieder vor uns her geschoben, weil wir uns einfach nicht unser Versagen eingestehen wollten.
Aber irgendwann hatten wir all unseren Mut zusammengetan und es mit dem kleinen blauen Vogel, welcher sich immer in einem der runden gitter Käfigen befand, getestet und sind gescheitert.
Wir wussten zwar jetzt, dass das Verschwindekabinett in der Lage war, Objekte zu teleportieren, doch einen Menschen nach Hogwarts zu bringen war unmöglich.
Einen Menschen aus Fleisch und Blut.
Einen Menschen mit Herzschlag und Blutkreislauf.
Ein vollwertiges Lebewesen...
Wir wussten zwar nicht wie viele Todesser geplant waren, durchs Kabinett in Hogwarts einzudringen.
Doch im Moment sah es danach aus, dass es nicht mal einer schaffen würde lebendig aus diesem Holzkasten zu steigen.
Ein Schnaufen, brachte mich zurück in die Wirklichkeit.
Ich brauchte einen kurzen Augenblick, um alles zu realisieren.
Zu verstehen, wo ich mich befand.
Ich drehte meinen Kopf leicht nach links und konnte Draco ausmachen, der sich wie in Zeitlupe zu bewegen schien.
Er ließ seine Beine immer wieder unter seinem Gewicht einknicken.
Es sah aus, als würden seine Knochen aus Gummi bestehen.
Mit seiner rechten Hand hatte er meine linke fest umschlossen.
Ich wusste, dass Draco innerlich mit sich rang.
Ich wusste genau was in ihm vorging.
Ich sah es in seinen Augen.
Konnte jede noch so kleine Emotion darin ablesen.
Der Druck unserer Hände verstärkte sich immer wieder kurz und wurde wieder weniger.
Wie ein Uhrwerk.
Als würde der Druck mit jedem Herzschlag immer kurz verstärkt werden.
Ich spürte, wie der Eisprinz kleine Kreise auf meinen Handrücken malte.
Es beruhigte mich.
Ließ mich ab und zu einen tiefen Atemzug nehmen.
Seit Snape meine Aufträge beendet hatte, ging es mir besser.
Ich weiß zwar nicht, wie er es geschafft hatte, den dunklen Lord zu überzeugen, dennoch war ich ihm zutiefst dankbar.
Jedoch ließ ich ihn das nicht spüren.
Er verhielt sich eigenartig.
Er nahm alles zu persönlich, als ob er der Jenige wäre, den es betreffen würde.
Ich konnte mir keinen Reim daraus machen.
Es kam mir vor, als wollte er sich den Respekt des dunklen Lords verdienen, indem er sich in unsere Angelegenheiten einmischte.
Doch weder Draco noch mir half es weiter.
„Mir sind alle guten Ideen ausgegangen...”, hörte ich den jungen Malfoy von der Seite.
Es klang weniger danach, als ob er mich bewusst angesprochen hatte.
Eher als hätte er seine vorher noch stummen Gedanken in den Raum geworfen.
Seine Stimme halte durch die kühlen Gänge von Hogwarts und wurde von den Wänden wieder zurück geworfen.
Ich machte mir nicht die Mühe zu antworten, da ich wusste, dass er keine erwarten würde.
Und ich sollte recht behalten, als er weitersprach...
„Ich weiß, dass ich nicht in der Lage bin, Dumbledore zu töten, während ich ihm in die Augen sehe.
Das könnte ich niemals.
Ich werde es mir sowieso nie verzeihen, jemanden getötet zu haben.
Jemand Unschuldiges.
Ich meine Dumbledore muss nur sterben, weil er Voldemort im Weg ist.”
„Mmmh”, war das Einzige, was mir in den Moment durch den Kopf ging.
Meine Stimme kam mir so laut in dem ruhigen Gang vor.
Meine Worte schallten in meinen Ohren wieder und legten sich schwer auf mein Trommelfell, was es mir schwerer machte etwas zu verstehen.
Es fühlte sich an, als ob man mich in Watte gepackt hatte.
Alles was Draco neben mir sprach, kam nur gedämpft bei mir an.
Ich verstand nicht alles was er sagte, doch wusste ich, dass er sich eh nur wieder wiederholte.
Ich wusste, dass die Schuldgefühle ihn innerlich kaputt machten.
Ich setzte unterbewusst ein Bein vor das andere und ließ mich von Draco leicht mitziehen.
„Was wenn ich es nicht schaffe...?”, sprach er seine schlimmste Befürchtung aus.
Während er dies sagte, blieb er stehen, ließ meine Hand jedoch nicht los.
Er stellte sich mir gegenüber und nahm zusätzlich meine zweite Hand in seine.
Seine Berührung fühlte sich kühl auf meiner Haut an, trotzdem entstand dieses vertraute Kribbeln, welches ich immer verspürte, wenn er mich berührte.
Ich hob meinen Blick und legte meinen Kopf in meinen Nacken, um ihn ansehen zu können.
Jedoch hatte Draco seinen Blick gesenkt.
„Schau mich an...!”, sprach ich mit sanfter Gewalt.
Er hob seinen Kopf und blickte mir traurig entgegen.
Eine Träne löste sich aus seinem Auge und kullerte seine Wange hinab.
Auf die eine folgten mehrere und bildete feuchte Striemen auf seinem blassen Gesicht.
Ich löste meine Hände aus seinen und legte sie auf seinen Wangen ab.
Mit meinen Daumen strich ich seine Tränen weg.
Jedoch folgten direkt darauf neue.
Meine Hände ruhten auf seinem Gesicht.
Tränen flossen über meine Fingerspitzen, über meinen Handrücken und tropften schlussendlich auf den kalten Steinboden.
„Hör mir zu. Egal was passieren wird.
Wir schaffen das.
Zusammen.”
Als meine Worte verhallt waren, hob Draco seinen Blick und öffnete seine roten, geschwollenen Augen, welche er vorhin geschlossen hatte.
Ich konnte einen Hauch von Hoffnung sich in ihnen widerspiegeln sehen.
Vorsichtig nahm er meine Hand von seiner Wange und umschloss seine Finger mit meinen.
Mit der anderen zog er mich näher an sich und schloss mich in seine Arme.
Ich legte meinen Kopf auf seiner Brust ab und ließ für einen Moment meine Augen zufallen.
Ich wusste, tief in meinem Inneren, dass wir das schaffen konnten.
Dass wir das überleben würden.
Nach kurzer Zeit legte er seine Hände auf meinen Schultern ab, und schob mich ein Stück von sich.
Er sah mir mit einem ehrlichen Lächeln entgegen und sprach das selbe, wie ich zuvor schon.
„Zusammen.”
Dies entlockte mir ein schiefes Schmunzeln.
Er lehnte seinen Kopf zu mir, legte seine Hände auf meine Wangen und küsste mich.
Wir werden das überleben.
Zusammen.
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Überraschender Wendepunkt - Wendung ins Gute oder in den Wahnsinn... (Draco Ff)
FanfictionViktoria Elizabeth Lestrange, ihr Leben lang wurde sie darauf hin erzogen die perfekte Todesserin zu sein. Das Gefühl der Liebe ist ihr fremd. Viktoria wird mit den unterschiedlichsten Aufgaben konfrontiert. Doch zu alldem kommt noch etwas viel Sc...
