51. Kapitel ~ Kein Weg führt mehr an der Schlacht vorbei...

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Viktoria's Pov.

Der Himmel war klar und keine Wolke schien sich auf ihm zu befinden.
Die Sterne leuchteten in der Dunkelheit.
Der volle Mond dominierte den Nachthimmel und vertrieb die Schwärze der Nacht.
Ich wartete vor dem Malfoy Manor und knetete meine Finger.
Der Kies knirschte unter meinen Füßen und durchbrach somit die drückende Stille.
Ich wartete auf den dunklen Lord.
Heute hatte sein langes Warten ein Ende.
Er würde in wenigen Minuten den mächtigsten Zauberstab, den Elderstab sein Eigen nennen können.
Andere Todesser, die ihn begleiten würden, trafen langsam ein und schienen erleichtert zu sein, als sie erkannten, dass der dunkle Lord noch nicht anwesend war.
Einige von ihnen waren zu spät, andere wiederum zu früh und diese hatten ihre Geduld irgendwo liegen gelassen.
Manche der Todesser liefen ungeduldig den Weg auf und ab, während andere den Boden interessanter als alles andere fanden.
„Nun denn, meine treuen Todesser, holen wir den Elderstab.
Den Stab, der eigentlich schon lange mein Eigentum sein sollte!”, zischte Voldemort, welcher vor wenigen Sekunden in seiner ekelhaften Gestalt aus dem Anwesen der Malfoys getreten war.
Ein zustimmendes Nicken ging durch die Runde, als der dunkle Lord, jeden einzelnen seiner Anhänger eindringlich musterte.
Mit einem Plopp war Voldemort verschwunden.
Seine Leute taten es ihm gleich und es verschwand einer nach dem anderen.
Ich drehte mich einmal um mich selbst, stellte mir den Ort vor, zu dem ich apparieren wollte, verschwand mit einem dumpfen Geräusch und ließ den Kiesweg des Anwesens leer zurück.
Das bekannte Gefühl, durch einen Schlauch gepresst zu werden, überkam mich verschwand aber genauso schnell wie es gekommen war.
Ich landtete mit beiden Beinen auf einer kleinen Insel, umgeben von hohen Bergen, nicht weit von Hogwarts entfernt.
Ich vermisste das Schloss.
Vermisste die frühere Zeit.
Die Zeit, als alles noch anders war.
Als der tägliche Kampf ums Überleben nicht zur Tagesroutine gehörte.
Ich konnte und wollte mich nicht daran gewöhnen, dass jeder Tag mein Letzter sein könnte.
Jedoch kannte ich es nicht anders.
Ich wurde mit strenger Disziplin erzogen.
Meine Kindheit war voller Regeln, an die ich mich alle zu halten hatte...

Ich folgte mit meinem Blick der Gestalt des dunklen Lords.
Er stampfte mit langsamen Schritten in die Mitte der kleinen Insel, in der sich ein weißes Grab aus Marmor befand.
Ein großer Stein zierte es und ließ den Ort noch monströser wirken.
Ich war zwar noch nie hier, doch durch Erzählungen konnte ich mir den Ort, an dem Dumbledore begraben wurde gut vorstellen.
Doch jetzt hier zu stehen, alles mit eigenen Augen zu sehen, ließ die Erzählungen verblassen.
In Realität sah die Grabstätte ganz anders aus.
Sie wirkte einschüchternd auf mich, ohne das ich etwas dagegen hätte tun können.
Als Dumbledore damals starb, hatte man für ein, für ihn angemessenes Begräbnis gesorgt.
Ganz Hogwarts war anwesend.
Alle Schüler, die Lehrerschaft und auch die Geister ließen sich blicken und trauerte um den ehemaligen Schulleiter von Hogwarts, den Snape auf Anweisung des dunklen Lords ermordet hatte.
Ich hatte mich an die Tatsache gewöhnt, als Todesser den Tod als Realität zu betrachten.
Nach all den Taten die ich begangen hatte, fürchtete ich den Tod schon lange nicht mehr.
Ich fürchtete einzig und allein, die Leute zu verlieren, die mir etwas bedeuten.
Es gab zwar nicht viele, jedoch sollte meiner Meinung nach, auch kein unschuldiges Blut mehr vergossen werden.
Dies ließ sich jedoch nicht aufhalten.
Der alles entscheidende Kampf würde kommen und viele würden ihr Leben dabei aufs Spiel setzen.
Einige würden es verlieren, weil sie gekämpft hatten.
Egal auf welcher Seite man bei diesem Kampf stand.
Auf beiden Seiten würde es Verluste geben.
Dies ließ sich nicht verhindern.
Ich schüttelte meinen Kopf, verbannte meine Gedanken und widmete meine Aufmerksamkeit dem dunklen Lord, welcher soeben seinen derzeitigen Zauberstab, den ehemalige Stab von Lucius Malfoy, zückte und auf den großen Stein auf Dumbledores Grab zielte.
Er ließ das riesige Gestein aus Marmor zur Seite schweben und zerstörte wortlos die letzten Steine, die ihm im Weg standen und ließ diese ebenfalls neben dem Grab auf den Boden fallen.
Er beugte sich langsam über Dumbledores Leiche und musterte kurz sein blasses, totes Gesicht, bevor er den Elderstab aus Dumbledores zusammen gefalteten Händen zog.
Er hielt den Stab ins fahle Mondlicht und begutachtete jede einzelne kleine Vertiefung des Holzes.
Er streckte seinen Arm in den Nachthimmel und ließ Blitze in die Schwärze strömen.
Wind kam auf und mein Todesserumhang schmiegte sich um meinen Körper.
Ich erkannte die enorme Kraft, die enorme Macht die der Elderstab von sich gab.
In der Luft lag eine Spannung, welche durch die Energie des Stabes in Voldemorts Hand ausgelöst wurde.
Die Blitze erloschen und der dunkle Lord wandte sich an seine Anhänger.
„Mit diesem Stab, steht der Ermordung Harry Potters nichts mehr im Wege.
Wir werden siegen und die magische Welt der Hexen und Zauberer wird mir gehören...!!!”, rief der dunkle Lord triumphierend und disapparierte.
Ich starrte perplex an die Stelle, an der Voldemort soeben noch gestanden hatte und schüttelte mit den Nerven am Ende meinen Kopf.
Mein Blick glitt über die Klippe der Insel und fokussierte die Wellen, die an den Felsen brachen.
Mit jedem weiteren Tag, kam die Schlacht näher.
Ich wusste nicht, wann sie beginnen würde.
Vielleicht befand ich mich bereits mitten drin und hatte es bis jetzt nur noch nicht begriffen...

Mit einem dumpfen Geräusch landete ich wieder auf dem knirschenden Kies und konnte das Anwesen der Malfoys vor mir ausmachen.
Mit zügigen Schritten lief ich auf das Malfoy Manor zu und schritt durch die große Eichentür welche in den Empfangssaal führte.
Ich betrat das große, pompöse Wohnzimmer und ließ mich neben Draco nieder.
Er legte einen Arm um mich, blieb jedoch still.
„Er hat ihn gefunden.”, meinte ich etwas abwesend und drehte meinen Kopf in seine Richtung.
Er atmete einmal tief aus und sah mir dann in die Augen.
„Du meinst den Elderstab, oder?”, fragte er an mich gewandt und umschloss seine Hand mit meiner.
Ich nickte knapp und ließ meinen Blick in den gegenüberliegenden Kamin schweifen.
Eins stand definitiv fest.
Kein Weg führt mehr an der Schlacht vorbei...

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