14. Kapitel ~ Wie konnte ich mich in einem Menschen nur so täuschen...?

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Viktoria's Pov.

Seit dem Todessertreffen war nun wieder etwas Zeit vergangen.
Mit dem Verschwindekabinett kamen wir aber leider auch nicht voran.
Draco und mir sah man den Stress voll und ganz an, wir hatten Augenringe, die bis zum Kinn reichten und mit unserer blassen Haut machten wir einer weißen Leinwand konkurrenz.
Wir hatten gerade mal Oktober, was uns noch genug Zeit ließ, um am Verschwindekabinett zu arbeiten, die wir auch dringend nötig hatten.
Da heute Samstag war, schlief ich bis 09:00 und stand dann schließlich auf.
Aufs duschen hatte ich keine Lust, dies würde ich heute Abend nachholen, also ging ich in den Gemeinschaftsraum, der wie leer gefegt zu sein schien, bis auf einen gewissen Draco Malfoy welcher auf einem der Sofas saß.
Ich ging Richtung Sofa und als er mich bemerkte, zog er mich an der Hand zu sich und zwar so abrupt das ich beinahe auf ihn drauf gefallen wäre, wenn er mich nicht aufgefangen hätte.
Er zog mich auf seinen Schoß und küsste mich. Es war bestimmt Tage her als er mich allein und voller Emotionen geküsst hatte.
Vor gut zwei Monaten hätte ich niemals gedacht, dass ich mit Draco Malfoy zusammen kommen würde, doch das Leben spielt einem immer einen Streich.
Es ist das, was viele Schicksal nennen, doch ob es sowas gibt, bleibt bestreitbar.
Viele würden sagen, wenn Draco und ich diese Aufgabe nicht bekommen hätten, wären wir nie zusammen gekommen, doch ich sage es war alles ein großer Zufall.
Es war Zufall, dass wir beide genau dasselbe Schicksal teilen, aber es war ein verdammt guter Zufall.
Als wir uns jedoch lösten, sahen wir uns noch lange in die Augen, seine grau Augen beinhalteten einen Sturm voller Gefühle.
Gefühle wie Angst, Liebe, Hoffnung und so viele mehr.
Ich nahm sein Gesicht in meine Hände, streichelte seine Wange und fragte ihn „Wo ist eigentlich Zabini?"
Er antwortete nicht sondern küsste mich erneut und so vergaß ich alles um mich herum und bemerkte auch nicht Blaise Zabini, welcher gerade müde aus seinem Schlafsaal trottete, „Hah, ich wusste es, ich wusste, dass ihr dieses Schuljahr noch zusammen kommt!", rief er nun hellwach.
Draco und ich haben dies nicht kommen sehen und schreckten deswegen auseinander.
Draco lief knallrot an und er schaute verlegen auf den Boden.
Ich hingegen fand dies sehr amüsant, da ich eigentlich dachte, Draco hatte Zabini bereits von uns erzählt.
Nun ja, Hogwarts ist halt immer für Überraschungen gut.

Da heute kein Unterricht war beschlossen Draco und ich mal wieder die Bibliothek aufzusuchen, sowieso wie eigentlich eh jeden Tag.
Blaise konnten wir Merlin sei Dank abwimmeln, denn es wäre schwer zu erklären, warum wir an einem Samstag in die Bibliothek gingen, um etwas über ein Verschwindekabinett herauszufinden.

Angefangen zu suchen hatten wir um 10:00 Uhr, jetzt war es bereits schon 15:00 Uhr, das Mittagessen hatten wir verpasst, schon wieder.
Alle Bücher die hier auf dem Tisch lagen, hatte ich bereits schon mindestens einmal gelesen und doch hoffte ich trotzdem etwas Wichtiges darin zu entdecken.
Ich war schon so erschöpft, dass die Buchstaben vor meinem inneren Augen kreisten, auch Draco schien verzweifelt, denn er versuchte in drei Büchern gleichzeitig zu lesen, was unter anderen Umständen echt witzig ausgesehen hätte, doch jetzt war es einfach nur traurig.
Ich war schon so gereizt, dass man mich nur hätte schief angucken müssen, dann wäre ich schon ausgerastet.
Und leider wurde Draco dies zum Verhängnis, obwohl er nicht besser drauf war.
Draco warf das Buch etwas grob in meine Richtung und traf leicht meine Hand, in dem Moment ließen einfach alle angesteuten Gefühle von mir ab und ich schnautzte Draco an...
„Hey kannst du nicht aufpassen, immer bist so "rücksichtsvoll", wie der dunkle Lord höchstpersönlich."
Draco schaute mich aus großen Augen an und erwiderte etwas säuerlich.
„Wie, du vergleichst mich mit dem dunklen Lord, geht's noch".
„Stimmt wohl eher gleichst du einem Hufflepuff, denn der bekommt auch nichts auf die Reihe, ich glaub du bist im falschen Haus gelandet."
„Und ich glaube du bist wo angerannt, vergleichst mich mit sonst jemanden, kritisierst alles an mir, vielleicht bist du die, die nichts auf die Reihe bekommt, schon mal daran gedacht?"
Ich stand ruckartig auf, wobei der Tisch stark zu wackeln anfing und funkelte in böse an.
Was fiel ihm eigentlich ein, jetzt gibt er mir die Schuld daran, dass das Verschwindekabinett nicht funktionierte.
„Heißt das, dass du mir die Schuld an dem kaputten Verschwindekabinett gibst?", er tat es mir gleich und stand ebenfalls auf, jetzt standen wir uns gegenüber und starrten den anderen jeweils bösartig in die Augen, dann erwiderte er
„Na irgendwer muss ja Schuld haben und ich bin's nicht, also wer bleibt dann noch übrig, dreimal darfst du raten, ja genau DU!"
Ich schlug fest mit der Faust auf die Tischfläche und schrie;„WENIGSTENS BIN ICH KEIN VERWÖHNTER BENGEL, DER OHNE MAMI ODER PAPI NICHTS AUF DIE REIHE BEKOMMT!!!"
Was er darauf sagte brachte das Fass zum überlaufen....
„WENIGSTENS HABE ICH NOCH ELTERN, DIE MICH LIEBEN, ZUMINDEST MEINE MUTTER WELCHE MICH NIE FOLTERN WÜRDE, SOWIE DEINE ELTERN!!!"
Das hatte gesessen...
Ich klatschte ihm eine, sodass mein Handabdruck auf seiner Wange zu sehen war und rauschte davon.
Wie konnte ich mich in einem Menschen nur so täuschen...?

Die Wochen vergingen und es war schon bald Halloween.
Seit dem Streit habe ich kein Wort mehr mit Draco gesprochen.
Ich merkte das etwas fehlte und doch fühlte ich mich wieder so frei, so unbeschwert wie ich früher einmal war, früher bevor ich diese Aufgabe vom dunkel Lord bekam.
Bevor ich mich auf Draco einließ.
Ich fühlte Erleichterung in mir und doch vermisste ich etwas.
Ich vermisste Draco's küsse an meinem Hals, ich vermisste seinen Geruch nach Minze und am aller meisten vermisste ich das Gefühl nicht allein auf dieser Welt zu sein.
Doch dies gehört nun der Vergangenheit an.
Jeder von uns wird von nun an alleine am Verschwindekabinett Arbeiten, also machte ich mich auf den Weg zum Raum der Wünsche.

Der Raum war wie immer voll gestellt mit Gerümpel und Sonstigen.
Ich deckte das Kabinett auf und machte mich an die Arbeit, ich versuchte jeden Zauber den ich mal gelesen hatte, doch nichts funktionierte.
Ich wusste, was passieren wird falls wir es nicht schaffen das Verschwindekabinett zu reparieren. Der dunkle Lord würde uns höchstpersönlich foltern und anschließend töten.
Niemand würde ungestraft davon kommen.
Es werden bestimmt auch viele Unschuldige sterben.
Und falls wir es doch irgendwie schaffen sollten es zu reparieren, muss immer noch Dumbledore sterben...

Nach unendlichen Stunden des Verzweifelns, in denen ich nicht mal ein wenig Fortschritte mit dem Verschwindekabinett gemacht hatte, machte ich mich wieder auf den Weg in den Gemeinschaftsraum, doch als ich den Raum der Wünsche verlassen wollte, hielt mich etwas zurück oder besser gesagt jemand.
Malfoy.
Er hielt meine Hand fest, die ich ihm jedoch sofort wieder entriss.
„Viktoria bitte, hör mir zu, es tut mir alles so schrecklich leid, ich weiß es ist in letzter Zeit alles so verdammt schwer, aber zusammen schaffen wir das, bitte Viktoria verzeih mir, ich weiß, ich hätte das über deine Eltern nicht sagen sollen, du hattest es sowieso schon schwer genug..."
„Ja stimmt, das hättest du nicht sagen sollen und nein, ich verzeihe dir nicht, das Schlimmste, was ein Mensch tun kann, ist es das Vertrauen zu brechen und das hast du geschafft und jetzt lass mich in Ruhe und sprich mich nie wieder an.
Ich habe habe mich so in dir getäuscht, Malfoy!"
Als ich ihn beim Nachnamen nannte, zuckte er wie ein geschlagener Hund zusammen und schaute mich verletzt an, dann lief ich davon.

Wieso muss alles so schwer sein, nie ist es einfach, nie ist es leicht und das wird es auch nie sein.
Doch ob ich die Aufgabe alleine schaffen werde?

Vielleicht werde ich auch daran zu Grunde gehen...

Überraschender Wendepunkt - Wendung ins Gute oder in den Wahnsinn... (Draco Ff)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt