Viktoria's Pov.
Ich schritt weiter durch den Wald und suchte nach dem dunkle Lord.
Ich nahm an, dass er sich vermutlich in der Mitte des verbotenen Waldes aufhalten würde.
„Da ist jemand”, erklang ein rauses Flüstern ganz in der Nähe.
„Er hat einen Tarnumhang, Könnte das-?”, erklang eine weiteres tiefes Raunen.
Ich zückte meinen Zauberstab und zielte in die Richtung aus der die Stimmen kamen.
Zwei Gestalten traten hinter einem nahen Baum hervor.
Ihre Zauberstäbe flammten auf und ich erkannte Yaxley und Dolohow, welche mit ihren Stäben auf mich zielten.
„Oh, du bist es, Lestrange.”, meinte Dolohow ein wenig enttäuscht und ließ seinen Zauberstab sinken.
Ich trat auf sie zu und verstaute meinen ebenfalls unter meinem Umhang.
„Was tut ihr hier?”, fragte ich an die zwei Todesser gewandt und legte den Kopf schief.
„Wir waren gerade auf dem Weg zum dunklen Lord.”, meinte Yaxley kühl und musterte mich argwöhnisch.
„Da! Diese Geräusch. Da ist doch jemand!”, rief Dolohow auf und drehte sich hektisch nach dem Auslöser suchend im Kreis.
Mit seinen Zauberstab zielte er in die Dunkelheit, jedoch war niemand zu sehen.
„Pack den Stab weg, Dolohow!”, wies ich ihn an und drehte mich zu Yaxley um.
„Aber ich hab eindeutig was gehört!”, sagte der Todesser von sich überzeugt.
„Wahrscheinlich ’n Tier, komm runter.” sagte Yaxley etwa genervt an seinen Partner gewandt.
Ich verdrehte die Augen und setzte mich in Bewegung.
„Dieser Schwachkopf Hagrid hat eine ganze Horde von Viechern hier drin gehalten.”, sagte ich provokant und blickte kurz über meine Schulter.
Ich wusste, dass es Dolohow nicht passte, wenn man sich gegen ihn stellte.
Er schüttelte leicht seinen Kopf und folgte dann Yaxley, welcher neben mich getreten war.
Ich sah hinunter auf meine Uhr.
„Die Zeit ist fast um. Potter hat eine Stunde gehabt.
Er kommt nicht!”
Ich schob den Ärmel wieder über mein Handgelenk und setzte meine Kapuze auf.
„Und er war sich sicher, dass er kommen würde. Das wird ihm gar nicht gefallen.”, meinte Yaxley und inspizierte jede Ecke des Waldes.
Dass er kaum etwas in dieser Dunkelheit sah, ließ er außen vor.
„Besser, wir gehn zurück,” sprach Dolohow hinter mir und holte auf,
„und hören was jetzt geplant ist.”
Yaxley wandte sich von der Dunkelheit ab und lief tiefer in den Wald hinein.
Ich folgte ihm, da er anscheinend genau wusste, wo sich der dunkle Lord befand.
Nach wenigen Minuten, sah ich ein Licht direkt vor mir und wir betraten eine Lichtung.
In mitten dieser brannte ein Feuer, dessen flackernder Schein auf eine dichte Menge vollkommen stummer, wachsamer Todesser fiel.
Manche von ihnen waren nach wie vor maskiert und hatten wie ich, noch ihre Kapuzen auf, andere zeigten ihre Gesichter.
Zwei Riesen saßen am Rand der Gruppe, klobig wie Felsen und warfen gewaltige Schatten über die Szenerie.
In mitten der Todesser erkannte ich, Fenir Greyback, der lauernd an seinen langen Nägeln kaute.
Der großgewachsene Todesser Rowle betupfte seine blutende Lippe.
Unter anderem sah ich Dracos Vater, Lucius Malfoy, welcher niedergeschlagen und verängstigt wirkte und Narzissa, die Augen voller Argwohn tief in ihren Höhlen.
Alle Blicke waren auf Voldemort gerichtet, der mit geneigtem Kopf dastand und seine weißen Hände über dem Elderstab vor sich gefaltet hatte.
Es war, als würde er stumm vor sich hin zählen.
Hinter dem Kopf des dunklen Lords schwebte, sich ringelnd und windend, die große Schlange Nagini in ihrem glitzernden magischen Käfig.
Sie sah aus wie ein ungeheuerlicher Glorienschein.
Als ich und die zwei anderen Todesser uns zu dem Kreis gesellten, blickte Voldemort auf.
„Keine Spur von ihm, Herr.”, sagte ich kühl und verschränkte die Hände hinter dem Rücken.
Der Gesichtsausdruck des dunklen Lords änderte sich nicht.
Die roten Augen schienen im Licht des Feuers zu glühen.
Langsam zog er den Elderstab zwischen seinen Fingern hervor.
„Herr...”, meine Mutter hatte gesprochen.
Sie saß Voldemort am nächsten, mit zerzaustem Haar, das Gesicht ein wenig blutig, doch ansonsten unversehrt.
Der dunkle Lord hob langsam seine Hand und gebot ihr Schweigen.
Sie sagte kein Wort mehr, sondern betrachtete ihn mit faszinierter Ehrerbietung.
Ich fragte mich, warum Voldemort ihr nicht schon früher schweigen geboten hatte.
Es war ungewohnt meine Mutter so still zu sehen.
„Ich dachte er würde kommen.”, sagte Voldemort mit seiner hohen, klaren Stimme, den Blick auf die lodernden Flammen gerichtet.
„Ich habe erwartet, dass er kommt.”
Niemand sprach. Die Todesser schienen alle Angst zu haben.
Ich atmete einmal tief durch.
„Ich hab mich, wie es scheint ... geirrt.”, meinte der dunkle Lord und faltete die Hände wieder ineinander.
„Hast du nicht!”, hörte ich die laute, kraftvolle Stimme des Auserwählten.
Mir wurde schlagartig anders.
Meine Herz hämmerte so stark gegen meine Rippen, dass mir die Luft weg blieb.
Ich wandte mich dem Jungen, der überlebt hat zu, welcher meinen Blick suchte.
Er schien sich sicher zu sein, als wäre es das einzig Richtige.
Die Riesen brüllten, als sich die Todesser gemeinsam erhoben.
Geschrei, Keuchen und sogar Gelächter war zu hören.
Voldemort stand vollkommen reglos da, doch seine roten Augen hatten den Auserwählten gefunden.
Er starrte ihn an, während Potter auf ihn zu ging, zwischen ihnen nichts als Feuer.
„HARRY! NEIN!”, gellte eine Stimme.
Potter drehte sich zu dem Wildhüter um, welcher gefesselt und zusammengeschnürt an einen Baum gebunden war.
Sein massiger Körper sträubte sich verzweifelt und schüttelte die Äste über ihm.
„NEIN! NEIN! HARRY, WAS WILLST’N-?, hallte seine raue Stimme über die Lichtung.
„RUHE!”, schrie Rowle und ein Schlenker seines Zauberstabs brachte Hagrid zum Schweigen.
Meine Mutter, welche aufgesprungen war, sah begierig und mit wogender Brust vom dunklen Lord zum Auserwählten.
Voldemort neigte seinen Kopf ein wenig zur Seite, betrachtete den Jungen, der vor ihm stand und ein seltsam freudloses Lächeln kräuselte den lippenlosen Mund.
„Harry Potter", sagte er ganz leise.
„Der Junge, der überlebt hat.”
Kein Todesser rührte sich.
Wir warteten.
Hagrid kämpfte und meine Mutter keuchte euphorisch.
Voldemort hatte seinen Zauberstab erhoben.
Sein Kopf war immer noch zur Seite geneigt.
„Avada Kedavra!”, schrie der dunkle Lord und ein grüner Lichtblitz kam aus seinem Stab geschossen.
Er traf den Auserwählten mitten in die Brust.
Potter kippte zur Seite und brach auf dem dreckigen Waldboden zusammen.
Er rührte sich nicht mehr.
Es war vorbei....
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Überraschender Wendepunkt - Wendung ins Gute oder in den Wahnsinn... (Draco Ff)
FanfictionViktoria Elizabeth Lestrange, ihr Leben lang wurde sie darauf hin erzogen die perfekte Todesserin zu sein. Das Gefühl der Liebe ist ihr fremd. Viktoria wird mit den unterschiedlichsten Aufgaben konfrontiert. Doch zu alldem kommt noch etwas viel Sc...
