44. Kapitel ~ Tod oder Askaban? - Da ziehe ich den Tod vor...

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Viktoria's Pov.

„Bereit?”, fragte ich den Eisprinzen und ging vor ihm in die Knie.
Mein schwarzes, bodenlanges Kleid fiel elegant und fließend zu Boden, während ich Draco musterte.
Er hatte sich auf der Kante seines Bettes niedergelassen und hielt den Kopf gesenkt.
Er blickte weiterhin starr zu Boden und bewegte sich kaum merklich.
Ich nahm seine Hand und umschloss sie mit meiner.
„Das ist das erste Todessertreffen, bei dem mein Vater wieder anwesend sein wird...”, hauchte der junge Malfoy in den stillen Raum.
„Und?”, fragte ich wenig einfallsreich oder mitfühlend.
Ich verstand nicht, worauf er hinaus wollte.
Er hob seinen Kopf und zog die Stirn kraus.
„Mein Vater hatte den dunklen Lord enttäuscht. Ich will mir gar nicht vorstellen, was heute bei dem Treffen passieren könnte.
Er ist immer noch mein Vater....”, gab er mit leicht zittriger Stimme von sich.
Er verstärkte den Griff unserer Hände und seufzte, während er seinen Blick hob und mich liebevoll musterte.
Ich konnte mir ein ehrliches Lächeln nicht verkneifen.
Er stand auf und hob mich an meinen Ellbogen auf.
Wenige Zentimeter vor mir blieb er stehen und blickte auf mich hinab.
Er legte seine Hände an meine Taille und kam mir langsam näher.
Kurz bevor unsere Lippen sich trafen hielt er inne und hauchte mit leiser Stimme.
„Du siehst wunderschön aus...”
Ich konnte seinen warmen Atem auf meiner Haut spüren und merkte wie sich eine Gänsehaut auf meinem ganzen Körper ausbreitete.
Mein Herzschlag wurde schneller und meine Atmung wurde hektischer. 
Durch ein dumpfes Klopfen an der dunklen Eichentür, brachten wir einen größeren Abstand zwischen uns und blickten erwartungsvoll Richtung Tür.
Als Narzissa plötzlich hinter der Tür erschien, konnte ich einen leichten Rosaton auf Dracos Wangen erkennen.
„Das Treffen findet in wenigen Minuten statt.“ sprach diese, ließ die Tür jedoch offen stehen.
Ich hörte wie sie die Treppe wieder hinab ging und drehte mich zum Eisprinzen um.
Ein schiefes Grinsen hatte sich auf seinen Gesichtszügen gebildet.
„Wollen wir runter gehen?”, fragte mich eben genannter und deutete Richtung Tür.
Ich nickte und setzte mich in Bewegung.
Draco hielt mir seinen Arm hin, in welchen ich mich kurzerhand einhakte.
Mit langsamen Schritten betraten wir den Saal, indem die Treffen immer stattfanden und setzten uns auf unsere Plätze.
Ich saß zur rechten meiner Mutter, welche direkt neben dem dunklen Lord Platz genommen hatte, welcher jedoch noch nicht anwesend war.
Neben mir saß Draco, welcher immer noch meine Hand unter dem Tisch hielt und Kreise auf meinem Handrücken malte.
Neben Draco hatten sich seine Eltern niedergelassen.
Der Rest der Plätze war von Todessern besetzt, die ich nur von den Treffen her kannte.
Ich ließ meinen Blick im Raum umher schweifen und erkannte, dass ein Platz noch leer war.
Jedoch widmete ich dieser Erkenntnis wenig Aufmerksamkeit und betrachtete weiter jeden Todesser, welcher auf der langen Tafel Platz genommen hatte.
Jeder von ihnen hatte eine emotionslose Miene aufgesetzt.
Sie alle hatten Ähnlichkeit mit Toten.
Mit ihren eingefallenen, blassen Gesichtern, schienen sie mehr tot, als lebendig.
Doch als der dunkle Lord in seiner angsteinflößenden Gestalt den Raum betrat, wandte ich mich von seinen Anhängern ab und widmete meine Aufmerksamkeit voll und ganz meinem Herr.
Als er mit Nagini an den langen Tisch trat, verstummte selbst das kleinste Geflüster und alle schauten auf ihre Hände oder hatten den Blick auf den Tisch gesenkt.
Er setzte sich an das Kopfende der langen Tafel und mit einer Handbewegung zu Wurmschwanz, zückte dieser seinen Zauberstab und ließ Draco's und meine alte Lehrerin in Muggelkunde gefesselt über die Mitte des Tisches schweben.
Ich kannte sie nur vom Sehen, da ich an ihrem Unterricht nie teilgenommen hatte.
Wie viele andere Todesser, fing auch ich an zu schmunzeln.
Der dunkle lord sah sich um und bemerkte den leeren Platz zu seiner Linken, genau gegenüber meiner Mutter.
An welchem eigentlich Severus Snape sitzen sollte.
Ich wusste, wenn er nicht bald erscheinen würde, könnte man für nichts garantieren.
Ich sah mich vorsichtig um und erkannte, dass alle Anwesenden immer noch ihre Köpfe gesenkt hielten.
Im Speisesaal war es still.
Keiner wagte es auch nur einen Mucks von sich zu geben.
Niemand hatte die Absicht den dunklen Lord zu stören.
Augenscheinlich schien dieser auf Snape zu warten, denn er sagte kein Wort und blickte nur stumm in die Flammen des Kamins, der sich am Ende des langen Tisches befand.
Im Moment hatte ich noch keine Ahnung, wozu der dunkle Lord dieses Treffen einberufen hatte, da sich aktuell nichts Besonderes in der Zauberwelt tat.
Natürlich gab es immer noch ständig Schlagzeilen im Tagespropheten, über Muggelmorde.
Auch die Zahlen der Morde an Zauberern und Hexen stieg dramatisch und jeder in der magischen Welt wusste, was vor sich ging.
Nur die Muggel blieben ahnungslos.
Ich erinnerte mich an die vielen Schlagzeilen, die durch mein Handeln im Tagespropheten erschienen.
"Familie grausam ermordet"
"Muggeldorf ausgelöscht"
"Historikerin und Autorin Bathilda Bagshot tot aufgefunden.."
Das waren nur einige der dutzenden Überschriften.
Jedes mal, als ich den Tagespropheten las, und erkannte, dass man meine grausamen Taten in der Zeitung verbreitete, warf ich jenen weg und konnte es nicht über mich bringen, den Artikel zu lesen und alles noch einmal erleben zu müssen.
Ich malte mir oft meine Zukunft aus.
Jedoch endete sie jedesmal mit dem Tod oder Askaban.
Wobei mir der Tod in dem Moment befriedigender erschien.
Das Schlimmste wäre es, in Askaban zu verrotten und zu verenden.
Da zog ich den Tod vor.
„Severus”, sprach der dunkle Lord mit kalter Stimme und alle Blicke richteten sich auf die eben genannte Person.
Auch ich wurde aus meinen Gedanken gerissen und blickte auf den ehemaligen Zaubertrank Professor, welcher soeben in den Flammen des Kamins erschienen war.
„Ich hatte schon die Befürchtung, du hättest dich verirrt. Komm wir haben dir einen Platz freigehalten.”
Snape trat aus dem Kamin und setzte sich langsam in Bewegung.
Sein langer Umhang schliff auf dem Boden, während er um den Tisch schritt und sich neben dem dunklen Lord niederließ.
„Ich nehme an du hast Neuigkeiten.”, sprach der dunkle Lord mit zischender Stimme und sah Snape erwartungsvoll entgegen, während sich ein schelmisches Grinsen in seinem schlangenähnlichem Gesicht gebildet hatte...

Überraschender Wendepunkt - Wendung ins Gute oder in den Wahnsinn... (Draco Ff)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt