52. Kapitel ~ Hoffnung in dieser hoffnungslosen Welt...

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Viktoria's Pov.

Als Todesser...
Als Diener des dunklen Lords hatte man immer etwas zu tun.
Immer wurde man auf Missionen geschickt.
Immer hatte man Aufgaben zu erledigen.
Doch so verging die Zeit immerhin wie im Flug.
Lieber riskierte ich draußen in der magischen Welt mein Leben, anstatt untätig im Malfoy Manor rum zu sitzen.
Ich hasste das Anwesen der Malfoys.
Immer fühlte man sich beobachtet.
Immer hatte man das Gefühl, dass nichts unbemerkt blieb.
Meine Zeit verbrachte ich selten im Manor.
Meistens war ich mit den anderen Anhängern unterwegs.
Drang ins Ministerium ein und beteiligte mich an der Suche nach dem Auserwählten.
Ich konnte nicht genau sagen, warum ich Potter damals laufen ließ und ihn nicht verraten hatten.
Ich wusste es nicht.
Hatte keine Ahnung, warum ich dies tat.
Doch in dem Moment fühlte es sich richtig an.
Ich konnte ihn nicht verraten.
Auch wenn ich damit mein Leben aufs Spiel gesetzt hatte, würde ich es wieder tun.
Eins konnte ich mit Sicherheit behaupten.
Wenn der dunkle Lord, Potter töten würde, dann hätte nichts ein Ende...
Dann würde die Schreckensherrschaft erst richtig beginnen.
Mit Potters Tod, würden man andere Dinge ins rollen bringen.
Andere Dinge, die man sich in seinen schlimmsten Alpträumen nicht vorzustellen vermag.
Mit jedem weiteren Tag, stieg die Macht des dunklen Lords.
Mit jedem weiteren Anhänger, egal ob freiwillig oder durch den Imperiusfluch gezwungen, stieg seine Kraft.
Voldemort wurde immer mehr bewusst, dass er unbesiegbar war.
Niemand konnte ihm etwas anhaben.
Ich glaubte nicht wirklich daran, dass Potter im Stande dazu war, die Herrschaft von Lord Voldemort zu beenden.
Ich konnte mir nicht vorstellen, dass der Auserwählte in der Lage war, den dunklen Lord ein für alle mal zu vernichten.
Doch vielen brachte genau dies Hoffnung.
Hoffnung in dieser hoffnungslosen Welt...

Mein Todesserumhang schliff auf dem dreckigen Boden und die metallene Maske nahm mir einen Teil meiner Sicht.
Der warme Wind ließ den Stoff des Umhanges flattern.
Ich verstärkte den Griff um meinen Zauberstab und schritt die Gleise entlang.
Es würde nicht mehr allzu lange dauern, bis der Hogwarts Express hier lang kommen würde.
Meine Schuhe wirbelten den trockenen Untergrund auf, während ich die anderen Todesser musterte.
Durch meine Verschwandschaft, mit Bellatrix Lestrange, meiner Mutter, begegnete jeder einzelne Anhänger des dunklen Lords mir mit Respekt und teilweise mit Ehrfurcht.
Jeder Todesser wusste, wie sehr Voldemort meine Mutter schätzte.
Auch durch meine Missionen und Aufträge, wurde ich mehr und mehr geschätzt in den Reihen der Todesser.
Als ich meinen Blick hob und den Gleisen folgte, konnte ich klein am Horizont die rote Dampflok, welche mit rasender Geschwindigkeit auf den Gleisen schepperte, ausmachen und nahm mit einem hochgewachsenen Anhänger Voldemorts Blickkontakt auf.
Ich deutete ihm den Zug aufzuhalten und ließ ihn nicht aus den Augen.
Er nickte kurz und begab sich mit langsamen Schritten auf die Gleise.
Mitten auf ihnen kam er zum Stehen und wartete bis der Hogwarts Express näher kam.
Als der Zugführer die schwarzen, vermummten Gestalten neben und auf den Gleisen ausmachen konnte, erklang ein ohrenbetäubendes Quietschen, als er die Bremsen betätigte.
Der Todesser auf den Gleisen hatte sich kein Stück bewegt, als die rote Dampflok wenige Zentimeter vor ihm zum Stehen kam.
Ich nahm einen kräftigen Atemzug und setzte mich in Bewegung.
Mit bedrohlichen Schritten ging ich gefolgt von den anderen Anhängern auf den Hogwarts Express zu und kam vor der Tür, welche ins Innere des Zuges führte zum Stehen.
Ich musterte den Fahrer der Dampflok mit zu Schlitzen verengte Augen und wartete bis sich die Tür vor meiner Nase öffnete.
Er erhob sich zitternd von seinem Platz und begab sich mit hektischen Schritten zur Tür, vor welcher wir warteten.
Als ich den Fahrer hinter dem Glas ausmachen konnte, klopfte ich mit der Spitze meines Zauberstabes gegen jenes und wartete bis er in der Lage war die Tür von Innen zu öffnen.
Mit einem lauten Poltern öffnete sich die Wagontür des Zuges.
Ich betrat den Hogwarts Express mit langsamen Schritten und blieb wenige Zentimeter von dem Fahrer entfernt stehen.
„Nächtes Mal, lassen sie uns nicht solange warten!”, zischte ich bedrohlich und wandte mich von ihm ab.
Ich ließ meinen Blick über die Schüler schweifen, welche sich in diesem Abteil befanden und erkannte, dass es sich um Erstklässler handelte, da jeder von ihnen eine einfärbie Krawatte um den Hals gebunden hatte.
Einige von ihnen rückten näher ans Fenster, als wir an ihnen vorbei schritten.
Andere fanden den alten, schmierigen Teppich auf dem Boden äußerst interessant und die restlichen Elfjährigen wiederum konnten den Blick nicht von uns abwenden.
Ich schritt an den Abteilen vorbei und betrat den nächsten Wagon.
Wieder wurden wir nicht fündig.
Ich hatte damit gerechnet, dass Potter nicht so dumm sein würde und im Hogwarts Express nach Hogwarts fahren würde.
Ich wandte meinen Blick von den Hufflepuffs ab und betrat das Slytherin Abteil.
Unbewusst hatte ich meine Maske zurechtgerückt und die schwarze Kapuze des Todesserumhanges über meinen Kopf geschoben, sodass meine Haare nicht mehr sichtbar waren.
Ich wusste, wer sich in diesem Wagon aufhalten würde.
Ich würde Blaise nun wiedersehen und auch meine ehemaligen Klassenkameraden würden sich in diesem Abteil befinden.
Wenn mich Parkinson oder sonst wer erkannt hätte, wäre es mir egal gewesen.
Doch, dass Blaise es erfährt wollte ich so gut es geht vermeiden.
Ich vertärkte den Griff um meinen Zauberstab und ging zwischen den Tischen und Bänken entlang.
Ich erkannte einige wieder.
Auch Blaise und Parkinson konnte ich in einer Ecke des Wagons ausmachen.
Einige der Slytherins begegneten uns mit Desinteresse, andere musterte uns kritisch.
Auch Blaise Zabini folgte jeder meiner Bewegungen mit seinem Blick und ich konnte Abscheu aus seinem Gesicht ablesen.
Ich wandte mich von meinem ehemals besten Freund ab und verließ mit zitternden Händen das Slytherinabteil.
Ich legte die Kapuze wieder ab und strich mir durchs Haar.
Vor mir lag nun der letzte Zugwagon, in welchem sich die Gryffindors befinden mussten.
Ich öffnete die Tür, welche mir den Weg versperrte und betrat das Abteil der Gryffindors.
Von allen Seiten wurde gemurmelt.
Einige schienen mich erkannt zu haben und nannten meinen Namen. Und das nicht nur einmal.
Es war mir klar, dass dies passieren würde.
Das war auch Voldemorts Absicht.
Ich ging bis zum Ende des Zuges, wo ich Longbottom und Ginny Weasley ausmachen konnte.
„Verschwindet wieder, Harry ist nicht hier!”, fauchte der Gryffindor und erhob sich von seinem Sitz.
Ich beachtete ihn nicht und erhob meine Stimme.
„Er ist nicht hier, lasst uns verschwinden.”, sagte ich an die anderen Todesser gewandt und machte auf den Absatz kehrt.
Mit zügigen Schritten, lief ich bis ans andere Ende des Zuges und verließ die rote Dampflok.
Als ich wieder vor den Gleisen stand, wartete ich bis der letzte Anhänger Voldemorts aus dem Zug gestiegen war und beäugte den Fahrer noch eines kritischen Blickes, bevor sich der Hogwarts Express wieder in Bewegung setzte und die Fahrt erneut aufnahm.
Ich verfolgte die Dampflok mit meinen Augen, bis sie um meine Kurve bog und somit außer Sicht war.
Ich drehte den Gleisen den Rücken zu, wandte mich an die anderen Todesser und nickte knapp.
Ich fragte mich, wo der Auserwählte wohl steckte, drehte mich auf der Stelle und apparierte zurück ins Anwesen der Malfoys.

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