Viktoria's Pov.
„Warum hast du mich angelogen?”, fragte mich der Eisprinz mit eiskalter Stimme, verschränkte die Arme und drehte mir den Rücken zu, während er aus dem Fenster sah.
„Ich hab dich nicht angelogen...”, versuchte ich mich aus der Situation zu retten, obwohl ich wusste, dass es dafür bereits zu spät war.
„Doch hast du! Was denn sonst?”, hakte der Eisprinz nach, würdigte mich jedoch keines Blickes und starrte weiter aus dem großen Fenster, welches sein Zimmer dominierte.
„Ich hab dir nur nicht alles gesagt...”,
„Aber unser Versprechen hast du mehr als einmal gebrochen!!!
Das nehme ich jedenfalls an.”, unterbrach er mich und funkelte mich aus zu Schlitzen zusammengekniffenen Augen an.
Er hatte Recht.
Ich hatte das Versprechen mehr als ein dutzend Mal gebrochen und es ihm nicht erzählt.
Ich wollte nicht, dass er es erfährt.
Ich dachte, eine Lüge würde die Wahrheit vielleicht eines Tages überdecken.
Doch hatte ich mich geirrt und es nur noch schlimmer gemacht.
Er hatte es im ungünstigsten Moment, den es gibt erfahren.
An dem Tag, an dem er eh schon total am Ende war.
Ich war ein schrecklicher Mensch.
Und ich erkannte immer mehr Ähnlichkeiten mit meiner Mutter.
Ich wollte nie sein wie sie und doch hatte es mich eingeholt.
Ich schwor es mir Jahre zuvor und auch dieses Versprechen konnte ich nicht halten.
Ich hatte jeden enttäuscht.
Ich spürte einen unendlich tiefen Hass in mir.
Auf meine Mutter, den dunklen Lord und am allermeisten auf Fenir Greyback, der mich erst in diese jetztige Lage gebracht hat.
„Wie viele..?”, hörte ich die leise Stimme des jungen Malfoy und hob meinen Kopf, welchen ich vorhin auf den Boden gesenkt hatte.
Als ich Draco's Blick suchte, erkannte ich, dass er sich wieder von mir abgewendet hatte und weiter auf die dunklen Straßen starrte.
Ich wiederholte seine Frage immer wieder in meinem Kopf und überlegte intensiv, ob ich ihm die Zahl der Opfer nennen sollte.
Ich verlagerte mein Gewicht von einem Bein aufs andere und rang mit mir.
Ich wollte es ihm nicht erzählen.
Andererseits hatte er das Recht dazu es zu erfahren.
Das war ich ihm schuldig...
Ich schloss die Augen und nahm einen tiefen Atemzug, bevor ich eine Zahl nannte, welche die Situation nicht unbedingt leichter machte.
„34..”, stieß ich gequält aus und öffnete langsam meine Augen.
Ich wartete auf eine Reaktion seinerseits, doch keine kam.
Ich machte einen Schritt auf ihn zu, sodass die Dielen unter meinen Füßen auf ächzten und mich somit innehalten ließen.
Ich knetete meine Finger und blickte überall hin, nur nicht zu Draco.
„Raus hier...”, vernahm ich die kaum hörbare Stimme und riss geschockt die Augen auf.
„Was?”, fragte ich ungläubig und war kurz davor den Boden unter den Füßen zu verlieren.
„ICH HAB GESAGT, RAUS HIER!”, wiederholte sich Draco mit Nachdruck und hatte die Ruhe in seiner Stimme komplett verloren.
Ich schluckte schwer und senkte meinen Blick.
„Okay...”, brachte ich letztendlich über meine Lippen, bevor ich mit einem letzten Blick auf den Eisprinzen, sein Zimmer verließ.
Mit einer Hand schloss ich die Tür hinter mir und hielt für einen Moment inne.
Ein beklemmendes Gefühl hatte sich in meiner Brust gebildet und es fühlte sich an, wie kleine Messerstiche, welche in kurzen Abständen in meinen Brustkorb gestochen wurden.
Meine Atmung wurde schneller und ich hatte das Gefühl zu hyperventilieren.
Meine Hände wurden schwitzig und ich hatte das Gefühl gleich die Beherrschung zu verlieren.
In meinen Augen bildeten sich kleine Tränen, welche ich versuchte zu unterdrücken.
Doch die Tränen der Trauer, wurden zu Tränen der Wut.
Ich wischte sie mit meinem Handrücken weg und setzte mich in Bewegung.
Ich griff in meinen Stiefel und packte meinen Zauberstab.
Ich wollte ihn nicht verwenden, doch sicher war ich mir nicht.
Mit schnellen Schritten lief ich die Treppe zur Eingangshalle hinab und suchte diese ab.
Als ich nicht das fand, was ich suchte, ging ich weiter und lief alle Räume ab.
Vor dem Wohnzimmer der Familie Malfoy blieb ich stehen und konnte Fenir Greyback ausmachen, welcher sich immer noch im Malfoy Manor befand.
Ich fand was ich suchte...
„Greyback!“ brüllte ich in den Raum und hatte somit seine Aufmerksamkeit.
Er drehte seinen Oberkörper in meine Richtung und ließ seine Arme neben seinem Körper baumeln.
Ich verstärkte den Griff um meinen Zauberstab und ging mit langsamen Schritten auf den Werwolf zu.
Etwa zwei Meter vor ihm blieb ich stehen und konnte den Geruch nach Verwesung und Tod ausmachen, welcher von ihm ausging.
„Warum hast du Draco etwas von meinen Aufträgen erzählt?!”, erhob ich meine Stimme und funkelte ihn bedrohlich an.
Ein schelmisches Grinsen bildete sich auf seinem Gesicht, während er einen Schritt auf mich zu machte.
„Weil es etwas ist, worauf du stolz sein kannst.
Der Malfoy Sprössling würde nie den Mumm haben, das zu tun, was du gemeistert hast.
Er ist nicht so wie du.
Und deswegen musste er es erfahren, damit er versteht wie schwach er ist.”, gab er in knurrenden Lauten von sich und leckte sich über die Zähne.
Ich lockerte den Griff meiner Hand und hob meinen Blick.
„Das.Gibt.Dir.Trotzdem.Kein.Recht.Dich.In.Fremde.Angelegenheiten.Einzumischen!”, sprach ich bedrohlich und betonte jedes einzelne Wort.
Er presste seine Lippen aufeinander und blieb still.
„Halt dich aus meinem Leben raus!!!”, befahl ich ihm und machte auf dem Absatz kehrt.
Mit zügigen Schritten erklomm ich die weiße Marmor Treppe, welche in den ersten Stock führte und ging den langen Gang entlang, bis ich vor einer schwarzen Tür zum Stehen kam.
Mit einem kräftigen Ruck, stieß ich die Tür, welche in mein Zimmer führte auf und schlug sie, nachdem ich den Raum betreten hatte, mit einem lauten Knall wieder zu.
Ich ließ mich an der Wand hinunter und zog meine Knie an mich.
Meine ganzer Körper zitterte und ein kalter Schauer hatte sich über meinem Rücken ausgebreitet.
Ich wusste nicht, wie ich mit der jetzigen Situation weiter umgehen sollte.
Ich war am Ende...
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Überraschender Wendepunkt - Wendung ins Gute oder in den Wahnsinn... (Draco Ff)
FanfictionViktoria Elizabeth Lestrange, ihr Leben lang wurde sie darauf hin erzogen die perfekte Todesserin zu sein. Das Gefühl der Liebe ist ihr fremd. Viktoria wird mit den unterschiedlichsten Aufgaben konfrontiert. Doch zu alldem kommt noch etwas viel Sc...
