22. Kapitel ~ Es zerbricht dich ganz langsam und schleifend...

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Viktoria's Pov.

Die Weihnachtsferien vergingen wie im Flug, gestern kamen wieder alle Schüler die nach Hause fuhren.
Draco und ich waren die einzigen Schüler aus dem Haus Slytherin, welche da geblieben waren.
Auf Weihnachten hatten Draco und ich eigentlich wenig Lust.
Wir wussten, dass uns wie jedes Jahr keine Geschenke von unseren Eltern zugeschickt werden würden.
Und so war es auch, als wir früh morgens den Gemeinschaftsraum betraten, in dem der Weihnachtsbaum wie jedes Jahr neben dem Kamin stand, sahen wir wie immer keine Geschenke unter dem Baum liegen.
Viele würden es traurig finden, doch da wir es nicht wirklich anders kannten, hätte es uns mehr überrascht dieses Jahr welche unter dem geschmückten Baum zu finden.
Meine Eltern hatten sowas noch nie interessiert, egal ob sie fast mein ganzes Leben in Askaban verbracht hatten, denn auch die Malfoy's hatten sich nie Gedanken über Weihnachten oder Geburtstage gemacht.
Meine Eltern ebenso wenig, als sie ausbrachen und ins Manor zogen.
Doch als Draco und ich uns auf das Sofa setzten, den Baum anstarrten, um zumindest etwas weihnachtliches zu fühlen tippte er mich plötzlich an der Schulter an.
Ich drehte mich zum ihm um und sah, dass er mir ein kleines Päckchen entgegenhielt, ich musste lächeln, da ich wusste, dass Draco mir etwas schenken würde, weshalb ich ihm ebenfalls etwas gekauft hatte.
Ich griff in die Tasche meines Umhangs und nahm ebenfalls ein kleines in grünes Geschenkspapier verpacktes Päckchen aus der Tasche und hielt es ihm entgegen.
Auf seinem Gesicht bildete sich ein liebevolles Lächeln.
„Mach schon auf“, drängte mich der Eisprinz und zappelte dabei wie ein kleines Kind.
Ich musste lachen, da sein Anblick wirklich sehr amüsant war und nahm vorsichtig das kleine Geschenk in die Hand, entwickelte es vorsichtig und öffnete den Deckel.
Was ich sah verschlug mir die Sprache, in dem Päckchen lag eine schöne schwarz-grüne Kette.
Ich nahm sie vorsichtig aus der Verpackung.
„Machst du mir sie um.“, bat ich Draco, welcher dies tat und dabei immer noch liebevoll lächelte.
„Steht dir echt gut“, Draco sah mir tief in die Augen und küsste mich.
„Sie ist wunderschön“, sagte ich in den Kuss hinein und lächelte.
Als wir uns lösten, hielt ich ihm mein Geschenk vor die Augen.
Als er es öffnete, heraus nahm und sich ums Handgelenk machte, umarmte er mich.
„Danke“, sagte er und hielt mich immer noch im Arm.
„Das Armband soll dich beschützen, es soll dir helfen schwere Entscheidungen zu treffen und dir dabei Glück bringen. Es ist ein alter Talisman, ihm wurden wahre Kräfte zugewiesen.“, erzählte ich, was mir der Verkäufer vor ein paar Tagen zuvor erklärt hatte.
„Ich Liebe dich“, flüsterte Draco in mein rechtes Ohr, wobei ich eine Gänsehaut bekam.
„Ich dich auch“, gab ich zurück, zog ihn zu mir runter und küsste ihn.
Das beste Weihnachten das wir bis jetzt hatten, doch alle schönen Momente vergehen irgendwann, so auch dieser.

Wie schon gesagt kamen gestern alle Schüler wieder nach Hogwarts und das Schloss welches die ganzen Ferien über still und ruhig war, wurde wieder von dutzenden Stimmen gefüllt.
Es war Montag früh und alle saßen beim Frühstück. Es war ein ohrenbetäubnder Lärm, alle erzählten ihren Freunden höchst enthusiastisch, wie ihre Ferien waren, was sie gemacht hatten, was für Geschenke sie bekamen oder wie sehr sie sich wieder auf Hogwarts gefreut hatten.
Nur die Slytherins blieben still und zivilisiert.
Wir Slytherins sind ein sehr stolzes Haus, nie würden wir uns auf das Niveau der anderen Häuser begeben.
Doch auch wir Slytherins erzählten uns immer gegenseitig wie die Ferien waren, nur taten wir dies nicht offenkundig in der großen Halle, sondern im Gemeinschaftsraum.
Es ist kein Geheimnis, dass viele Slytherin Schüler aus Todesserfamilien stammen und ihre Ferien somit nicht immer besonders erfreulich sind, wie die der Hufflepuffs, Ravenclaws oder Gryffindors.
Das Haus Slytherin wird oft als kaltherzig bezeichnet.
Es stimmt nicht ganz, naja den anderen gegenüber ist es wirklich so, doch deswegen halten wir alle umso mehr zusammen, da wir von den anderen Häusern keine Hilfe oder kein Verständnis erwarten können.
Es kam leider schon oft vor, dass ein Slytherinschüler oder eine Slytherinschülerin mit blauen Flecken oder Knochenbrüchen zurück nach Hogwarts kam.
Auch ich, doch dieses Thema belassen wir dabei.
Wir alle haben es nicht einfach.
Erst die Familien, die einen schlagen oder foltern, wenn man ihren Ansprüchen nicht gerecht wird.
Und dann auch Hogwarts wo man von den anderen Schülern abschätzig behandelt wird.
Uns wurde nie etwas einfach so vor die Nase geworfen.
Wir mussten uns alles selbst erarbeiten.
Klar haben viele von den Eltern, viel Geld, große Villen oder andere teure Habseligkeiten.
Doch Geld ist nicht alles.
Was bringt es dir, wenn du von deinen Eltern nur gefoltert, geschlagen oder schlecht behandelt wirst.
Es bringt dir gar nichts.
Es zerstört dich, innerlich.
Es zerbricht dich ganz langsam und schleifend, im Laufe deines Lebens...

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Sanft fiel der junge Schnee auf die Hogwarts Schule für Zauberei und Hexerei nieder. Eisiger Wind umschmeichelte das alte Gemäuer, während wir Schüler im Inneren saßen und mehr oder weniger gespannt dem Unterricht lauschten.
Professor Slughorn erklärte mit freudig bebender Stimme, wie ein Trank zubereitet werden musste der dafür sorgte, dass man seine Erinnerungen an die letzten 24 Stunden verlor.
Gelangweilt rührte ich in der blauen Suppe, die sich in dem Kessel vor mir befand.
Den Trank konnte ich schon vor Jahren zubereiten.
Als Snape noch Zaubertranklehrer war, wurden wir immerhin etwas gefordert, doch der Unterricht von Slughorn ist einfach nur langweilig.
Merlin sei Dank verlief der Unterricht schnell und war mit dem Klingeln beendet.
Doch wir mussten uns direkt auf zum nächsten Klassenraum machen, da wir jetzt Verteidigung gegen die dunklen Künste, bei Professor Snape hatten.
Sein Klassenraum war düster eingerichtet und zerstückelte Opfer, die von Flüchen getroffen worden waren, hingen als Bilder an der Wand.
Gerade als die Schüler es sich auf ihren Stühlen bequem gemacht hatten, flog die Tür mit einem lauten Krachen auf. Manche Schüler zuckten erschrocken zusammen als Severus Snape den Raum betrat.
Der Schwarzhaarige Mann mit den stechenden Augen hielt sich nicht lange mit irgendwelchen Unwichtigkeiten auf sondern knurrte:
„Schlagt sofort eure Bücher auf Seite 194 auf!!“
Hastig blätterten die Schüler in ihren Büchern herum als ihr Lehrer zischte
„Ich denke jeder hat seine Hausaufgaben gemacht.“ Professor Snape konnte sich fast sicher sein, denn niemand wagte es in seinem Unterricht Hausaufgaben zu vergessen, es sei denn er war lebensmüde.
„Was höre ich da Potter?“, Snape stand plötzlich vor ihm und blickte mit einem fiesen Grinsen auf ihn herab, „Hausaufgaben nicht gemacht?“
Weasley schaute verstört zwischen seinem Freund und seinem Lehrer hin und her.
Ich drehte mich zu Draco, welcher neben mir saß und grinste ihn  schadenfroh an.
Auch er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und hätte am liebsten Potter eine Beleidigung an den Kopf geworfen, wenn Snape nicht hier gewesen wäre.
„Ich würde sagen zehn Punkte Abzug für Gryffindor und Mr. Potter wird sich am Samstagnachmittag zum Nachsitzen in meinem Büro melden.“
Giftig starrte Potter ihn an: „Mit Vergnügen.“, grummelte er ironisch.
Jetzt war es um uns geschehen, Draco und ich konnte uns nicht mehr halten und fingen an schadenfroh zu lachen, weshalb wir auch einen tödlichen Blick vom goldenen Trio ernteten.
In der restlichen Stunde, machten wir nicht besonders viel, außer ein paar Seiten vom Buch abzuschreiben und verließen dann anschließen den Klassenraum.

Der restliche Tag verging ebenso ereignislos und deshalb machten Draco und ich uns auf auf den Weg zum Raum der Wünsche.
Als ich drei Mal an der Wand entlang ging, erschien die große schwere Holztür und wir traten ein.
Der Raum war wie immer voll gestellt mit altem Schrott.
Wir bahnten uns einen Weg durch das Gerümpel, bis wir vor einem großen Kasten, überdeckt mit einem Laken zum stehen kamen.
Ich trat vor, griff den Stoff des grauen Lakens und zog es ruckartig vom Verschwindekabinett.
„Okay dann mal los“, sagte ich und krempelte meine Ärmel hoch.
Wir taten unser Bestes, versuchten alle Zaubersprüche, die wir bereits verwendet hatten erneut und ließen uns irgendwann total fertig in eines der Sofas fallen, welches wir neben das Verschwindekabinett geschoben hatten.
„Bist du bereit es auszuprobieren?“, fragte mich Draco kreidebleich.
„Bereit nicht, aber lass es uns hinter uns bringen.“, antwortete ich ihm und stand auf.
Wir stellten uns Hand in Hand vor das Verschwindekabinett, öffneten dessen Tür, legten einen Apfel hinein und schlossen diese wieder.
Ich löste mich von Draco, holte einmal tief Luft, nahm meinen Zaubertsab und trat einen Schritt vor.
„Harmonia Nectere Passus“, sprach ich mit fester Stimme und öffnete anschließend wieder die Tür, der Apfel war verschwunden.
Ich atmete erleichtert aus, es funktionierte - vorerst.
Ich wartete noch ein paar Minuten und sprach wieder: „Harmonia Nectere Passus“.
Mit zitternder Hand öffnete ich wieder die Tür des Verschwindekabinetts und schloss erleichtert die Augen.
Der Apfel war wieder da, nur diesmal mit einem Bissabdruck.
„Das war bestimmt deine Mutter“, stellte Draco fest und trat neben mich.
Ich umarmte den Eisprinz.
„Es funktioniert Viktoria.“, sagte dieser.
„Jetzt muss es nur noch mit Menschen funktionieren“.....

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