Kapitel 38 - Abschiedsfeier

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„Ich konnte das nicht ablehnen, Fal."

„Es ist eine Selbstmordaktion, verdammt!" Falrey versuchte leise zu sein, um Emila oben nicht zu wecken, aber er war sich nicht sicher, wie gut es ihm gelang.

Sie sassen am Küchentisch, eine brennende Öllampe zwischen sich, die Fensterläden zugezogen, um Licht und Geräusche drinnen zu halten. Respektive, Falrey stand, seit er aufgesprungen war.

„Nicht, wenn ich es gut vorbereite", entgegnete Jaz.

„Und wie lange hast du dafür Zeit? Sechs Tage? Jaz, verdammt." Falrey ging zwei Schritte auf und ab. „Er will dich loswerden damit. Hat dir Honig ums Maul geschmiert, damit du darauf eingehst. Um dich aus dem Weg zu räumen, ohne dass er seine Leute dafür riskieren muss. Siehst du das nicht?"

Jaz Gesicht war eine gefühllose Maske. „Und was hätte ich tun sollen? Ablehnen? Sagen, dass ich mir das nicht zutraue? Ich habe einen Ruf zu verlieren, Fal."

Falrey fuhr herum. „Du hast ein Leben zu verlieren, verdammt nochmal! Ist das nicht wichtiger?" Er blickte zwei Atemzüge lang in Jaz schwarze Augen. „Ach, gib mir einfach keine Antwort darauf. Ich wills gar nicht hören!"

Er wandte sich wieder ab, fuhr sich mit den Händen übers Gesicht.

Nach einigen Atemzügen sagte Jaz: „Fal, reg dich ab."

„Wie soll ich mich..."

„Reg dich ab! Oder sei zumindest leiser, sonst weckst du Ela!", zischte Jaz.

Falrey hätte ihn am liebsten geschlagen. Er ballte die Fäuste, biss die Zähne zusammen, aber er war still.

„Für wie blöd hältst du mich eigentlich?", fragte Jaz. Er klang wirklich genervt. „Mir ist auch klar, dass mir ein Spieler nicht sagt, dass ich gut bin, ohne etwas damit bezwecken zu wollen. Ich hätte nicht eingewilligt, wäre es ein unmöglicher Auftrag gewesen."

„Ahja? Und was hättest du dann gesagt, um deinen Ruf zu wahren?", fragte Falrey sarkastisch.

„Dass es idiotisch ist und er mir einen richtigen Auftrag geben soll", erwiderte Jaz. „Aber es ist nicht unmöglich. Der Job, für den mich Laflabem damals mit Kreon mitschicken wollte, war ähnlich. Wenn ich als so gut wie Kreon gelten will, muss ich auch seine Aufträge erledigen können."

„Aber Kreon hätte dich als Unterstützung gehabt. Du bist alleine."

„Umairat zahlt mir genug für den Job, dass ich jemanden zusätzlich dafür anheuern könnte. Und er hat es mir nicht verboten. Er stellt mir nur niemanden."

Falrey atmete tief durch. Warum sagst du das nicht gleich, Idiot. „Wen planst du mitzunehmen?", fragte er ruhiger. Kannte Jaz überhaupt wirklich andere Jäger, die nicht irgendeinem Spieler gehörten?

Jaz erwiderte seinen Blick. „Dich."

„Was?" Falrey glaubte einen Moment lang sich verhört zu haben.

„Tu nicht so", schnaubte Jaz. „Du hättest doch eh drauf bestanden mitzukommen. Also kann ich dich auch einplanen."

Falrey begriff, dass er es ernst meinte. „Jaz. Ich bin kein Ersatz für einen wirklichen Jäger."

Jaz rieb sich mit dem Daumen über die Stirn. Er schwieg einen Moment lang, dann sagte er: „Vielleicht nicht. Aber dir kann ich vertrauen." Er richtete seinen Blick auf die Tischplatte. „Angenommen, Umairat will mich wirklich loswerden mit der Aktion. Wenn ich dann irgendwen da draussen anheuere, um mich zu unterstützen. Kann ich mich dann darauf verlassen, dass Umairat ihn nicht bezahlt, um mir in den Rücken zu fallen?" Er sah Falrey an. „Du bist der einzige, von dem ich weiss, dass er das nicht tun würde."

Niramun III - Mit Faust und KlingeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt