Kapitel 13 - Vier

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An diesem Abend kreuzte Djora im Empfangsraum auf. Seine Haare waren noch nass vom Bad, das er am Nachmittag genommen hatte, er trug ein frisches Hemd, drückte Falrey seinen Lohn für die Nächte in die Hand und murmelte, dass er wieder übernehmen würde.

„Ab jetzt?", fragte Falrey. Vom Geld her, das Djora ihm gegeben hatte, war er eigentlich heute noch dran.

Djora zuckte mit den Schultern. „Wenn du keinen Bock mehr hast, kann ich schon."

Sie gingen nach hinten in die Küche und als Falrey sich umgezogen und sich die Weste übergeworfen hatte, fragte Djora: „Also wieder in der Nebenecke?"

Er wich Falreys Blick aus und das allein war Grund genug, Falrey die Arme verschränken und provokant fragen zu lassen: „Wozu? Damit du dir wieder Drogen einwerfen kannst?"

Djora zögerte einen Moment, aber dann hob er den Blick und sagte: „Ja."

„Ist das der Grund, warum du deine andere Lehrstelle verloren hast?"

Djora zuckte zusammen, sein Blick flackerte zur Seite. „Ja", gestand er leise.

„Und wieso genau sollte ich das unterstützen?"

Djora schwieg mehrere Atemzüge, biss die Kiefer zusammen, aber dann sagte er: „Was macht es denn für einen Unterschied?" Falrey hörte Wut in seiner Stimme, auch wenn seine Mimik mehr Bitterkeit zeigte. „Was spielt es denn für eine Rolle, ob ich nüchtern auf meiner Matratze liege und sterben will, oder zugedröhnt? Wieso macht mich das zu einem schlechteren Menschen? Was macht es anders?!"

„Ich springe für dich ein, damit du dich ausruhen kannst, weil es dir schlecht geht, nicht dafür", entgegnete Falrey.

Djora ballte die Fäuste, starrte zu Boden. „Es geht mir schlecht, verdammt. Deshalb mach ichs ja. Ich... ich will mich nur wenigstens manchmal gut fühlen. Nicht wie ein verdammter Versager. Ich brauch eine Pause davon. Und Agush... Agush macht das."

„Aber langfristig nützt es nichts", sagte Falrey hart. „Du kriegst nur weniger auf die Reihe, fühlst dich noch beschissener deswegen. Es wird nicht besser."

„Das wird es doch sowieso nicht", lachte Djora bitter.

Falrey musterte ihn, schliesslich seufzte er. „Du musst das wissen. Vielleicht brauch ich den Lohn ja mal wieder."

Djora nickte, aber er sah ihn nicht mehr an. Erst als Falrey bereits wieder draussen war, erinnerte er sich daran, dass er ihn eigentlich auch auf die Sache mit Samalja hatte ansprechen wollen, aber er hatte keine Lust nochmal umzudrehen und kam zum Schluss, dass das nun wirklich nicht sein verdammtes Problem war.

Am nächsten Tag schlief er aus, aber als er irgendwann um Silur erwachte und weder Emila noch Jaz im Haus waren, machte er sich auf den Weg zu Mira. Sie sass alleine im Laden und las in einem Buch, eine Tasse Nuaril in der freien Hand, als er eintrat. Sie nickte ihm nur zu als Begrüssung und beendete den Absatz, bevor sie das Buch zuklappte und ihn ansah. „Ausgeschlafen?"

Er nickte.

„Tut mir leid, wenn ich das letzte mal etwas harsch war", meinte sie und nippte am Getränk. „Als Heiler schlägt man sich genügend Nächte um die Ohren wegen Notfällen. Da musst du nicht schon jetzt damit beginnen."

Sie zog den Hocker unter der Theke hervor und klopfte darauf, damit er sich setzte, dann begann sie ihm fragen zu stellen, um zu überprüfen, wie viel von den Grundlagen er sich bisher gemerkt hatte. Als sie zufrieden damit war, stand sie auf und streckte sich. „Ich denke, ich schliesse den Laden für heute, aber wenn du willst, kann ich dir oben in der Küche noch ein paar Dinge zeigen."

Niramun III - Mit Faust und KlingeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt