"Ich nehm dich mit zum Rudelhaus", äffte ich seine Stimme genervt nach und schnaubte ironisch während ich an meinem Schrank herum fuchtelte. "Schönen dank auch für die Vorwarnung...", zog ich eine schwarze Jeans und ein enges, graues Oberteil aus den Stapeln heraus. Unwillig zog ich mir meine gemütliche, kurze Hose aus und entledigte mich des übergroßen T-Shirts.
Die frischen Klamotten schmiegten sich eng an meine Figur und waren ungemütlicher als sie aussahen. Wie lange hatte ich mich in keine Jeans mehr gequetscht? Seufzend machte ich auch den Rest meiner Erscheinung alltagstauglich und musterte mich kurz im Spiegel. Basic wie immer. Ein kleines Grinsen huschte auf meine Lippen als ich die ernüchternde Stimme Nyxs in meinem Kopf wahrnahm.
Wir gehen ja auch nur ins Rudelhaus. Nur.
Mein Grinsen wurde breiter während ich den Kopf schüttelte. Ich war froh, dass sie wieder ihre giftigen Kommentare abließ und mir die Stimmung versuchte zu versauen. Tue ich gar nicht! Ihre Empörung brachte mich zum auflachen. Und wie sie es versuchte.
"Alia?!", aufschreckend sah ich zur Tür, welche just im nächsten Moment, ohne Vorwarnung, aufgerissen wurde. Die grünen Augen des dunkelhaarigen Riesen im Türrahmen, scannten mich von oben bis unten ab, seine Augen nahmen einen dunkleren Ton an und ein leises Knurren kam tief aus seiner Kehle. "Und selbst so könnte ich jedem den Kopf abreißen der dich ansieht.", seine Worte glichen einem leisen Murmeln, jagten mir aber trotzdem einen unangenehmen Schauer über den Rücken. "Hast du eigentlich mal was von Klopfen gehört?", schnaubend verschränkte ich die Arme vor der Brust.
Ich hatte wirklich keine Ahnung mehr wie ich mich gegenüber des Alpha verhalten sollte, denn seine Launen schienen wirklich wechselhafter zu sein, als das April- Wetter es zuließ. Ein Grinsen schlich sich auf die Lippen Raelynns als er mit langsamen Schritten auf mich zu kam. In seinen dunklen Augen funkelte die Belustigung, mein Herz setzte aus, als ich merkte wie seine Schritte mich auf die Wand zu trieben.
Kurz blitzten Bilder, von dem Morgen an dem er mich geholt hatte, vor meinen Augen auf. Die Wut in seinen Augen, sein angespannter Kiefer als er meinen Bruder in meinem Bett sah, die angestrengten Versuche seine Fassung zu halten als ich erneut versucht hatte mich gegen ihn zu sträuben. Wie zur Hölle waren wir innerhalb von wenigen Tagen in so ein Emotionschaos gestürzt und wie sollten wir da bitte wieder heraus finden?
Nun spürte ich die Wand hinter mir, war gezwungen stehen zu bleiben. Seine Arme stützten sich links und rechts neben mir ab, in seine Augen war der Schalk geschrieben, als er auf mich herab sah. "Was jetzt wieder?", während ich meine Worte murmelte, sah ich ihn nicht an. Die Wand hinter ihm war ohne hin viel interessanter. Sein Atem kitzelte auf der Haut zwischen Schulter und Hals, ein Kribbeln breitete sich von der empfindlichen Stelle an aus, er blieb weiter still und genoss den Einfluss, welchen er auf meinen Körper zu haben schien. Diese Stille machte mich unruhig, ich musste an mich halten nicht herum zu wibbeln. "Komm.", er stieß sich von der Wand ab und sah zufrieden grinsend auf mich herunter, "Wir müssen los."
Seine raue Hand legte sich um meinen Arm und zog mich sachte mit sich, unwillig folgte ich seinem Beispiel.
"Und wenn ich nicht will?", wir waren bereits in dem kleinen Flur des Wohnbereiches angekommen. Raelynn strich sich die schwarze Lederjacke über das weiße T-Shirt und schüttelte leicht den Kopf. "Dann hast du wohl Pech gehabt Kleines.", bei seinem Kosenamen verdrehte ich die Augen. Nach ungefähr fünf Minuten Protest gab ich nach, seine Atmung hatte sich verschnellert und seine Knöchel stachen weiß unter seiner Haut hervor, wie immer, hatte ich ihn kurz vor einen Wutanfall getrieben. Genervt seufzend, schlüpfte ich in meine Sneaker und knetete meine Hände.
Atmen Alia.
Ich torkelte gelangweilt den langen Schritten des Alpha hinterher, welcher vor den großen Türen des Ballsaals wartete. Ein Mal tief durch atmend, umfasste er ohne Nachfrage meine Hand und drückte sie unzufrieden, als ich versuchte mich aus seinem Griff zu winden. Ein Knurren hallte von den hohen Wänden des Saals wieder und ließ mich nachgeben. Gespielt gelassen betrat er die Außenwelt und sah zu den Mitgliedern seines Rudels, welche bei ihrem Schlendern anhielten und neugierig zu uns sahen.
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Nightmare - please Trust me
Người sóiEin lautes Knallen, das scharfe Luft einziehen meines Freundes und ein tiefes Knurren, welches direkt hinter mir immer lauter wurde. Zwei starke Arme schlangen sich um meinen zierlichen Körper und zogen mich direkt gegen eine stein harte, aber warme...
