Themenwechsel: fehlgeschlagen

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Als ich wach wurde, schienen bereits die ersten Sonnenstrahlen durch die Fensterfront und sofort spürte ich die Wärme, die sich über meinen Armen breit machte.

Ich blinzelte ein paar Mal, ehe ich mich umsah. Neben mir lag immer noch Kaz. Naja, beziehungsweise auf mir. Wir mussten wohl heute Nacht die Position getauscht haben, denn sein Kopf bettete auf meinem Schoß. Er schlief noch friedlich vor sich hin, während ich versuchte, mich aufzurichten, ohne ihn zu wecken. Er hatte mir erzählt, dass die letzten Tage ziemlich stressig waren, somit wollte ich ihm ungerne seine verdiente Ruhe versäumen. Da ich so allerdings schlecht aufstehen konnte, blieb ich sitzen und betrachtete ihn.

Er hatte ein leichtes und sanftes Lächeln auf den Lippen und sah vollends zufrieden aus. Eine dünne Strähne seiner braunen Haare, hing ihm über sein Auge. Vorsichtig strich ich sie ihm aus dem Gesicht.

Er schmatzte friedvoll, was mich lächeln ließ.

Wie ein kleiner Engel, von dem ich wusste, dass er dies nicht war, schlief er vor sich hin und rührte sich nicht.

Bis es klingelte.

Er schreckte hoch und ich musste aufpassen, dass unsere Köpfe nicht zusammenschlugen.

Ich grinste nur, als ich sein verwirrt und verschlafenes Gesicht sah, stand auf und machte mich auf den Weg zur Türe. Diese öffnete ich, ohne nachzusehen, wer es war. Zu meiner Überraschung, stand Oliver davor.

„Oliver?"

Fragend sah ich ihn an. Ich hatte keine Ahnung was er hier wollte, schließlich kannten wir uns kaum. Doch er verriet mir schnell den Grund, auf den ich eigentlich auch selbst hätte kommen können.

„Weißt du was von Kaz? Er ist gestern nicht nach Hause gekommen und wir machen uns sorgen."

Man sah ihm seine Sorgen richtig ins Gesicht geschrieben.

Sanft lächelte ich ihn an und öffnete die Tür bis zum Anschlag.

„Keine Sorge, er ist hier."

Keine zwei Sekunden später stand ein verschlafener Kaz mit zerzausten Haaren im Türrahmen.

„Na Gott sei Dank", sagte Oliver leise und lächelte. „Alle warten auf dich."

„Ich komm schon."

Er schlüpfte noch etwas gedankenverloren in seine Schuhe, ohne diese richtig anzuziehen und schaute mich dann erwartungsvoll an.

„Kommst du mit?"

„Uhm..."

Ich dachte kurz darüber nach. Eigentlich wollte ich Chase gerade nicht begegnen, allerdings freute ich mich auch die anderen wieder zu sehen, also stimmte ich zu.

Ich schnappte mir schnell meinen Schlüssel und folgte den Beiden zu der Wohnungstür, gegenüber meiner.


„Da bist du ja! Oliver hatte sich schon sorgen gemacht", sagte Skylar zu ihrem Mitbewohner, als wir durch die Tür kamen. Dieser hakte direkt nach.

„Lasst mich raten, Oliver war der einzige."

Ein grinsendes „Jap" von Bree bestätigte seine Vermutung. Auch wenn das relativ unhöflich rüberkam, wusste ich bereits, dass diese Fünf sich immer wieder gegenseitig Neckten. Demnach war diese Antwort Kaz auch Scheißegal.


Ich ließ mein Blick über alle schweifen. Bree saß in dem Sessel, Skylar und Chase auf der Couch.

„Wo warst du denn?", wollte Skylar dann doch wissen.

„Hab die Nacht bei Juna verbracht", grinste er, schnappte sich mein Handgelenk und zog mir zur Couch. Dort ließ er mich los und setzte sich. Zwischen ihm und Chase war zwar eine Menge Platz, doch ich setzte mich lieber an seine rechte Seite, auch wenn dort ziemlich wenig Platz war. Obwohl ich Chase nicht ansah, ich konnte schwören, ich spürte seinen Blick auf mir. Und das eine ganze Weile, bis er anfing zu reden.

„Die ganze Nacht?"

Mein Blick fiel auf seinen, dieser wiederum fixierte seinen Freund. Er sah etwas misstrauisch aus und wenn man ihn musterte, konnte man sehen, dass er leicht angespannt war. Was sich auch in seiner Stimme widerspiegelte.

Kaz nickte nur, als wäre es keine große Sache. War es vermutlich auch nicht, doch scheinbar machte Chase daraus eine. Sein Blick wurde steifer, dann wandte er ihn von mir und Kaz ab.

Ich seufzte leise. Wenn das nicht stress bedeuten würde.


„Wie geht es deinem Bein?", versuchte Oliver das Thema zu wechseln. „Vielleicht sollte ich es mir nochmal anschauen."

„Hey, das ist mein Patient!", sagte Kaz schnell und schaute seinen besten Freund an, der abwehrend die Hände hielt.

Ich sagte ja, Oliver versuchte das Thema zu wechseln.

Etwas überrascht schaute ich zu dem Mann neben mir. Ich kannte ihn zwar erst seit zwei Wochen, dennoch kam er mir heute ganz anders vor, als sonst. Und wenn ich mir die anderen Anwesenden anschaute, schien ihnen das auch aufzufallen. Bis auf Chase, diesen würdigte ich keines Blickes.

Ich versuchte es nun also auch mit einem Themawechsel.

„Danke Oliver, aber geht schon. Kaz hat das ziemlich gut hinbekommen."

Chase stand auf und verließ den Raum durch den Aufzug und fuhr nach unten.

Ja, ich war wohl auch nicht so sonderlich gut darin.

Alle Anwesenden schauten ihm verwirrt hinterher, ebenso ich. Ich konnte mir nicht erklären, was sein Problem war, doch ich hatte das schlechte Gefühl, dass es dabei um mich gehen würde. Und was plötzlich in Kaz gefahren war, war mir ebenfalls ein Rätsel.


„Was hat er denn?", meldete sich Bree und schaute an die Stelle, an der ihr Bruder gerade noch war.

„Vielleicht wegen dem Date", meldete sich Oliver. Erschrocken sah ich diesen an, dann setzte ich ein beschuldigtes Gesicht auf und schaute zu Kaz, der mich darauf hin breit angrinste. Er wusste genau, was ich damit aussagen wollte.

„Warte warte, welches Date? Reden wir hier von meinem Bruder?"

„Na die Beiden hier", plapperte Oliver weiter und ich konnte nur noch seufzen und meine Augen verdrehen. Und ehe ich etwas sagen konnte, mischte sich Kaz ein.

„Und er hat es verbockt."

Breit grinsend sah er Bree an, die sofort anfing zu lachen. So langsam fühlte ich mich unwohl in dieser Situation.

Und als ich das alles so analysierte, kam mir eine Vermutung. Es war gewagt, doch ich musste das einfach klären.

„Kaz, können wir mal kurz unter vier Augen reden?"

Plötzliche Stille.

Ich sah Kaz an. Dieser hatte sein Grinsen abgelegt und schaute zu mir. Er nickte und stand auf.

„Wir gehen nach oben", sagte er noch schnell zu seinen Mitbewohnern, dann machte er sich auf den Weg die Treppen nach oben zu seinem Zimmer. Ich folgte ihm stumm. 

Zwischen Bionic und SuperkräftenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt