Kapitel 16

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Wortlos griff sie seinen Choker an der herabhängenden Kette und dirigierte ihn zu sich hinauf. Offen musterte sie ihn, legte dann unverblümt die Hand auf die Beule in seiner Hose und lächelte zufrieden. Den Schlüssel greifend öffnete sie die Tür und verbarg erst danach die Kette und das Halsband unter seinem Hemd, indem sie es zuknöpfte.

„Beschreib mir möglichst detailliert, wie es Dir geht Zayn." forderte sie ihn auf, als sie neben ihm bei den Aufzugtüren anhielt. Verlegen rieb er sich den nicht bedeckten Teil seines Nacken und erwiderte leise.

„Ich fühle mich sehr aufgeregt, vor dem was im Studio mit mir geschehen wird. Ich habe Schmerzen, die aushaltbar sind, wegen der Prüfung die ich tragen darf und bin unglaublich ungeduldig, weil ich es kaum erwarten kann, am Abend euch zu gehören und mir nichts mehr wünsche als das ihr euch nicht mehr zurückhaltet und mir alles aufbürdet und euch von mir nehmt, was euch glücklich macht. Mein Puls rast, wenn ich euch nur ansehe, ich schäme mich dessen, was ich für euch trage und es fühlt sich sehr unangenehm an, anders als das Ei, aber auch das ist aushaltbar. Ich fürchte mich vor Ruuki, weil ich Angst vor Hunden habe und bin unendlich stolz darauf, euren Schmuck tragen zu dürfen. Das Gewicht des Chokers, die Kettenglieder die immer mal wieder an meiner Haut und den Haaren ziepen, sind das schönste Gefühl, das ich mir wünschen könnte."

Ohne ihn anzusehen betrat sie mit ihm die geräumige Aufzugkabine, die zu dieser Zeit leer bei ihnen anhielt. Noch bevor die Türen sich schlossen schubste sie ihn spielerisch gegen die Kabinenwand, was ihn aufschreien ließ, als der Plug sich mit einem Ruck in ihm bewegte. Eine Hand in seinem Haar vergrabend und eine auf seine Brust gedrückt schaute sie zu ihm auf und auch wenn es der Größenunterschied kaum möglich machte, sah auch er trotzdem nicht minder ehrfürchtig zu ihr auf.

„Du wirst mir gehören, jede einzelne Zelle Deines Körpers wird darauf ausgerichtet sein, mir gefallen zu wollen!" zischte sie ungehalten und schaffte es einfach nicht länger sich zu zügeln. Die Hand in seinen Schritt gleiten lassend, reckte sie sich ihm entgegen und drückte fordernd die rotgeschminkten Lippen auf seine. Viel zu perplex um irgendwie zu reagieren, keuchte er erschrocken an ihre Lippen und sie nutzte seinen vor Schrecken geöffneten Mund und ließ fordernd die Zunge in ihn eindringen. Wenig zärtlich forderte sie ihn zum Kuss auf, erkundete seine warmen, feuchten und doch so zarten Lippen, umstrich seine Zunge nachdrücklich und sog seinen Geschmack tief in sich auf.

Nur kurz gewährte sie sich den Genuss, eh sie sich löste und schallend Ohrfeigte.

„Dafür das Du es schaffst, dass ich mich selbst vergessen." Grinsend fuhr er sich durchs Haar, ließ geräuschvoll den Hinterkopf gegen den Spiegel prallen und raunte heiser: „Danke Mistress, für die Züchtigung und eure begehrenswerten Lippen."

Die Jacke straffend wandte sie sich der öffnenden Tür zu und verließ mit ihm das Gebäude. Tief sog sie die recht warme Mailuft in die Lungen und ärgerte sich, ihre Zigaretten vergessen zu haben. Schelmisch grinste sie in sich hinein. Wofür hatte man denn einen Sklaven, drückte ihm unvermittelt ihre Schlüssel in die Hand, nachdem sie den vom Studio abgenommen hatte und sagte barsch: „Geh zurück und hol meine Zigaretten aus der Handtasche!" damit wandte sie sich wieder um und schritt beherzt auf ihr Studio zu.

Wie eingestellt, empfing sie heute ein eher animalischer aber sehr dezenter Duft auch nach Leder, aber mit einem winzigen Hauch Moschus und etwas herben, dass sie nicht definieren konnte. Das Handy aus der Hosentasche nehmend hing sie ihre Jacke auf und betrat ihren kleinen Tiergerechten Raum, mit Zwinger, Körbchen, niedrigen Hürden, Futterstelle und Pflegetisch. Max hatte ihr geschrieben, dass Ruuki dringend einen Checkup brauchte und darum schaltete sie auch im Klinikzimmer die Beleuchtung ein und bedeckte den Untersuchungstisch mit einer Schmutzunterlage. Stethoskop, Fieberthermometer, Spreizer, Maulkorb und Gurte legte sie bereit, eh sie zurück auf die Spielwiese trat und Wasser in einen der Näpfe füllte.

Mistress?Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt