Zärtlich strich sie Zayns volle Lippen nach, als er auch den letzten Bissen ihres Mittagessens aus ihrer Hand erhalten hatte. Dass sie ihm das Essen mit der Hand hinab und an seine Lippen reichte, während er zu ihren Füßen kniete, war etwas, das sie schon schnell nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus eingeführt hatte. So halfen sie sich gegenseitig, sich daran zu erinnern, keine Mahlzeit zu verpassen und gaben sich einer Art Ritual hin. Es war Liz gewesen, die ihr berichtet hatte, wie sehr er an Gewicht verloren hatte, in der Zeit, in welcher Kira selbst dazu gezwungen wurde und warnte sie davor, dass eine Essstörung niemals ein rein weibliches Problem darstellte. So schafften sie es, zusammen auf ein gesundes Maß an Gewicht zu bringen und mit gemeinsamen Training die nötige Kraft zu erlangen, die ihnen nicht nur der Alltag im Internat abverlangen würde.
Scheu sah Zayn zu ihr auf, als sich Kiras kleine, warme Hand an seine Wange bettete.
„Sag mir, wie es Dir mit all dem hier geht. Du wirkst... verändert, seit Du von der Lektion Belforts zurückgekehrt bist. Sag mir, was Dich beschäftigt."
Einen Moment schwieg er, nahm die Hände auf den Rücken und schaffte es nicht, ihrem Blick standzuhalten.
„Es hat mich unfassbar wütend gemacht, dass dieser kleine Wurm schlecht über meine Göttin gesprochen hat und ich hätte mir gewünscht, dass Du es bist, der ihm seine gerechte Strafe zukommen lässt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich noch unbefangen mit ihm umgehen kann, nachdem ich weiß, was er über Dich sagte.
Doch ansonsten freue ich mich auf die sportliche Lektion unter Miss Crawford und genieße es hier mit den anderen Schülern sein zu dürfen. Auch habe ich nicht das Gefühl, dass sie mir meine Sonderrolle nachtragen. Pennys Blicke sind mir manchmal unangenehm, aber ich sehe, wie Mr. Belfort sie jedes Mal mit etwas anderem korrigiert, wenn er in ihrer Nähe ist. Auf seinen Unterricht bin ich sehr gespannt. Auch bin ich unglaublich dankbar, so eng bei Dir sein zu dürfen, denn ich glaube, hier gibt es neben Marc und mir noch einen weiteren Schüler, der mit seiner Mistress angereist ist und diese Vorteile nicht genießt."
Nachdenklich zog Kira die Stirn in Falten, die Hand nun kraulend in Zayns Haar vergraben. „Dann weißt Du mehr als ich, mein aufmerksamer Liebling. Sagst Du mir, welcher Schüler Miss Crawford dient?"
Nun war es an Zayn, die Brauen in die Stirn zu ziehen, doch sie schüttelte den Kopf. „Es bleibt ja sonst niemand." beinahe zögerlich nickte Zayn und spannte sich merklich. Die Stimme zum Flüstern gesenkt, raunte er: „Werde ich als Verräter gelten, wenn ich ihn offenbare?" Verwundert musterte Kira ihren so artig knienden Sklaven, doch schüttelte sie den Kopf. „Nein, mein Schöner, was Du hier in unserem Zimmer zu mir sagst, wird nie von Relevanz für jemanden dort draußen sein. Das hier ist unser Rückzugsort, denn auch wenn wir in die Welt zurückkehren, aus der wir kamen, haben wir andere Bedürfnisse, um hier sicher agieren zu können. Das gilt nicht nur für mich, denn ich weiß, dass Du kaum weniger gelitten hast. Sei also unbesorgt. Alles was Du auf dem Herzen hast, kannst Du hier an mich herantragen und wenn Du die Bitte hast, dass ein Fehlverhalten, welches Du entdeckt hast, nicht geahndet wird, weil Du es mir hier erzählst, dann werde ich es nicht weitergeben. Sei also unbesorgt mein Hübscher und teile alles, was Du teilen möchtest."
Nur zu willig schmiegte Zayn sich in die Hand seiner Herrin und schien merklich an Mut zu gewinnen. „Vincent... ich glaube, es ist Vincent und Mr. Belfort weiß darüber Bescheid. Vielleicht mehr, als sich Miss Crawford selbst wünscht. Ich denke nicht, dass die Anderen es bemerkt haben, doch ich glaube sogar zu wissen, welcher Art ihr Verhältnis ist."
Die Hand in seinem Haar belassend legte Kira den Kopf schief und musterte den nun sichtlich peinlich berührten Mann, der sich zu ihren Füßen zu winden begann. „Er... ist... sie... ist..." fest kniff Zayn die Augen zusammen und schien kaum fähig zu äußern, was ihm auf der Zunge lag. Kiras kraulende Hand griff nun unbarmherzig in sein Haar, zog seinen Kopf mit einem Ruck in den Nacken eh sie scharf zischte: „Was ist sie für ihn und was macht es mit Dir, dass Du es mir nicht einfach sagen kannst?" Noch immer schaffte Zayn es nicht, ihren Blick zu erwidern, auch wenn die Position des weit in den Nacken gebogenen Kopfes ihn eigentlich dazu zwingen sollte. Verwirrt musterte Kira ihren sonst in seinen Wünschen viel gefestigteren Sklaven und fragte sich ernsthaft, ob sie etwas übersehen hatte, ihm etwas bisher nicht geben konnte, was seinen Grundbedürfnissen entsprach. „Rede Zayn, oder ich werde Miss Crawford fragen, ob sie meinem ungezogenen Goldstück ein paar Nachhilfestunden erteilt, denn offensichtlich scheint es ja etwas zu sein, das Dich bewegt. Also los, sagt es!"
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Mistress?
Ficción GeneralEs gibt Menschen, die gleichen einem Geschenk. Sie tragen Dich auf Händen, lesen Dir jeden Wunsch von den Augen und sind dankbar für Deine Aufmerksamkeit. Kira hat das große Glück diese Geschenke ihre Kunden nennen zu dürfen. Auch wenn sie oft Straf...
