Schwer kämpfte Kira sich mit steifen Gliedern vom harten Boden. Sie musste eingeschlafen sein über ihr Starren auf die geschlossene Stahltür. Nur langsam sickerte in ihr Bewusstsein, was sie mit... nein nicht mit, für den Menschen getan hatte, der sie hier einsperrte und zum ersten Mal seit sie hier erwacht war, spürte sie eine Abwehrreaktion ihres Körpers. Im letzten Moment gelang es ihr, den blechernen Eimer, in welchem sie immer noch nicht ihr Geschäft verrichtet hatte, an sich heran zu ziehen und sich geräuschvoll darin zu erbrechen. Viel war es nicht, was ihr Körper zu geben hatte, doch sie konnte in der fensterlosen Halle auch nicht annähernd einschätzen, wie lang sie schon hier war, geschweige denn, ob draußen Tag oder Nacht herrschte.
Verzweiflung kroch ihr wie ein dünner Spinnenfinger ins Bewusstsein und ließ sie die Knie an den Leib ziehen.
Noch immer hatte sie nicht einmal den Hauch einer Idee, warum man sie hier gefangen hielt, noch was sie getan hatte, um das hier zu verdienen.
Zwei mal hatte er Dinge gesagt wie: Dass es ihm leid für ihn täte. Ob er Zayn nah stand, ihn kannte? Waren sie Rivalen?
Wieder wurde ihr bewusst, wie wenig sie über den Mann wusste, der sich voll und ganz in ihre Führung begeben hatte.
Hielt man sie hier fest, um ihn zu quälen? Die Stirn auf die Knie bettend versuchte sie verzweifelt, die Zusammenhänge zu verstehen, doch was sie auch tat, sie verstand es einfach nicht.
Resignierend schüttelte sie den Kopf. Hier zu sitzen und sich selbst für ihr hartes Schicksal zu bemitleiden war nicht ihre Art und so erhob sie sich und nahm zumindest Slip, Bluse, Rock und Schuhe, um sie wieder anzuziehen. Auch die Weste zog sie über den feinen, nicht mehr ganz so weißen Stoff der Bluse, ehe sie begann, sich in der Halle umzusehen.
Bis auf ihren Stuhl und den Eimer schien sie vollkommen leer und unmöbliert. Allerdings hörte sie aus dem, im Dunklen liegenden, hinteren Teil der alten Lager oder Produktionshalle ein stetes, beinah metallisches Klopfen, dessen Monotonie sie so nachhaltig in ihre Wahrnehmung fraß, dass sie es nicht mehr auszublenden vermochte.
Da die sicher hundert Quadratmeter messende Halle nur über ihrem Stuhl von einer einzigen, sehr alt wirkenden Baulampe erhellt wurde, welche motivationslos von der Decke baumelte, konnte sie nicht erkennen, was sich weiter hinten befand, auch wenn sie an der Ebenmäßigkeit sah, dass dieser Raum auch dort leer zu sein schien. Beherzt trat sie in die Dunkelheit, die durch das diffuse Licht nicht absolut war, sondern viel mehr in tiefem Schatten lag.
Dem Geräusch folgend erkannte sie schnell, dass es sich um Wasser handelte, das irgendwo hinein tropfte und stellte beinahe freudig fest, dass es sich um eine Art Industrie Waschbecken handelte, über dem ein Hahn ins emaillierte Metall tropfte. Eilig überwand sie die letzten Meter mit schnellen Schritten und versuchte ihn zu öffnen, doch leider hatte er sich so fest gefressen, dass er sich nicht bewegen ließ, zumindest nicht von ihren Händen. Resignierend betrachtete sie die Tropfen, die beinah im Sekundentakt herunterfielen und deren Geschwindigkeit, nach einem erneuten, beherzten Versuch den Hahn zu bewegen, zumindest etwas zulegte. An ihren Eimer zurücktreten, goss sie das wenige ihres Malheurs ins Becken und stellte den Eimer unter den schneller tropfenden Hahn. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich der Boden mit Wasser bedeckte und so durstig sie auch war, ganz sicher würde sie daraus nicht trinken. Zumindest bot ihr das relativ breite, wenn auch hohe Becken die Möglichkeit, sich nicht in einem Eimer erleichtern zu müssen. Geschmeidig zog sie sich, mit gerafftem Rock und heruntergelassenem Slip, rittlings am Becken hinauf und drückte den Rücken neben dem Hahn an die Wand, während sie, sich selbst haltend, dem Drang nachgab. Das unablässig tropfende Geräusch half ihr schnell sich zu entspannen und trotz der verkrampften Haltung Erlösung zu finden. Allerdings war sie auch geübt darin, sich in verkrampfter Haltung zu erleichtern, denn es gab genug Kunden, die eine Urinabgabe nicht über den Anzug oder die Schlauchtoilette wünschten, sondern auf direktere Weise auf, in oder über sie.
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Mistress?
General FictionEs gibt Menschen, die gleichen einem Geschenk. Sie tragen Dich auf Händen, lesen Dir jeden Wunsch von den Augen und sind dankbar für Deine Aufmerksamkeit. Kira hat das große Glück diese Geschenke ihre Kunden nennen zu dürfen. Auch wenn sie oft Straf...
