Beinahe zwanzig Jahre war es nun her, dass die Umstände, dass mein Vater sich mit den falschen Leuten angelegt hatte, meine Welt zerrüttete.
Die Tatsache, dass man mich von dem kleinen Mädchen wegbrachte, welches bis dahin meine ganze Welt bedeutete, machte mir schwer zu schaffen, doch man ließ mir keine Zeit zu betrauern, was man mir genommen hatte.
Es war nicht nur Kira, deren Fehlen die Leere in mir hervorrief, auch wenn mir diese zu füllen, erst Jahre später gelang. Es war die Welt, in die ich gestoßen wurde und von der mich mein Vater hatte schützen wollen, indem er uns unter dem Radar hielt. Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht das, was in manchen verklärten Romanen als Mafiaboss dargestellt wird, auch wenn mir diese Kreise nicht unbekannt sind. Ich wurde zu einem Mann erzogen, der sich in dieser Welt zu behaupten weiß, „genoss" neben der strengen Hand eines patriarchalischen Vaters, die brutale Vorbereitung meines Onkels auf eine Welt, in welcher er sich behauptet hatte, eine Welt die ich nie gänzlich betrat und deren Rand ich trotzdem stets wandelte, bis, ja bis ich hineingestoßen wurde. Und doch ist und bleibt mein größtes Gebot unter dem Radar zu bleiben.
Auch wenn ich Geschäfte lenke, bin ich stets der Soldat, der sein Leben in den Dienst eines Landes stellte, in welches mein Vater uns in meinen jüngsten Kindertage brachte und diesem treu diente. Bis, ja, bis ich mich letztendlich zur Bundespolizei begab. Dass dies meinen Geschäftspartnern in die Karten spielt, muss ich wohl nicht erwähnen.
Ich versuche diese Beziehungen so selten wie möglich zu nutzen, mache meine Geschäfte, um am Tag Flughäfen zu sichern und Menschen zu kontrollieren. Stets gab es in meinem Leben eine Komponente, die mich am Boden gehalten hat, eine Komponente, die ich lange nur aus der Ferne betrachtet habe, um Menschen wie meinen Onkel nicht auf sie aufmerksam zu machen. Ich habe versucht, sie als das zu sehen was sie unter dem Küchentisch für mich war, habe es lange Zeit geschafft, mein wachsames Auge auf ihr ruhen zu lassen und sie als meine kleine, schützenswerte Schwester zu sehen, die ihren ganz eigenen Weg eingeschlagen hatte. Doch zu meinem Leidwesen wandelte sich das stete Gefühl des... sie in Sicherheit zu wissen wollens, sie vor allem Unbill dieser Welt zu bewahren und sie ihren Weg gehen zu lassen in dem Moment, als sie mir in der Lounge des Flughafens wahrhaftig gegenüberstand und alles zu verkörpern schien, was mich an einer Frau anzog.
Die Karriere, die sie für sich gewählt hatte, war etwas, das mich stets daran gehindert hatte, mehr als mein wachsames Auge, oder das meines besten Freundes auf sie zu richten. Ich verstand nicht, was sie daran fand, Männer gegen Bezahlung zu erniedrigen und zu bestrafen.
Ich verstehe die Menschen nicht, die Geld für so etwas bezahlen. Lange Zeit dachte ich, dass sie im Gegenzug nicht nur Schmerz und Erniedrigung von meinem Engel erhielten, sondern auch Sex. Das es darum nie ging ist etwas, das ich bis heute nicht verstehe, wenn ich den Mann betrachte, der ohne jeden Skrupel das Messer zwischen die Rippen eines Feindes treibt, sich an seinem letzten Atemzug zu ergötzen scheint nur um ihn dann aus der Hand einer Frau fressen zu sehen, die ihm in allen Belangen vollkommen unterlegen ist.
Ich weiß, dass meine Denkweise wohl nicht dem gewünschten Umgang miteinander entspricht und ich lernen sollte sehr viel toleranter mit den Vorlieben und Neigungen der Mensch um mich herum umzugehen, doch fällt es mir bis heute schwer zu akzeptieren das die rechte Hand des Teufels, die mein engster Verbündeter ist, zu den Füßen einer Frau kniet, wenn sie es von ihm verlangen würde.
Das Kira allerdings die Gabe hat, jeden nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen, habe ich schon bemerkt, als wir gerade in dieses fremde Land gekommen waren.
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Mistress?
Fiksi UmumEs gibt Menschen, die gleichen einem Geschenk. Sie tragen Dich auf Händen, lesen Dir jeden Wunsch von den Augen und sind dankbar für Deine Aufmerksamkeit. Kira hat das große Glück diese Geschenke ihre Kunden nennen zu dürfen. Auch wenn sie oft Straf...
