Wir haben unsere Inhaltsrichtlinien aktualisiert.
Sieh dir die neuesten Richtlinien an, um weiterhin sicher Geschichten zu teilen.

63. Kapitel

238 15 2
                                        

POV James

Die Schulglocke schrillt. Viel zu laut. Viel zu grell für jemanden, der die Nacht kaum geschlafen hat.

Ich sitze auf meinem Platz, starre auf das leere Blatt vor mir, während mein Kopf wie verrückt hämmert. Die Gedanken an gestern Nacht... sie lassen mich nicht los. Nicht das Video. Nicht das, was ich danach gefühlt habe. Und schon gar nicht die Tatsache, dass ich es tatsächlich abgeschickt habe.

Was hab ich mir nur dabei gedacht?

War ich vollkommen wahnsinnig?

Nach dem Unterricht gehe mit gesenktem Blick durch die Schule. Die Stimmen um mich herum klingen dumpf, unwirklich. Mein Kopf ist ein einziges Chaos. Die gestrige Nacht fühlt sich wie ein verdammter Fehler an. Warum hab ich überhaupt auf seine Spielchen reagiert?

Taylor sieht das alles bestimmt nur als Unterhaltung. Eine Trophäe. Etwas, worüber er lachen wird und schlimmsten falls erpressen kann.

Als ich um die Ecke biege, sehe ich sie bereits, Blondi, mit seiner Gang. Lässig, laut, arrogant. . Ich halte den Kopf oben, die Schultern gerade. Keine Schwäche zeigen ...niemals. Nicht bei denen.

"Na, sieh mal einer an, da läuft ja unser Lieblings-Schatten", ruft einer aus der Gruppe, als ich näher komme. "Bisschen Farbe im Gesicht würde dir nicht schaden, du Opfer!"

Gelächter. Laut, plump, bedeutungslos.

Ich gehe weiter, lasse mich nicht beirren. Mein Blick bleibt ruhig, kühl und wandert doch ungewollt zu ihm. Taylor steht am Rand der Gruppe, wie immer ein wenig abseits, als wäre er zu cool für den Rest. Seine Augen treffen meine, nur für den Bruchteil einer Sekunde. Ein nervöses Flackern in seinem Blick. Oder Einbildung?

"Zu stolz zum Grüßen, was?", höhnt ein anderer. "Oder hat dir dein Spiegel heute wieder gesagt, dass du keine Freunde hast?", und boxt mir mit seiner Faust in die Schulter.

Scheiße das tat weh ...und bleibe stehen. Drehe mich langsam zu ihnen um, das Kinn leicht erhoben.

"Hab ich was verpasst, oder seid ihr immer noch auf dem geistigen Niveau eines Affen?", frage ich mit süffisantem Grinsen, bloß keine Miene verziehen. "Wie Langweilig."

Gut gemacht, ich darf mir nicht anmerken lassen das etwas nicht mit mir stimmt. Ich muss genau so sein wie davor auch, kühl und zurückhaltend.

Ihre Gesichter entgleisen kurz, aber sie lachen. Einer klopft dem anderen auf die Schulter, als hätte ich einen Witz gemacht. Was ich nicht habe. Anscheinend haben sie den Konter nicht verstanden, wie den auch ? Die haben doch nix in der Birne diese Affen.

Ich gehe weiter. Unberührt. Doch mein Herz schlägt schneller, als ich an Taylor vorbeigehe weil ich spüre, dass er mich beobachtet. Weil ich weiß, was zwischen uns steht. Und weil ich keine Ahnung habe, was er daraus macht.

Bevor ich fliehen kann, packt mich eine Hand am Arm, stark, fordernd – und zieht mich grob zur Seite.

Die Tür zur Abstellkammer fliegt auf, ich werde hineingestoßen, und das Klicken des Schlosses hallt unnatürlich laut durch die plötzliche Dunkelheit.

Was wenn seine Freunde mitbekommen haben wie er mich hier rein gezogen hat?! Ist er Irre hier hätte ich keine Chance gegen ihm und seine Gang, weil er nie im Leben mir helfen würde wenn die mich hier finden und zusammenschlagen.

Ich brauche ein paar Sekunden, um mich zu orientieren. Der Lichtschalter geht an. Taylor steht direkt vor mir, sein Blick finster, seine Schultern angespannt.

"Was zur Hölle war das gerade?!" knurre ich, drücke mich gegen das Regal hinter mir.

"Ich hab die Schnauze voll von diesem Kindergarten draußen", zischt er. "Was du gestern abgezogen hast, James... das war krank."

"Ich?!" Ich balle die Fäuste. "Du hast mit dem Mist angefangen! Du hast dieses Bild geschickt. Du hast—"

"Du hättest nicht antworten müssen!" unterbricht er mich, kommt einen Schritt näher. "Hör auf, so zu tun, als wärst du das verdammte Opfer."

Ich schüttele den Kopf. "Du wolltest doch nur ein Spiel draus machen. Wie ein verdammter Test."

Stille. Nur unser Atem. Und der Abstand, der zwischen uns immer kleiner wird.

Taylor schaut mich an, als würde er selbst nicht wissen, was gleich passiert. Seine Hände ballen sich. Er sagt leise: "Ich will nicht, dass du... so wirst."

"So?" frage ich und meine Stimme bricht. "Was meinst du mit so?"

"Schwul", murmelt er. Es klingt fast entschuldigend, aber auch angeekelt. Oder eher... verängstigt?. "Ich bin kein Schwuchtel!", schreit er mit entgegen, so laut das ich Angst habe das jemand uns hören könnte.

"Und was bist du dann, hm? Du hast genauso gestöhnt, Taylor. Du hast mitgemacht ..."

Er packt mich am Kragen. Ich denke, er wird mich schlagen. Aber stattdessen flackert da etwas anderes in seinen Augen. Etwas, das sich nicht leugnen lässt.

Seine Stirn liegt plötzlich gegen meine, seine Stimme bricht: "Ich kann das nicht kontrollieren, verdammt... was machst du mit mir...."

"Du... hasst mich doch", flüstere ich, während mein Herz hämmert.

"Ich sollte", sagt er und dann sind seine Lippen so nah an meinen, dass ich kaum noch denken kann.

Ich presse meine Lippen zusammen. „Trotzdem ist das verboten was wir gemacht haben ..."

Stille.

Sein Blick wird dunkler. Wütender. Aber nicht auf mich. Auf sich selbst.

„Glaub nicht, dass es bei mir anders ist", zischt er. „Ich hab seit letzter Nacht kaum geschlafen, weil ich mich ständig gefragt hab, was mit mir nicht stimmt. Ich bin kein verdammter Schwuler. Ich bin kein—"

„Ach nein?" unterbreche ich ihn, sarkastisch. „Dann erklär mir mal, warum du mir so nah kommst, Taylor. Warum du mich gerade hier reingeschubst hast. Warum dein Blick immer wieder dahin wandert, wo er nicht hingehört."

„Halts Maul!", knurrt er und schubst mich gegen die Wand. Nicht hart. Eher... verzweifelt. „Ich bin nicht so. Du kapierst das nicht. Du bist wie Gift, James!"

„Und du bist wie Feuer", presse ich hervor. „Du verbrennst alles, was du berührst. Auch dich selbst."

Unsere Stirnen stoßen beinahe zusammen, so dicht stehen wir uns gegenüber. Er atmet schwer, seine Kiefermuskeln zucken. Ich sehe, wie er mit sich ringt. Wie alles in ihm rebelliert gegen das, was in ihm wächst.

„Du hast doch keine Ahnung", sagt er heiser. „Wenn das rauskommt... Wenn jemand erfährt, was wir getan haben..."

„Dann tu nicht so, als wärst du das Opfer, Taylor", fahre ich ihn an. „Du hast mich gehasst, bevor du überhaupt wusstest, wer ich bin. Weil du Angst hattest".

Er öffnet den Mund, schließt ihn wieder.

Unsere Brustkörbe heben und senken sich gegeneinander. So nah.

„Scheiße....", murmelt er, und plötzlich ist seine Stirn gegen meine gelehnt. Keine Zärtlichkeit. Nur Erschöpfung. Wut. Hitze.

„Ich will dich nicht wollen", sagt er leise.

Ich schließe die Augen. „Ich auch nicht."

Aber keiner von uns weicht zurück.




---------------------------------------------------------------------

Hey :)

ein weiteres Kapitel für euch zum lesen.


Ich hoffe es gefällt euch, ich würde mich über Kommentare, Anmerkungen oder Fragen zu den handelden Personen freuen weil es mich auch motiviert weiter zu schreiben. Und ich kann auch beurteilen, ob die Story euch gefällt :)

Viel Spaß beim lesen !

Rachel xoxo

You Are My LifeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt