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72. Kapitel

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POV Taylor

Ich knie immer noch vor ihm. Der Tritt gegen meine Brust saß. Mein Puls hämmert wie wild in meiner Brust. James zittert, sein Körper ist eiskalt, sein Blick glasig. Ich kann die Panik kaum noch zurückhalten, aber ich zwinge mich, ruhig zu bleiben. Für ihn.

"James... bitte. Ich weiß nicht, was hier passiert, aber... bitte, du musst kämpfen. Du musst mich ansehen."
Meine Stimme bricht. Ich weiß nicht mehr, was ich sagen soll. Ich verstehe einfach nichts.

Er hebt den Kopf langsam.
Sein Blick trifft meinen.

Und dann... verändert sich plötzlich alles.

Sein Gesicht versteinert.
Sein Blick wird leer.
Fremd.
Unheimlich.

"Du solltest besser gehen, Taylor."

Seine Stimme klingt tiefer. Ruhiger.
Und doch läuft mir ein eiskalter Schauer über den Rücken.
Irgendetwas spricht da durch ihn.

„James...?"

"Nicht James."

Mein Atem stockt. Ein Kloß schiebt sich in meine Kehle.

"Wer... wer bist du?"

Ein leises, fast sanftes Lächeln schleicht sich auf seine Lippen. Doch das Lächeln strahlt keine Wärme aus. Nur Gefahr.

"Ich bin das, was ihn am Leben hält. Ich bin der, der ihn beschützt hat, als niemand sonst da war. Als niemand da war."

Mein Herz rast schneller.
Was ist das?
Eine gespaltene Persönlichkeit?
Oder... noch schlimmer?

„Du tuest ihm nur noch mehr weh", sage ich und höre selbst, wie panisch ich klinge. „Lass ihn los und verschwinde aus seinem Kopf!."

"Er braucht mich. Ohne mich zerbricht er vollkommen."

Meine Hände zittern. Ich zwinge mich, standzuhalten. „Er zerbricht doch jetzt schon! Schau ihn dir an!"

Für einen Moment Stille.
Dann kommt die Stimme wieder, leise, bedrohlich.

"Nein, Taylor. Was du hier siehst, ist seine Rettung. Das Ergebnis deiner Einmischung."

Ich reiße die Augen auf. „Meiner Einmischung? Ich will ihm helfen!"

Er beugt sich leicht zu mir runter, sein Gesicht ganz nah an meinem.
Ich kann seinen kalten Atem spüren. Das hier ist definitiv nicht James soviel steht fest.

"Du verstehst gar nichts. Du siehst nur, was vor dir steht. Du weißt nicht, was in ihm schlummert. Was ihn zerstört hat, lange bevor du gekommen bist."

Ich schüttele den Kopf, ringe nach Luft. „James... bitte, wenn du noch irgendwo da drin bist — kämpf dagegen an. Lass nicht zu, dass... dass er dich kontrolliert."

Seine Augen zucken. Für einen winzigen Moment blitzt da Schmerz auf.
Doch dann übernimmt die andere Stimme wieder.

"Er hat längst keinen Willen mehr. Ich entscheide hier."

Mir wird schlecht.
Es ist, als würde ich in einen Abgrund starren.

„Warum... warum tust du das? Warum quälst du ihn? Bist du der Grund warum er sich hasst?"

"Ich schütze ihn vor sich selbst. Vor seinen Erinnerungen. Vor der Wahrheit."

„Welche Wahrheit?"

Er lächelt schmal. "Die, die du noch nicht kennst. Und die du besser auch niemals kennen wirst."

Meine Hände ballen sich zu Fäusten. Wut und Angst kochen gleichzeitig in mir hoch.

„Du bist krank", presse ich hervor. „Du bist nichts weiter als sein verdammter Teufel, der ihn kaputt machen will. Und ich werde nicht zulassen, dass du das weiter tust!"

You Are My LifeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt