POV Taylor
Ich liege auf dem Bett, starre an die Decke. Der rote Abdruck in meinem Gesicht pocht. Immer noch. Ich spüre ihn mehr als ich will. Als wäre James' Faust da hängen geblieben. Als hätte er mir etwas mitgegeben, das nicht mehr weggeht.
Fuck.
Ich habe ihn vor der ganzen Klasse fertiggemacht. Vielleicht zu hart. Ich hab gesehen, wie selbst mein Kumpel den Mund aufmachen wollte, wie jemand mir am Ärmel gezupft hat, als wollte er sagen: Bruder, chill. Aber ich konnte nicht. Ich wollte nicht. Es musste raus. Alles.
Was er mit mir macht, macht mich krank. Und das Schlimmste daran? Ich check nicht mal, warum.
Es war ein verdammter Fehler, ihn in die Kammer zu stoßen. Ein noch größerer Fehler, ihn anzufassen. Noch größer, dass ich es... wollte. Dass ich wieder wollte. Seine Haut, sein Atem, dieses verdammte Ziehen im Bauch. Es war verdammt nochmal geil aber ich will es mir nicht eingestehen.
Und dann schlägt er mir ins Gesicht. Und jetzt lacht die halbe Klasse über mich. Über Taylor, den Typen, der immer alles unter Kontrolle hatte.
Ich starre auf mein Handy.
Sie heißt Lea. Oder Lena. Ist mir egal. Sie ist heiß. Sie will mich. Hat schon mehrmals geschrieben, dass sie mal "vorbeikommen" will.
Komm jetzt. Bock? Eltern nicht da.
Zehn Minuten später steht sie im Türrahmen. Enge Jeans, Lipgloss, alles wie im Katalog. Sie weiß, was ich will. Ich weiß es auch. Das Spiel ist einfach. Berühren, stöhnen und vergessen. Vorallem nach diesem Tag will ich alles vergessen auch die Sache in der Abstellkammer.
Ohne viel zu reden fangen wir direkt an.
Wir küssen uns. Ihre Lippen sind weich, süß nach Minze und Lipgloss. Ihre Hände wandern sofort an meinen Nacken, ziehen mich näher, als würde sie sich an mir festhalten wollen. Ich spüre ihre Nägel, leicht, kribbelnd auf meiner Haut. Ihre Zunge sucht meine, fordernd, heiß aber mein Magen zieht sich nur zusammen. Ich küsse zurück, automatisch. So wie man eben zurückküsst, wenn man weiß, wie das Spiel läuft.
Meine Hände gleiten unter ihr Shirt. Glatte Haut, warm und vertraut. Ich streife mit den Fingern über ihren Rücken, über den BH-Verschluss. Sie stöhnt leise, schmiegt sich enger an mich. Mein Körper macht mit fast reflexartig. Ich weiß, wo ich berühren muss, wie ich greifen muss. Ihre Hüfte drückt gegen meine, sie reibt sich langsam an mir. Alles läuft nach Plan. Genau so, wie ich es gewohnt bin. Wie es immer läuft.
Ich lege sie aufs Bett, schiebe das Shirt höher, küss ihren Hals, ihre Schlüsselbeine. Sie atmet schneller, krallt sich in mein Shirt. Sie will mehr. Ich sollte auch mehr wollen.
Aber irgendwas ist falsch.
Ich spüre den Druck in meiner Hose, ja. Aber nicht wegen ihr. Nicht wirklich. Da ist kein Drang, sie zu entkleiden. Kein echtes Verlangen, sie zu spüren. Nur... ein mechanischer Ablauf. Ich ziehe ihre Jeans aus, sie hilft mit, lacht leise. "Du bist ganz schön gierig heut", murmelt sie.
Ich lächle gespielt. Ziehe mich etwas zurück, betrachte sie. Sie liegt da, halbnackt, bereit, wunderschön. Alles ist perfekt.
Und trotzdem...
...fühlt es sich leer an.
Als sie sich zwischen meine Beine setzt, meine Hose runterzieht und den Kopf senkt, ist da nur diese gähnende Leere in mir. Kein Feuer. Kein Beben unter der Haut.
Was ist los mit mir? Sowas würde mich direkt geil machen wenn mir ein Mädel ein geilen Blowjob gibt. Aber irgendwie ....
Ich hab nur diesen einen Gedanken:
Das ist nicht, was ich will.
Ich presse die Augen zu und dann ist es plötzlich da. Nicht sie. Nicht ihre Berührung.
Sondern James.
Wie er mich gepackt hat. Wie seine Finger meine Haut gestreift haben. Der Blick, mit dem er mich angesehen hat, kurz bevor wir uns...
Nein. Ich will da nicht hin. Ich darf da nicht hin. Ich darf nicht an ihn denken, Scheiße.
Aber mein Körper hat mich längst verraten.
Ich liege da, auf meinem Bett, während sie auf mir sitzt, mich küsst, stöhnt, ihren Körper gegen meinen drückt und ich merke, wie ich absolut nichts dabei fühle. Keine Spannung. Kein Hunger. Kein Verlangen.
Ich spiele mit. Klar. Greife unter ihr Shirt, bewege meine Lippen, so wie man's eben macht. Aber in meinem Kopf läuft ein ganz anderer Film.
James.
Verdammt noch mal, James.
Dieses Chaos in seinen Augen. Der verdammte Stolz, obwohl ich ihn gedemütigt habe. Und dann dieser Kuss. Hart. Fordernd. Und ich? Ich hab's erwidert. Nicht nur erwidert ich wollte es. Ich wollte ihn. Wieder. Mehr.
„Was ist los?", murmelt sie, als sie merkt, dass ich einfach nur daliege. „Du bist... nicht bei der Sache."
Ich schließe die Augen. Genervt. Von mir. Von ihr. Von allem. „Nichts."
„Nichts?", sie setzt sich aufrecht hin, mustert mich. „Du schaust mich nicht mal richtig an."
Ich seufze, als hätte ich was Besseres zu tun, und schiebe sie zur Seite. „Vielleicht bist du halt einfach nicht mein Typ."
Ihre Augen weiten sich, verletzt. Ich seh's. Aber ich fühl nix. Gar nichts.
„Wow. Ernsthaft?" Sie steht auf, zieht sich schnell wieder an. „Du Arschloch."
Ich grinse kalt. „Dann geh doch."
Und das tut sie. Knallt die Tür hinter sich zu, während ich mich wieder zurück aufs Bett sinken lasse. Kein schlechtes Gewissen. Kein Bedauern. Nur Frust. Und Wut.
Nicht auf sie.
Auf ihn.
Auf James, der mir seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf geht.
Der es geschafft hat, mich so sehr aus der Bahn zu werfen, dass mein ganzer scheiß Körper nicht mehr funktioniert, wenn ich versuche, normal zu sein.
Ich schlage mit der Faust gegen die Wand. Die Stelle auf meiner Wange, wo er mich geschlagen hat, pocht immer noch. Erinnert mich daran, dass ich ihn so sehr provoziert hab, bis er's nicht mehr ausgehalten hat.
Ich wollte's so. Ich hab ihn in die Enge getrieben, ihn beleidigt, bis er explodiert ist. Weil ich's nicht ertragen hab, dass er mir so verdammt nah war. Dass ich es zugelassen habe. Dass ich es genossen hab.
Und weil ich Angst hab.
Weil ich James will aber nur so lange, wie ich die Kontrolle hab.
Und genau das hab ich verloren.
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Hey :)
schon lange her das ich mal in Taylors Sicht schreibe. Ist bisschen ungewohnt haha
Leuteeee meine Motivation kackt ab i need motivationnnnn ahh
Viel Spass beim lesen :)
Rachel xoxo
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You Are My Life
RomanceJames McMurry - ein zerbrochener Junge, zerrissen von Selbsthass. Ein Junge, geplagt von Schuldgefühlen, dem man alles genommen hat. Einer, der sich selbst und das Leben verabscheut. Der vergessen hat, was es heißt, geliebt zu werden. Der ein Geheim...
