Wir haben unsere Inhaltsrichtlinien aktualisiert.
Sieh dir die neuesten Richtlinien an, um weiterhin sicher Geschichten zu teilen.

69. Kapitel

348 12 7
                                        

POV Taylor

Die Tür fällt mit einem leisen Klicken hinter mir ins Schloss. Ich lehne mich kurz dagegen, atme durch. Tief. Ruhig. Nichts davon funktioniert. Mein Magen zieht sich zusammen, als hätte ich Säure geschluckt. Fuck. Ich hasse dieses Gefühl.

James sitzt noch auf meinem Bett, als wär das hier irgendein normales Treffen. Beine auseinander, Rücken durchgedrückt, dieser kontrollierte Blick in seinen Augen als ob er genau weiß, dass ich irgendwas vorhab. Und vielleicht tut er das auch.

„Du kannst dich auch hinsetzen, weißt du ... oder willst Wurzel schlagen", sagt er, ohne mich anzusehen.

Ich lache trocken. „Danke für die Erlaubnis." Ich gehe rüber, setze mich nicht zu nah, aber nah genug, dass er es merkt. Ich sehe seinen Kiefer, wie er sich anspannt.

„Also?", fragt er. „Warum bin ich hier? Weil du dich entschuldigen willst?"

Ich zucke mit den Schultern. „Ich versuch wenigstens, mich zu benehmen."

„Ein Wunder", murmelt er.

Ich drehe mich zu ihm. „Weißt du, du tust so, als wärst du der Einzige, dem's beschissen geht."

Er schaut mich scharf an. „Und du tust so, als wärst du überhaupt in der Lage, sowas wie 'beschissen' zu empfinden."

Autsch. Direkt in die Fresse. Ich schlucke, versuche es nicht zu zeigen. „Du hast echt 'ne große Fresse, seit du mir eine reingehauen hast."

„War nötig."

Ich beuge mich ein Stück vor. „Du redest immer von Grenzen. Von Respekt. Aber du hast keine Ahnung, was es heißt, jemandem wirklich unter die Haut zu gehen."

James lehnt sich ein wenig zurück. Wachsam. Misstrauisch. Ich kenne diesen Blick. Den hat er auch drauf, wenn er vor den Typen steht, die ihn auf dem Gang dumm anmachen. Und trotzdem bleibt er ruhig. So wie jetzt.

„Ich bin nicht hier für so'n Spiel, Taylor."

„Und was dann?" Ich lächle schief. „Weil du meine Einladung ja freiwillig angenommen hast."

Er verzieht keine Miene. „Erpressung ist keine Einladung."

Ich lache wieder. Fester diesmal. „Du hast dich trotzdem nicht gewehrt. Warum? Willst du's wissen? Willst du wissen, warum ich manchmal durchdreh, wenn du nur den Raum betrittst?"

Er sagt nichts. Aber sein Blick flackert.

Ich lehne mich näher, meine Stimme leiser. „Weil du in meinem Kopf bist, James. Und das kotzt mich an. Ich will... ich will dich hassen. Ich hab dich gehasst. Und dann war da dieser Moment... in der Abstellkammer..."

Er zuckt sichtbar. „Fang nicht damit an."

„Warum nicht?" Ich sehe ihn an. Direkt. „War's nur ein Ausrutscher? Für dich?"

„War's für dich keiner?" Seine Stimme ist ruhig, aber seine Hände ballen sich.

Ich lächle schief. „Vielleicht. Vielleicht war's ein verdammter Fehler. Aber es fühlt sich an wie ein Fehler, den ich nochmal machen will."

Ich rutsche näher, meine Schulter berührt seine. Und er... bewegt sich nicht. Noch nicht.

„Was willst du wirklich?", fragt er plötzlich. Seine Stimme klingt rau. Nicht unsicher, aber... angeschlagen.

Ich starre ihn an. Die Antwort liegt auf meiner Zunge. Ich will dich, damit ich danach wieder normal bin. Ich will dich, um zu sehen, ob ich dich wirklich will. 

Ich will dich, um dich loszuwerden.

Ich hab ein Plan durchzuziehen und dafür muss ich Grenzen überschreiten.

Aber ich sage stattdessen:

You Are My LifeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt