POV Taylor
Ich kann nicht mehr ruhig sitzen. Mein Herz rast, meine Gedanken überschlagen sich. Das Bild von James wie er mich ansah, wie er zitterte, wie er floh ... brennt sich wie Feuer in meinen Schädel. Ich habe die Kontrolle verloren. Ich habe ihn verletzt. Nicht nur körperlich... schlimmer. Ich weiß nicht, ob ich das noch rückgängig machen kann, aber ich weiß eins:
Ich kann nicht hier bleiben.
Hastig schnappe ich meine Jacke, meine Schlüssel, die ersten Schuhe, die ich finde. Ich stürme aus dem Haus, werfe die Tür hinter mir zu, renne zu meinem Wagen. Meine Finger zittern beim Einsteigen. Der Motor heult auf, als ich aufs Gas trete.
Ich muss zu ihm. Sofort.
Die Nacht wirkt wie ein einziger dunkler Tunnel, als ich über die leeren Straßen rase. Meine Hände klammern sich fest ans Lenkrad, meine Knöchel sind weiß vor Anspannung. Ich blicke kaum auf die Straße. Meine Gedanken kreisen nur um ihn. Um James.
Was, wenn ich zu spät bin?
Was, wenn ich... ihn schon verloren habe?
Mein Magen schnürt sich zusammen. Ich kann den Geschmack der Panik beinahe schmecken. Die Bilder von vorhin schießen mir immer wieder in den Kopf. Seine Augen, voller Angst. Sein Körper, zitternd unter meinen Händen. Wie er davonlief.
Verdammt... ich habe es vermasselt. Ich habe alles vermasselt.
"Ich hätte ihn nicht so drängen dürfen", flüstere ich ins Lenkrad. "Ich hätte... ich hätte es sehen müssen, wie kaputt er ist. Wie sehr er leidet. Wie selbstzerstörerisch er ist."
Der Motor heult unter mir, als ich beschleunige. Meine Brust fühlt sich eng an, als würde jemand sie zusammendrücken. Ich schlucke hart, versuche tief zu atmen, aber es hilft nichts. Mein Herz hämmert.
Er hat mir nie viel erzählt. Wie den auch... so wie ich ihn immer behandelt habe. Immer nur Andeutungen. Verschlossene Türen. Verletzte Blicke. Aber was auch immer mit ihm passiert ist... ich habe nur an mich gedacht. Nur an mein verdammtes Verlangen.
"Bitte... bitte tu dir nix an."
Ich biege scharf in die Straße ein, wo der große, graue Gebäudekomplex steht. Er wirkt bei Nacht noch trostloser. Kalt. Abweisend. Ich springe aus dem Auto, knalle die Tür hinter mir zu und renne auf den Eingang zu.
Die Klingelschilder reihen sich vor mir auf. Ich überfliege Namen um Namen. Kein James McMurry.
"Verdammt, verdammt!"
Ich beiße mir auf die Lippe, laufe hektisch auf und ab, während der Druck in meinem Brustkorb zunimmt. Ich kann ihn nicht einfach so finden. Ich habe keine Wohnung, keine Nummer.
"Suchst du jemanden?", fragt plötzlich eine weibliche Stimme.
Ich drehe mich ruckartig um. Eine rothaarige Frau steht im Eingangsbereich, vermutlich eine Bewohnerin. Sie mustert mich, vorsichtig aber aufmerksam.
"Ja!" keuche ich, trete sofort auf sie zu. "Bitte... ich suche James McMurry. Er wohnt hier. Es ist dringend. Sehr dringend."
Sie blinzelt verwirrt, erkennt aber wohl meine Verzweiflung.
"James? Der Junge aus dem dritten Stock? Ganz hinten rechts."
Meine Knie werden weich vor Erleichterung. "Ja, ja! Genau! Können Sie mich bitte reinlassen? Ich muss sofort zu ihm."
Sie zögert kurz, schaut mir dann tief in die Augen. "Er... ist ein ruhiger Junge. Nie Besuch."
"Bitte... ich flehe Sie an."
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You Are My Life
RomanceJames McMurry - ein zerbrochener Junge, zerrissen von Selbsthass. Ein Junge, geplagt von Schuldgefühlen, dem man alles genommen hat. Einer, der sich selbst und das Leben verabscheut. Der vergessen hat, was es heißt, geliebt zu werden. Der ein Geheim...
