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65. Kapitel

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POV James

Er taumelt einen Schritt zurück, sieht mich an, als hätte ich ihn gerade auf den Boden der Realität geprügelt.

„Arsch", zische ich. Dann drehe ich mich um und reiße die Tür auf.

Ohne ein Wort zu sagen stehen wir beide vor der Tür des Klassenraums.

Die Tür quietscht in die angespannte Stille hinein.
Alle Köpfe drehen sich zu uns.

Ich sehe die überraschten Blicke. Das kurze Tuscheln. Taylors Gesicht ist noch leicht gerötet, dort wo meine Faust ihn erwischt hat. Ich habe ihn getroffen und trotzdem fühlt es sich an, als hätte ich verloren.

„Wie schön, dass ihr auch mal erscheint", sagt unser Bio Lehrer sarkastisch. Die Augenbraue hebt sich langsam. „Wollt ihr uns auch verraten, warum ihr zu spät seid?"

Stille.

Taylor sagt nichts. Ich auch nicht.
Wir stehen einfach da, wie zwei Figuren auf einem Schachbrett, die nicht wissen, wer gerade wen in die Enge treibt.

Wir sagen nichts.

Die Stille zieht sich. Peinlich lang. 

Taylor starrt auf einen Punkt irgendwo vor sich. Seine Kiefermuskel zuckt.

Ich verharre, ruhig, regungslos, wie eine Mauer, gegen die alles prallt.

„Gut, dann eben nicht. Stellt euch da vorne hin. Vielleicht überlegt ihr es euch ja in den nächsten Minuten", sagt der Lehrer genervt und blättert in seinen Unterlagen.

Wir stehen.
Die ganze Klasse sieht uns an. Flüstern. Tuscheln. Lachen.

„Alter", murmelt jemand hinten in der Reihe, „was hat der denn im Gesicht?"

„Taylor, alles okay bei dir?" ruft einer seiner Freunde halb lachend. „Oder hat dich James verkloppt?"

Gelächter.
Ein paar Stimmen machen „Uuuh"-Geräusche.
Dann wird Taylor still.

Er dreht sich um.
Langsam.
Seine Augen brennen.

„Was hast du gesagt?" zischt er, seine Stimme dunkel vor Zorn.

„War doch nur Spaß, Mann—"

„Halt die Fresse du Wichser!"

Stille.

Alle verstummen. Auch der Lehrer schaut jetzt auf. Doch bevor jemand eingreifen kann, ist Taylor schon einen Schritt auf mich zugestürmt.

„Willst du dich hier aufspielen, oder was?!" faucht er mich an. „Mit deinem toten Blick, als wärst du was Besseres?! Das ist alles deine Schuld!"

Ich bewege mich nicht.
Schaue ihn nur an. Kühl. Neutral.

Das Gelächter wird lauter und Taylors Blick immer wütender und hasserfüllter. Er ist kurz vom platzen, anscheinend lachen sie ihn aus weil die Vorstellung das ich ihn geschlagen hätte unvorstellbar ist.

„Du bist nichts, James", spuckt er mir entgegen. „Ein erbärmlicher kleiner Niemand. Du läufst rum, als würde dich die Welt schulden dabei siehst du aus, als hättest du seit Jahren keinen Spiegel mehr benutzt. Vielleicht auch besser so, bei dem Gesicht."

Geht das wieder los. Er muss auch immer auf das Äußere gehen als würde ihm keine anderen Beleidigungen einfallen. Wie langweilig.

Ein leises Keuchen von der Seite.

„Taylor, jetzt beruhig dich mal", sagt ein Mädchen vorsichtig.

Er hört sie nicht. Oder er will es nicht.

„Immer dieses lächerliche Getue .... Du bist ein Witz. Und du hast nichts NICHTS was dich in irgendeiner Weise besonders macht! Weißt du, wie viele Leute hier deinen Namen nicht mal kennen? Weil du so fucking unwichtig bist!"

Wo von redet er eigentlich der Idiot ? Es wäre besser wenn er den Mund halten würde sonst kommt was unüberlegtes war er später bereuen wird.

You Are My LifeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt