Cassandra
Es vergehen viele Minuten, vielleicht auch Stunden und hier herrscht eine angenehme Stimmung.
Manche der Wölfe schlafen, während ein paar andere ihre Augen nach Gefahren aufhalten. Ich glaube, die wollen mich beschützen, weshalb ich sie dann auch nicht von der Arbeit abhalte.
Bis jetzt weiß ich immer noch nicht, warum die bei mir sind, Traum hin oder her. War das wegen dem Gesang?
Oder weil sie mich als Bedrohung sahen? Aber dann hätten sie mich schon erledigt.
Mann, das ist hier zum Zähne ausbeißen.
Ich könnte auch so eine Wirkung wie auf die Menschen hier haben, die sich auch vor mir verbeugen und ohne Widerrede Sachen mache, die ich sie bitte.
Zum Beispiel war ich heute beim durch das Schloss herumgeistern so genervt, dass ich aus Spaß zu einer Angestellten, die mir über dem Weg gelaufen ist, gesagt habe, sie solle wie ein Flamingo auf einem Bein hüpfen.
Sie verneigte sich, meinte so etwas wie wie sie wünschen und tat es. Diese Frau hat sich einfach so zum Trottel gemacht, nur weil ich sie darum gebeten habe.
Ich schüttele innerlich deshalb den Kopf und schließe meine Augen und entspanne.
Wie so oft heute habe ich keinen blassen Schimmer wie viel Zeit vergeht, aber nach einer langen Weile höre ich ein schnelles und lautes Trommeln auf dem Waldboden.
Was geht denn jetzt schon wieder ab? Tauchen hier gleich seltsame Gnome mit Trommeln auf, die den Mond anbeten wollen oder was?
Ich seufze genervt auf und öffne meine Augen.
Die nicht schlafenden Werwölfe haben schon eine angriffslustige Position eingenommen und so langsam regen sich auch die Wölfe neben mir.
Die Zwei stellen sich vor mich und mittlerweile sind alle wach.
Gerade bin ich ihnen wirklich dankbar, denn es ist bei weiterem Überlegen doch unwahrscheinlich, dass dieses Trommeln von irgendwelchen Gnomenausgeht, die Party machen wollen.
Und ich habe recht.
Keine Minute später taucht ein sprintendes etwas auf und bleibt vor dem ersten Werwolf stehen.
So langsam erkenne ich was es ist und dieses etwas stellt sich als ein riesiger, tiefschwarzer Wolf heraus.
So schwarz wie die Nacht und mindestens 2 Meter auf vier Pfoten.
Gott, was ist das denn für ein Monster? Ich mache mich unbewusst noch kleiner, der könnte mich mit einem Happs mir nichts, dir nichts, mich verschlingen.
Die anderen sind mindestens um die Hälfte kleiner als dieses Viech und ich hatte schon vor denen Angst.
Dieser Riese schaut sich suchend um und schnell bücke ich mich nach unten, hinter meinen zwei Beschützern um Schutz zu finden.
Ich hoffe doch, die lassen sich nicht von ihm unterkriegen, denn ansonsten bin ich gleich tot.
Ich bemerke im Augenwinkel, wie sein Blick über mich vorbei huscht und innerlich klatsche ich in die Hände. Sehr gut.
Doch meine Freude wird auch gleich in Schutt und Asche gelegt, sobald ein unglaublich lautes und fuchsteufelswildes Knurren mir fast eine Herzattacke zubereitet.
Ach du kacke, der ist aber wütend.
Ich spüre, wie sich die zwei Werwölfe bewegen und schaue auf.
Die verneigen sich jetzt nicht ernsthaft vor ihm, oder?
Die anderen machen es den beiden Schissern nach und jetzt bin ich wirklich erledigt.
Finito, fertig mit der Welt, echt jetzt.
Dieses Arsch von bösen Wolf knurrt noch einmal und meine Freunde winseln vor Angst.
Pff, die sollten mich beschützen?
Ich dachte, ich bin ihr Anführer und die machen sowas!
Jetzt ist es totenstill.
Wirklich still.
Nur der Wind ist zu hören und ich schlage mir panisch die Hände vor dem Mund.
Selbst ich habe jetzt keine Worte für meine Dummheit. Ich habe doch nicht ernsthaft meinen letzten Gedanken laut geflucht.
Dieser Wolf reißt mich aus meinen Gedanken, in dem er noch wütender als vorher knurrt.
Aber da ich, ganz ehrlich, nichts mehr zu verlieren habe und ich eh schon mein Leben verspielt habe, stehe ich auf und ziehe meinen Rücken gerade. Der soll hoffentlich nicht denken, ich hätte Angst vor ihm. Obwohl ich mir genau jetzt vor Angst in die Hose machen könnte.
Seine Augen schießen sofort zu mir, doch ich kann nichts in ihnen erkennen.
Es ist zu dunkel und gerade kommt der besten Gedanke der Weltgeschichte bei mir an.
Ich träume doch, also stellt dieses Monster keine Bedrohung für mich dar.
Ich fühle mich so erleichtert und deshalb bin ich vielleicht etwas übermutig.
Dieses Monster knurrt erneut, doch dieses Mal ist es länger und hört sich wie irgendwelche Wörter an, die an die Feiglinge hier gehen.
Und keine Sekunde später fliehen sie und verschmelzen mit der Dunkelheit, die hier herrscht.
Die lassen mich doch nicht wirklich hier alleine mit dem, oder?
Ich bin noch zu geschockt um zu reagieren, da dieses Monster auf mich zu kommt, doch nach ein paar Momenten fange ich mich zum Glück wieder.
Es mustert mich seltsam und innerlich wird mir unwohl bei diesem Gedanken, doch ich träume, also ist es nicht so schlimm.
Ich drehe mich extra einmal für ihn und bleibe danach wieder stehen. „So, hast du alles gesehen, was es zu sehen gibt? Und willst du mich etwa wirklich töten und dann fressen?", frage ich ihn spöttisch, denn der leckt sich gerade ernsthaft gierig über den Mund.
„Tja, dann muss ich dich", dabei zeige ich mit meinem ausgestreckten Finger auf ihn, „leider enttäuschen, denn du wirst mich nicht töten!", sage ich trotzig und sein Gesichtsausdruck wechselt wieder zu irgendeinem anderen Gefühl, wenn der überhaupt Gefühle hat.
Dass er mich nicht töten kann, weil ich träume, verschweige ich dem mal lieber.
Ich erwarte eine Reaktion von ihm, irgendeine wie böse zu knurren oder sonst was, der aber schaut mich nur an.
„Verstehst du mich nicht oder bist du sprachlos?", will ich zickig von ihm wissen.
Mir ist bewusst, dass er mir nicht antworten kann, doch das ist mir gerade dezent egal.
Ich schaue dem weiter in die Augen und auf einmal hört man ein widerliches Knacksen von vielen Ästen und- Oh mein Gott, nein, ich kotz gleich. Ohne Witz.
Sein Körper verformt sich und wird kleiner und dieses Knacksen stamm nicht von Ästen, sondern von seinen Knochen.
Boah, das ist so eklig. Ich hasse dieses Geräusch so sehr.
Ich versuche dieses Gefühl mit wedelnden Händen zu verscheuchen und automatisch schließen sich meine Augen, die ich dann auch schnell noch mit meinen Händen bedecke um irgendwie diese Erinnerung los zu werden.
Gleich danach verebbt auch das Knacksen und es kehrt eine seltsame Stille ein.
Doch diese wird von vier Wörtern unterbrochen, sodass wie so oft heute mein Herz einen Schlag aussetzt.
„Du bist einfach unglaublich!"
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Manusia SerigalaNormalerweise fangen diese Bücher doch immer mit „Cassandra ist ein normales Mädchen, 17 Jahre alt und führt ein normales Leben. Bis sie ihn trifft..."an. Den Rest könnt ihr euch ja selber zusammenreimen, was passiert. Aber wer hat bitte schön gesag...
