Cassandra
Kurz vor der milchigen, weißen Glastür halte ich an und ich merke, wie die Personen hinter der Tür unruhig werden.
Ich verharre in meiner Bewegung und konzentriere mich auf das Gefühl meine Macht in die Luft zu leiten, sodass Frank nervös wird.
Ich habe auf der ganzen Fahrt überlegt, wie ich mich verhalten soll und ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich so bin wie immer mit dem Unterschied, dass man meine Macht und meinen Rang deutlich spüren wird.
Denn ich muss mich vor einigen Männern behaupten, deren Frauenbild im Mittelalter stecken geblieben ist und ich habe nun schon des Öfteren die Erfahrung gemacht, dass sie mich nicht wirklich ernst nehmen. Und hier wäre es noch schlimmer.
Das hier ist meine Welt. Mein Territorium.
Mein Gebiet.
Hier ist nicht mein Mate der Chef, sondern ich.
Ich drücke die Klinke runter und trete geschmeidig ein.
Mit leisen, aber kraftvollen Schritten, durchgedrücktem Kreuz und mein Kinn oben betrete ich den Raum.
Sofort liegen alle Augen auf mir und ich muss leicht lächeln.
Via lockert das Ventil, dass meine Autorität davon abhält an die Luft zu gelangen und Frank positioniert sich á la Bodyguard vor der Tür mit verschränkten Armen.
Keiner sagt etwas, was ich recht unhöflich finde, weshalb ich den Anfang mache.
„Ich hoffe doch, ihr habt nur vergessen mich einzuladen", erklingt meine Stimme sanft und ich hebe eine Augenbraue, während ein abwartendes Lächeln mein Gesicht ziert.
Via lockert das Ventil noch mehr und augenblicklich senken sie betreten und respektvoll ihren Kopf. Na geht doch.
Das hätte ich auch bei den anderen Männern machen sollen, die einfach nur Arschlöcher gewesen sind.
„Schade, dass keiner Antwort", werfe ich in die Stille ein und ich setze mich am anderen Ende des langen Tisches, dass frei ist. Wie passend.
Einer nach den anderen erhebt sich und sie verneigen sich wie es sich gehört.
Ich schließe kurz meine Augen und sehe einige bunte Punkte, die wohl die Männer vor mir darstellen.
Vereinzelt erkenne ich ein paar Jungs mit denen ich privat gut bin und ich seufze. Es ist komisch. Zu wissen, dass meine Freunde Werwölfe sind.
„Normalerweise seid ihr auch nicht so still", versuche ich es wieder.
„Es tut uns leid", meldet sich Jeffrey zu Wort und ich lächle ihn an.
„Es ist okay. Ich hoffe aber, ihr schließt mich nicht noch einmal aus." Prüfend mustere ich sie, die nur schwer meinen Blick erwidern können und ich bemerke erst jetzt, dass Via immer noch mit der Macht aufdreht.
Es fühlt sich so gut an.
,Ich weiß', entgegne ich und genieße dieses berauschende Gefühl noch für einen Moment, bevor ich ihr befehle mit der Kraft zurückzugehen, da wir es anscheinend leicht übertrieben haben.
Aus verschiedenen Richtungen höre ich leises Aufatmen und mein Grinsen vergrößert sich unbeabsichtigt.
Der Mann, der gegenüber von mir am anderen Kopf des Tisches sitzt, erhebt sich.
„Es ist uns eine Ehre Sie hier zu haben, Königin Cassandra." Steif schaut er mich an und ich winke mit der Hand ab.
„Für euch nur Cassandra. Ihr dürft mich duzen." Ich kann nicht verhindern, dass er mir unsympathisch wird. Diesen Satz habe ich mittlerweile zu oft gehört und es langweilt mich.
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Pop Star
Hombres LoboNormalerweise fangen diese Bücher doch immer mit „Cassandra ist ein normales Mädchen, 17 Jahre alt und führt ein normales Leben. Bis sie ihn trifft..."an. Den Rest könnt ihr euch ja selber zusammenreimen, was passiert. Aber wer hat bitte schön gesag...
