Kapitel 62

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Cassandra

Ich gehe in den nächsten Stunden der Presse bewusst aus dem Weg und widme mich lieber der Musik. Deshalb befinde ich mich auch seit drei Stunden in einem anderen Tonstudio, dass mir gehört, da ich nicht nach Hause kann.

Denn Dad hat Frank nach dem Essen angerufen, um sich nach mir zu erkunden und dabei hat er uns noch berichtet, dass unten nun noch mehr Leute auf mich warten, weshalb das jetzt der letzte Ort ist, wo ich auftauchen möchte.

Meine Bodyguards zocken nun irgendein Spiel auf der PS4, da sie nichts zu tun haben und ich keine Lust hatte, dass sie mir auf die Pelle rücken.

Am Anfang haben sie sich dabei unwohl gefühlt, weil sie nicht ihre Pflicht erfüllen würden, aber nachdem ich es ihnen befohlen habe, hatten sie keine Wahl mehr. Und jetzt muss ich die Tür schließen, damit ich deren Geschrei ausblenden kann, da sie sehr engagiert spielen.

Ich habe mir die Konsole vor einem Jahr geholt, als sie wieder im Trend war und Freunde mich dazu angesteckt hatten. Doch nach zweimal spielen, verlor ich die Lust an dem Teil und es stand bis jetzt unbenutzt in einem anderen Zimmer des Studios. Immerhin hat es jetzt ein Nutzen.

„Wie findest du die Melodie?" Frank erweckt meine Neugier und setzt sich neben mir ans E-Piano. Er spielt ein paar Töne vor, die nicht wirklich miteinander harmonieren, weshalb ich lachen muss.

„Hey, in meinem Kopf klang es besser", verteidigt er sich lahm und mein Lachen verstärkt sich.

„Sing es lieber", presse ich gerade so heraus und versuche ernst zu bleiben und sobald er seinen Mund öffnet, um tief einzuatmen, muss ich noch mehr lachen.

Dafür ernte ich grimmige Blicke und versuche mich nun wirklich zusammenzureißen.

„I'm sorry", presse ich heraus und halte mich im Zaum.

Frank atmet zum gefühlt tausendsten Mal tief ein und trällert die Melodie, die ihm Wohl seit Tagen im Kopf schwebt. Man merkt, dass er nicht oft singt, aber es klingt nicht schlecht.

Ich spiele die Töne am Klavier und er schaut mich überrascht an.

„Genauso meinte ich das, woher weißt du es?", gibt er staunend von sich und ich zucke mit den Schultern. „Irgendwann weiß man, welcher Ton welche Note ist."

Beeindruckt nickt er und ich wiederhole die Tonabfolge.

Frank hat darauf bestanden, bei mir zu bleiben und mir beim Song schreiben zu helfen, da ich demnächst ein weiteres Album veröffentlichen möchte. Leider habe ich die Mappe mit den neuen Songs nicht dabei, denn sie liegt zu Hause in meinem Zimmer. Aber so arbeite ich wenigstens an einem ganz neuen Stück.

Bis jetzt ist er auch ganz ruhig gewesen und hat sich von meiner Stimme faszinieren lassen, wenn ich kurz etwas gesungen habe.

Ich weiß nicht, welche Auswirkungen es auf Wesen und erst recht auf Werwölfe hat, wenn sie andauernd live mein Gesang hören, da ich sie damit beeinflussen kann.

Deshalb war ich auch nicht so begeistert, dass er bei mir bleibt, aber was soll ich machen? Er ist im Moment einer der sehr wenigen Leuten, mit denen ich über meine zweiten Heimat, das dritte Königreich, reden kann.

Na gut, er ist der Einzige.

Betrübt darüber, wandern meine Finger auf die linke Hälfte der Pianotasten und spielen eine depressive Melodie.

„Wieso auf einmal so traurig?", harkt er nach und ich drehe mich in meinem Drehstuhl um den Kreis.

„Keine Ahnung, frag mich was anderes."

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