Zachary
Ich gehe die paar Schritte, die mich vor den Blicken der anderen schützen, und sobald ich in Sichtweite bin, hört das Stimmengewirr abrupt auf.
Ohne eine Miene zu verziehen, laufe ich zur Mitte des Saales, also nur geradeaus, sodass alle auf mich herabschauen können.
Das hier lässt sich ebenfalls auf die Traditionen zurückführen, denn man bildet sozusagen das Fundament, also die Grundlage für die nächsten Jahrzehnte und deshalb befinde ich mich auf der tiefsten ebene dieses Saales.
Ich lasse meinen Blick durch die Menge schweifen und alle schauen, soweit ich es auf einem Blick erkennen kann, gespannt aus.
Mein Wolf meldet sich wieder und das Verlangen nach Cassandra setzt verstärkt ein, da sie ganz in der Nähe ist, was mich fast wahnsinnig macht.
Aber um meine Konzentration und natürlich meine Fassung aufrecht zu halten, schaue ich geradeaus und treffe Jonas Augen, die schelmisch aufblitzen.
Fast hätte ich mitgelächelt, doch ein Zucken in meinem Mundwinkel muss ihm ausreichen.
Schließlich bleibe ich neben ihm auf dem großen Podest stehen und nicke allen zu, eine Gewohnheit, die sie alle schon von mir kennen. Aus Routine erhebe ich meine Stimme und leite den Hauptteil der Krönung ein, was eigentlich aus der Standartklausel besteht.
Es ist ganz leise, nur ich spreche kraftvoll in den Saal und ich kann spüren, wie sich meine Macht ausbreitet, da ich langsam in den wirklichen Herrschermodus übergehe. Ich konzentriere mich darauf, meine Wortwahl passend zu gestalten und nach einigen Minuten – mein Zeitgefühl hat sich von mir verabschiedet – übernimmt Jonas wie nach Plan.
Er leitet zur Zeremonie über und ab da schalte ich aus, denn mir ist die Prozedur bekannt und gleich wird Cas hineinkommen.
Süße Vorfreude breitet sich in meiner Magengegend aus und ich muss mir ein Lächeln unterdrücken. Gleich sind Cas und ich für immer aneinander gebunden und das unwiderruflich.
Denn das Ritual bindet unsere Leben für immer an das Königreich und aneinander. Außerdem hält unsere Bindung stärker als die Matebindung, da es eine Katastrophe wäre, wenn sich die Herrscher trennen würden. Logischerweise würde sich auch das Volk trennen und man sieht schon am Verlauf der Geschichte der Menschen, was mit getrennten Völkern passieren kann.
Daher sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Cas und ich uns je trennen werden, drastisch, da normale Matebindungen ein bisschen schwammig sind und ich atme unbewusst beruhigt aus.
Wenn ich so weiter darüber nachdenke, ist sich Cassandra vielleicht nicht vollkommen bewusst, was dieser Abend für sie bedeuten wird, aber ich vertraue ihr und meiner Göttin, sodass eigentlich nichts zu befürchten ist.
Cas Geruch verstärkt sich drastisch und überrascht richte ich meine Augen auf die Quelle, denn ich bin in meinen Gedanken vertieft gewesen. Mir bleibt die Luft stecken, sobald ich sie sehe.
Sie läuft elegant und nur wie eine wahre Königin es könnte, die Treppen hoch und ihre Erscheinungen passt sich perfekt zum Saal an, sodass es eine Verbundenheit schafft.
Sie ist der Wahnsinn.
Ich wurde von der Göttin mit dem besten vom besten belohnt und gerade kann ich mein Glück kaum in Worten fassen.
Ich spüre immens viel Liebe in meiner Brust und es scheint mir unmöglich, meine Augen jemals wieder von ihr nehmen zu können.
Ihre Haut strahlt in den warmen Lichtern und das Kleid bringt ihren Körper unglaublich gut zur Geltung. Ihre Haare sind nach hinten gebunden worden und ihre Augen strahlen mich wie funkelnde Monde an. Doch das erschütterndste ist ihre Ausstrahlung, ihre Macht umhüllt sie wie eine unzerstörbare Wolke und macht sie für mich nur noch heißer, obwohl das kaum mehr geht.
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WerwolfNormalerweise fangen diese Bücher doch immer mit „Cassandra ist ein normales Mädchen, 17 Jahre alt und führt ein normales Leben. Bis sie ihn trifft..."an. Den Rest könnt ihr euch ja selber zusammenreimen, was passiert. Aber wer hat bitte schön gesag...
