Cassandra
Später finde ich mich in meinem Tonstudio wieder und mache das, was ich am besten kann. Nämlich Musik.
Ich möchte einfach nicht mehr an die vergangenen Stunden denken.
Trostlos versuche ich ein paar Melodien, die mir spontan einfallen, am Klavier zu spielen und ich notiere sie.
Ich lasse meine ganzen Gefühle nach außen und arbeite mit ihnen. Zum einen ist es schmerzhaft, aber zum anderen ist es genau mein Weg mit Sachen umzugehen.
Ich weiß nicht wie lange ich im Studio gewesen bin, aber als ich es verlasse ist mein Zimmer dunkel, da die Sonne schon untergegangen ist und es liegen drei Songs auf meinem Pult, die mindestens zur Hälfte fertig sind. Und noch ein weiteres, aber da habe ich bis jetzt nur die Grundidee.
Erleichtert und deutlich ruhiger greife ich nach meiner Trinkflasche, die voll auf meinem Couchtisch steht und ich leere sie gierig.
Meine Gedanken wandern wieder zu Zach und nur noch eine kleine Flamme vom Schmerz ist vorhanden, denn der große Brand in meinem Herzen wurde von den Noten, von der Musik erloschen.
Ich schaue mich im dunklen Raum um und ich bin noch nicht bereit das Licht anzumachen. Im dunklen ist es angenehmer, da die Lichter der Stadt mein Zimmer ein bisschen erhellen.
Gedankenverloren setze ich mich auf dem Boden vor dem langen Panoramafenster und ich lehne mich an einer Couch an, die direkt davor steht.
Blau und gelb dominieren die Farben der Lichter der Hochgebäude und der Gedanke, diesen Ort zu verlassen, stimmt mich einfach nur sad. Aber ich verdränge es wieder und genieße die Sicht. In Ruhe.
So verbringe ich die nächste Zeit bis ich meinen Hunger nicht mehr ignorieren kann. Ich stehe auf und schau mich noch einmal in diesem stillen Zimmer um, bevor ich die Tür öffne und in den Gang gehe.
Plötzlich spüre ich einen Wiederstand an meinen Beinen, da ich gegen etwas gelaufen bin und ich fliege fast auf den Boden.
Erschrocken schellt mein Blick nach unten, wo Zachary auf dem Boden an der Wand angelehnt sitzt und er schaut auf.
„Hey, was machst du hier?" Ich mustere ihn verblüfft und mein Herz macht einen Freudensprung bei seinem Anblick, während es sich noch von dem Schreck erholt.
„Ich wollte bei dir sein." Seine dunklen Augen beobachten mich ruhig und gelassen wie er da sitzt wird mir ganz warm.
„Wieso hast du mir nicht Bescheid gegeben? Per mindlink, meine ich."
„Ich wusste, dass du Zeit für dich brauchst und erst wieder kommst, wenn du bereit bist."
Ich lächle ihn warm an und stimme ihm wortlos zu. Ich setze mich gegenüber von ihm auf dem Boden und unsere Beine berühren sich, sodass diese Stellen anfangen auf einer angenehmen Weise zu brennen.
Er sitzt in einer schwarzen Hose und einem weißen T-Shirt da. Ich erkenne seine Brandung durch das helle Stoff und ich muss den Drang unterdrücken, es zu berühren.
Seine dunklen, fast schwarzen Haare liegen ihm durcheinander auf dem Kopf und seine hohen Wangenknochen sind heute noch markanter als sonst.
Seine blutroten Lippen ziehen mich an und in den nächsten Sekunden kann ich meinen Blick nicht davon abwenden.
Ich will ihn küssen. Nie mehr los lassen. Nie mehr gehen.
So langsam geht mein Blick höher und bleibt bei seinen Augen hängen. Diese wunderschönen Augen, in denen man sich am liebsten fallen lassen und eintauchen möchte.
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Pop Star
WerewolfNormalerweise fangen diese Bücher doch immer mit „Cassandra ist ein normales Mädchen, 17 Jahre alt und führt ein normales Leben. Bis sie ihn trifft..."an. Den Rest könnt ihr euch ja selber zusammenreimen, was passiert. Aber wer hat bitte schön gesag...
