Kapitel 44

2.8K 136 11
                                        

Cassandra

Nach zwei Stunden Fahrt ist es acht Uhr und im Moment befinden wir uns in der Nähe von Billingen - ein Kaff im Nirgendwo - auf der Rv15.

Mein Magen schmerzt schon vor Hunger und Frank geht es auch nicht besser. Sein Bauch knurrt gefühlt öfter als dass ich Bäume sehe.

Doch die erste Möglichkeit zu Essen ist noch eine Stunde und zwanzig Minuten entfernt und zwar handelt es sich um eine Tankstelle.

Die zweite Variante wäre in Sandane, wo wir hinfahren, zu essen, doch das dauert auch zwei Stunden. Denn das Restaurant, dass Frank ausgesucht hat, öffnet erst, wenn wir daran vorbeifahren und da wir angeblich einen engen Zeitplan haben, könnten wir nicht an anderen Restaurants warten bis die öffnen.

Ich habe auch schon im Navi gesucht, ob es einen McDobald's hier in der Nähe gibt, aber vergebens. Der erste liegt am Arsch der Welt im Norden und überhaupt nicht auf unserer Route. Wir fahren nämlich ganz in den Westen Norwegens.

Die dritte Möglichkeit wäre, gleich im Flugzeug zu essen, was ich mittlerweile überlege zu nehmen. Denn der Unterscheod zwischen dem Restaurant und dem Flugzeug beträgt nicht einmal 40min und obwohl ich vor Hunger sterben könnte, ist es deutlich entspannter in der Luft zu essen.

Ansonsten müsste ich mir mein Essen schnell in mich hinein stopfen, da Frank keine Sekunde still bleiben kann. Irgendwie ist er nervös.

Außerdem weiß ich nicht einmal, wohin wir von Sandane aus fliegen.

Von all den Entscheidungen wurde mir wie immer nichts gesagt und ich bin relativ sauer auf Frank.

Er hat mich aus der Planung einfach rausgehalten.

Immer wenn ich nicht vor Ort gewesen bin, hat er mit René überlegt, diskutiert und geplant wie wir jetzt wohin fahren. Und hallo? Ich habe doch wohl ein Wort mitzureden.

Ich schüttle leicht den Kopf. Männer.

Eine halbe Stunde bevor wir Sandane erreichen, müssen wir die Fähre nehmen und danach sind wir endlich da.

Wir fahren aus der Stadt zum Flughafen, der fast nur aus wenigen Landebahnen besteht.

Kurz davor halten wir an und warten auf ein Signal, von dem ich keine Ahnung habe, was er bedeutet. Mir wird ja nichts erzählt.

Schließlich bekommt Frank den Anruf auf den er gewartet hat und wir fahren weiter, direkt auf die Landdebahn zu.

In der Ferne erkenne ich einen kleineren Flugzeug, also unser PrivatJet, während er noch telefoniert.

„Ist doch mir egal. Ihr besorgt uns Essen. Auf der Stelle. Oder wollt ihr, dass die Königin nicht zu frieden ist? Was ich im Moment sehr stark annehme."

Da spricht wohl der Hunger aus ihm.

„Irgendwie kriegen die heute nichts hin und-", regt er sich bei mir auf, sobald er aufgelegt hat, aber ich unterbreche ihn.

„Es ist okay, ehrlich", beschwichtige ich ihn. „Dann gönnen wir uns halt ein richtig geiles Essen, wenn wir ankommen."

„Was für ein Essen hast du denn erwartet?", ich schaue ihn aus dem Augenwinkel an.

„Na Fleisch, was denn sonst?"

Ich schnaube. Ernsthaft? Wie kann man sich wegen so etwa so sehr aufregen?

„Mein Wolf braucht es", verteidigt er sich schwach, „und wir essen gerne viel Fleisch. Das stärkt uns." Sein sehnsüchtiger Blick entweicht mir nicht.

Pop StarWo Geschichten leben. Entdecke jetzt