Cassandra
In meinem Pyjiama esse ich zu Mittag und dankbar lächle ich Frank an, der nichts zu meinem Befinden sagt. Denn ich weiß selber, dass es mir richtig schlecht geht und es in diesem Ausmaß nicht normal ist.
Die Sonnne muss mittlerweile im Zenit stehen, was für mich bedeutet, dass die Erlösung nur noch 12 Stunden entfernt ist.
Ich kann eigentlich nicht sagen, was immer in so einer besonderen Nacht passieren wird. Vielleicht hätte ich es vor einem Monat besser einschätzen können, aber jetzt habe ich die Krönung hinter mir und die Bindung wird definitiv neue Folgen mit sich ziehen.
„Iss bitte mehr, du magerst dich ab", mahnt mich Dad besorgt, „und du hast sowieso schon abgenommen, seitdem du von diesem kranken Adam entführt worden bist", stellt er fest ich zwinge mich eine weitere Gabel der Tortellini in den Mund zu nehmen.
Ich spüre wie mich Frank genauer mustert und er zieht in Gedanken versunken die Augenbrauen zusammen.
„Zufrieden?", stelle ich Dad meine nicht ernst gemeinte Frage und er schüttelt mit verzogenem Gesicht den Kopf. „Nein", antwortet er ernst und holt die Pfanne aus der Küche um mir mehr zu servieren, obwohl ihm bewusst sein müsste, dass ich nicht so viel essen werde.
Ich zwinge mich noch ganze fünf Minuten durch das Essen und in mir zieht sich etwas zusammen. Es ist ist nicht so, dass es nicht köstlich wäre, von wegen, es ist seit langem das Beste, dass ich gegessen habe. Aber seit 36 Stunden existiert mein Appetit nicht mehr und beim Anblick von leckerem Essen regt sich kaum etwas in mir.
Frustriert über mich selber stehe ich auf und gehe in mein Zimmer, dass ein Panoramafenster besitzt. Ich greife noch nach meine Bettdecke und meinen Kissen und mache es mir auf dem Boden vor dem Fenster gemütlich.
Gedankenverloren schaue ich auf New York, da unser Penthouse echt hoch gelegen ist und ich bilde mir ein die Stadtgeräusche, die hupenden Autos und die zwitschernden Vögel zu hören. Doch ich weiß, dass es nur Einbildung ist
Ich überlege jetzt an einem weiteren Song zu basteln, jedoch vergeht mir die Lust, sobald ich daran denke. Heute bin ich wirklich für nichts zu gebrauchen. Ich muss nur die Stunden absitzen bis der Mond an seinem höchsten Punkt steht und dann ist es vorbei.
Wahrscheinlich ziehe ich eine bequeme Leggins und einen langen Pullover an und ich mache mir tatsächlich erst jetzt Sorgen, wo ich mich dabei befinden werde. Wirklich klug.
Dad wird mich mit Sicherheit nicht mitten in der Nacht in die Dunkelheit stürzen lassen, aber ich möchte auch nicht , dass er mitkommt. Und was mache ich mit Frank? Er verfolgt mich auf Schritt und Tritt und wenn es nach ihm gehen würde, wäre er selbst jetzt in meinem Zimmer, doch dafür schätze ich meine Privatsphäre zu sehr.
Irgendwann lege ich mich auf den Boden, da das Sitzen meinem Hintern weh tut und ich umwickle meinen Körper wie eine Frühlingsrolle mit der Decke.
Im Momment bin ich gefühlsmäßig so still gelegt, dass selbst der Gedanke an Zachary absolut nichts in mir auslöst.
Am klügsten wäre es auch endlich zu schlafen, nachdem ich es seit fast fünf Tagen nicht mehr getan habe, aber immer kurz bevor ich mich in die Traumwelt verabschiede, durchfährt mich plötzlich ein kurzer Schmerz und meine tiefverwurzelte Müdigkeit versteckt sich wieder.
Ich stöhne und ordne meine Haare, die durcheinander unter mir liegen.
Es ist auch ohne mein Handy echt komisch. Ich habe das Gefühl als hätte ich viel Zeit und doch weiß ich nicht, was ich damit anfangen könnte. Zumindest weiß ich es, aber ich komme nicht so recht dazu.
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Pop Star
LobisomemNormalerweise fangen diese Bücher doch immer mit „Cassandra ist ein normales Mädchen, 17 Jahre alt und führt ein normales Leben. Bis sie ihn trifft..."an. Den Rest könnt ihr euch ja selber zusammenreimen, was passiert. Aber wer hat bitte schön gesag...
