Schwester

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Eine schwarzhaarige Frau führte mich in ein Zimmer. Es bestand fast komplett aus Holz und enthielt den größten Kleiderschrank den ich in meinem Leben gesehen hatte. Hatte dieser Alexander wirklich Zimmer vorbereitet nur für den Fall dass er unschuldige Hexen entführt? Dieser Alexander war wirklich gruselig.

Die Frau fand ein schneeweisses Laken aus dem monströsem Kleiderschrank und starrte mich erwartungsvoll an. Ich schluckte. Sie begann ungeduldig mit der Hand zu wedeln. Seufzend öffnete ich meine Jacke und begann methodisch meine Kleider von meinem Körper zu entfernen. Die Frau musterte mich mit kühlem Interesse. Ich räusperte mich.

"Eh. Also wie heisst du?"

Sie schien mich zu ignorieren und legte mir das Laken um die Schultern. Erst dann bemerkte ich dass es eine Art Kleid war. 

"Ich bin Mariketa."

Ich zuckte zusammen. Ihre Stimme war rau und kehlig als hätte sie die letzten drei Jahre damit verbracht non stop zu rauchen. Ich blinzelte. 

"Hei."

Sie lächelte scheu und neigte den Kopf. 

"Ich hab noch nie eine echte Hexe getroffen."

Aha. Ich musterte sie. Mariketa war schön. Eine klassische Schönheit. Und doch stimmte etwas nicht mir ihr. Ich trat einen Schritt zurück. Sie könnte meine einzige Informationsquelle sein. Wenn ich in dieser verrückten Welt voller verrückten Dämonen, überleben wollte musste ich die Regeln wissen. Was war erlaubt, was wurde als wertvoll angesehen? Ich musste diese Chance nutzen.

"Warum bist du hier?"

Sie blinzelte verwirrt. "Es ist mein Job dir beim ankleiden zu helfen."

Ich musste mir ein Lächeln verkneifen.

"Wirklich? Obwohl du Alexanders Schwester bist?"

Sie zuckte zurück als hätte ich sie verbrannt. Ich hatte es an ihrem Gesicht erkannt. Beide hatten die gleiche aristokratische Knochenstruktur. Dass sie seine Schwester war, war nur eine gute Schätzung von mir.

Ihre Augen waren weit vor schreck. Ich hatte sie überwältigt.

"I-ich muss gehen."

Sie versuchte durch die Tür zu entkommen aber ich hielt sie auf.

"Hey, ich wollte dich nicht missachten!"

Sie hielt inne. Ihr ganzer Körper zitterte. Das arme Ding war wirklich ängstlich als Alexanders Schwester entdeckt zu werden.

"Ich war nur neugierig. Warum lässt dich dein Bruder wie ein Dienstmädchen arbeiten?"

Sie schluckte. "Ich darf nicht über meinen Bru...Master Alexander reden."

Ich seufzte innerlich. Das hier brachte nichts. Also versuchte ich eine neue Taktik. Ich riss meine Augen auf, lies meine Unterlippe erzittern. Ich setzte mich auf das Bett und drehte mich von ihr weg, konnte aber immer noch einen Blich auf ihr verblüfftes Gesicht erhaschen. 

"Es tut mir wirklich Leid wenn ich dich in Verlegenheit gebracht habe!"

Schluchzte ich. Sie schien nicht zu wissen wie sie sich verhalten sollte. 

"Ich hab einfach nur so eine Angst! Ich weiss nicht was mit mir geschehen wird!"

Weinte ich weiter. Ich konnte fühlen wie das Bett neben mir nachgab. Zögernd legte sie eine Hand auf meiner Schulter.

"Es...Master Alexander wird dich gut behandeln."

Ich war verwirrt. Wie konnte sie immer noch mit so viel liebe von ihrem Bruder reden, obwohl er sie wie eine Sklavin behandelt? Russland war wirklich komisch.

"Wie kannst du dir so sicher sein!?"

Ich sah sie mir Tränenassen Augen an. Ich konnte sehen wie sie mit sich kämpfte. Anscheinend gewann ihre Sehnsucht nach Gesellschaft über ihre Loyalität gegenüber ihres Bruders, denn sie begann zu redet. Wahrscheinlich war es lange her seid dem sie wirklich mit jemanden geredet hatte denn nachdem sie den Mund einmal aufgemacht hatte, konnte sie ihn nicht wieder schliessen.

"Master Alexander wird für den Thron kämpfen. Er wäre ein fantastischer Herrscher. Er ist stark und regiert über sein Territorium mit eiserner Hand. Aber um den Thron zu kriegen muss er viele Aufgaben bestehen. Viele schwere Aufgaben, aber er wird es schaffen."

Sie begann zu nicken wie um sich selbst Mut zu machen. Meine Fresse, dieses Mädchen vergötterte ihren Bruder.

"Aber gewinnt nicht einfach nur so! Meistens haben die Teilnehmer eine Trumpfkarte. Etwas womit man Sponsoren und andere Familienmitglieder bestechen kann!"

Oh ich mochte es gar nicht wo diese Konversation hinführte...

"Du bist Meister Alexanders Trumpfkarte! Wir hatten wirklich Glück dass du gerade jetzt aufgetaucht bist, das Turnier beginnt Morgen!"

Sie wedelte Lächelnd mit der Hand.

"Siehst du? Alles wird gut!"

Ja, sicher.

Dämonen WutGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt