Did(n't) work out

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Wörter: 1655

Poppy pov

Die Tür öffnet sich und Jesper betritt mein Ankleidezimmer hinter der Bühne. Sofort grinse ich. "Wie geht's meiner Lieblings-Drag Queen?" fragt er und setzt sich auf die Couch, steht aber sofort wieder auf. Er kann wirklich nicht stillsitzen. "Gut, wie immer. Was tust du hier, Jesper?" "Ich habe Kaz genervt und er hat mich weggeschickt." Ich muss lachen.

Noch immer kann ich es nicht glauben, dass ich mit jemandem befreundet bin, der sich 1.) traut, Dirty Hands zu nerven und 2.) vollkommen gesund damit davonkommt. Er ist einfach unglaublich. "Wie läuft es denn so in deiner Gang, die ich übrigens immer noch nicht gutheiße?" "Wie läuft es denn in den Absatzschuhen, die sich besser als Waffen eignen, als meine Pistolen?" Erneut muss ich lachen.

"Das war eine ernstgemeinte Frage. Aber schön, dass du meine Schuhe magst." "Es läuft gut. Kaz hat so einen kleinen Jungen angeschleppt. Er ist niedlich." "Wie klein ist der kleine Junge?" frage ich besorgt. "Er ist 18, aber er sieht aus wie 12. Trotzdem extrem niedlich. 12/10, würde ich flachlegen." "Jes..." seufze ich, "Sei nett zu dem Kleinen. Lad ihn auf ein Date ein, kauf ihm Blumen. Nur sag nicht 12/10, würde ich flachlegen." "Meinst du echt?" "Jesper, dein Gay-dar ist wirklich mies, aber du kannst mit jedem Jungen rummachen, den du willst. Egal, ob er hetero ist oder nicht. Du würdest es sogar schaffen mit Dirty Hands rumzumachen." "Das wäre auch nicht schwer, gemessen daran, dass er schwul ist. Wobei... Ich hab mal betrunken versucht, ihn zu küssen. Ich hab die Narbe immer noch."

"Warte, stopp! Hast du gerade gesagt, dass der Bastard aus dem Barrel schwul ist?" frage ich und drehe mich zu ihm um. Jespers Augen beginnen zu glitzern: "Ich sollte euch verkuppeln!" "Oh nein, wag es ja nicht! Ich hänge an meinem Leben!"

Jesper hat schon immer versucht mich irgendwie zu verkuppeln. Als wir uns damals auf der Reise nach Ketterdam kennenlernten und Freunde wurden, haben wir einmal betrunken was miteinander gehabt. Jesper wollte es irgendwann wiederholen, weil er meinte, dass Sex eine Freundschaft vertieft - dieser Mann ist einfach... speziell -, aber ich wollte nicht nochmal mit ihm schlafen. Stattdessen musste ich ihm erzählen, dass ich die Art Mensch bin, die an die eine wahre Liebe glaubt und seitdem will er mich immer wieder verkuppeln, um mir zu helfen, meine wahre Liebe zu finden.

"Warum denn nicht? Kaz ist vielleicht ein Psychopath, aber er sieht wirklich gut aus." "Realisierst du eigentlich, was du redest?" frage ich kopfschüttelnd und stehe auf, um zu meinem Schrank zu gehen. "Ich verkupple euch." legt Jesper für sich selbst fest und verschränkt die Arme vor der Brust. „Nein, wirst du nicht. Definitiv nicht. Schlag dir das ja aus dem Kopf." Sage ich und nehme ein anderes Kleid aus dem Schrank, verschwinde damit hinter einen Sichtschutz.

„Ihr wärt ein süßes Paar!" „Wären wir 1.) nicht und 2.) solltest du dich eher um dein eigenes Zeug kümmern. Zum Beispiel, wie du den Kleinen fragst, ob er mal mit dir ausgeht, ohne wie der größte Playboy zu wirken, weil ich glaube, dass er dir richtig wichtig werden könnte und ich nicht will, dass du es sofort versaust." „Wie kommst du bitte darauf, dass er mir wichtig werden könnte?" fragt Jesper spöttisch und kommt hinter den Sichtschutz.

Wofür, glaubt er, habe ich dieses Ding?

„Weil du ihn eine 12 genannt hast. Du nennst niemanden eine 12. Als du damals Kaz Brekker kennengelernt hast, nanntest du ihn eine 9,9 unter der ironischen Ausrede, dass du dir die 10 für deine große Liebe aufhebst. Also sei ein Gentleman, lad den Kleinen auf ein Date ein und gib ihm auf dem Nachhauseweg deine Jacke." Sage ich und trete fertig umgezogen wieder hinter meinem Wandschirm hervor. „Ich finde, du machst zu viel Drama darum." Ich seufze und drehe mich wieder zu Jesper um: „Gut. Was muss ich tun, dass du ihn auf ein echtes Date einlädst?" Jesper grinst und ich würde es sofort bereuen, würde ich nicht wirklich wollen, dass er mit seiner 12 ausgeht. „Ich überleg mir was." Grinst er. Dann verlässt er mein Ankleidezimmer wieder. Seufzend lege ich den Kopf für einen Moment in den Nacken. Dann lege ich noch meinen Schmuck an und bereite mich innerlich auf meine Show vor, bevor ich zur Bühne gehe.

Six of Crows OneshotsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt