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Als Poppy den Krähen Club betrat sah er sofort Kaz an einem der Tische mit anderen Männern in Anzügen sitzen. Er wusste, dass es Geschäftspartner waren, aber nicht wirklich wofür. Er interessierte sich zwar für Kaz' Job, aber er hatte längst aufgegeben bei den ganzen Plänen und Deals mitzuhalten.
Die anderen Krähen schienen nicht in der Nähe zu sein, was Poppy nicht wunderte. Kaz liebte seine Krähen, aber wenn er Verträge schloss, wollte er seine Ruhe von ihnen. Er konnte niemanden gebrauchen, der seine Pläne in Gefahr brachte. Also setzte Poppy sich auf einen der Barhocker, bestellte sich einen Pink Lady und beobachtete Kaz. Eine halbe Stunde später verließen die, Poppy fremden, Männer Kaz' Tisch, welcher selbst stumm sitzen blieb und ihnen nachsah. Poppy war sich ziemlich sicher, dass Kaz ihn noch nicht bemerkt hatte. Lächelnd ging er zu seinem Freund.
Als Kaz Poppy entdeckte lächelte er ebenfalls leicht und wartetet, bis Poppy bei ihm war. Vorsichtig hauchte Poppy Kaz zwei Küsse auf die Wangen. "Wie geht es dir?" fragte Poppy interessiert. "Gut." antwortete Kaz knapp, sein Blick wanderte durch den Raum. Poppy beobachtete ihn dabei.
"War das dein letztes Meeting für heute?" Ohne Poppy anzusehen nickte Kaz. "Kommst du dann mit mir hoch? Du arbeitest schon seit Stunden." Kaz stimmte weder zu, noch wehrte er sich. Er stand einfach stumm auf und humpelte an Poppy vorbei, die Treppe hoch in sein Zimmer.
Ebenfalls schweigend folgte Poppy ihm. Er war froh, dass er nicht mal mit Kaz hatte diskutieren müssen. Das hieß entweder, dass Kaz einen guten Tag hatte oder das er innerlich an Dysphoria starb.
Egal was es war, Poppy würde es gleich erfahren und für ihn da sein, so wie immer.
In Kaz' Zimmer setzte Poppy sich geduldig auf Kaz' Bett, um ihm einen Moment zu geben. Allein daran, wie abwesend Kaz seine Schuhe und den Anzug auszog und der Art, wie sich dunkle Linien unter seinen Augen gebildet hatten, konnte Poppy sehen, dass es ein anstrengender Tag gewesen war und Kaz den Binder aus Stoffbinden vermutlich erneut viel zu lange getragen hatte.
Poppy konnte dünne rote Striemen auf Kaz Rücken, gemischt mit einigen Blutergüssen, erkennen als Kaz den Binder ebenfalls auszog. Er hatte längst aufgegeben Tag für Tag mit Kaz darüber zu diskutieren, den Binder pünktlich auszuziehen. Natürlich gab er trotzdem auf den kleineren Mann Acht und versuchte ihm so viel Sicherheit wie möglich zu bieten, aber Kaz war dickköpfig und nahm nicht gerne Hilfe an, so war dies nicht gerade einfach.
Poppy wartete, bis Kaz sich ein Shirt übergestreift hatte, bevor er zu ihm kam und ihm mit leichtem Druck über die Schultern rieb. Es hatte einige Zeit gekostet, bis Kaz Poppy genügend vertraut hatte und nicht mehr unter seinem Kontakt kotzen musste. Mittlerweile konnte Poppy ihn anfassen, solange er Kaz damit nicht überraschte und immer in dessen Blickfeld blieb, mit ihm sprach, damit Kaz sich immer wieder beruhigen konnte, dass es bloß Poppy war, der ihn so sah und berührte.
Für einen Moment ließ Kaz den Kopf hängen und stöhnte, dann ging er und legte sich mit dem Bauch aufs Bett. Poppy folgte ihm und kniete sich neben Kaz. "Darf ich dich anfassen?" fragte er sanft. Er wollte nicht, dass Kaz sich vor ihm erschreckte. Ein leises zustimmendes Brummen kam von Kaz. Poppy schmunzelte zufrieden und schob dann ganz vorsichtig und langsam Kaz' Oberteil nach oben, bevor er anfing, dessen Rücken zu massieren.
Er konzentrierte sich auf Kaz' Verspannungen durch das viele Sitzen, aber fuhr auch schmerzlindernd über die Einschnittstellen vom Binder. Eine leichte Gänsehaut breitete sich auf Kaz' Rücken aus, als Reaktion auf Poppy's sanftem Griff.
Weil Kaz seinen Kopf im Kissen vergraben hatte, um sich selbst nicht sehen zu müssen, flüsterte Poppy ihm immer wieder leise ins Ohr, um ihn zu erinnern das alles in Ordnung war und er keine Panik zu bekommen brauchte.
"Shhhh, alles gut. Es hört gleich auf weh zu tun." sanft fuhr Poppy die Druckstellen des Binders nach. "So ein attraktiver Junge." Mit der Hand fuhr er Kaz' Wirbelsäule entlang, massierte kurz dessen Nacken und fuhr dann wieder mit dem Händen den Rücken runter. "So hübsch, hm?" Kaz antwortete nicht, konzentrierte sich nur auf Poppy's Worte und sanfte Bewegungen, statt seine eigenen Körper. Liebevoll fing Poppy an kleine Motive auf Kaz' Rücken mit den Fingern zu zeichnen. Jedes Mal, wenn er eins seiner kleinen Kunstwerke beendet hatte, flüsterte er Kaz die Auflösung, was es gewesen war, ins Ohr.
Kaz hatte die Augen geschlossen, atmete gleichmäßig ein und aus und fühlte sich wohl. Er wusste nicht wie lange Poppy und er schon so dort lagen, aber er genoss jede Sekunde davon, auch wenn er das Poppy nur indirekt zeigte.
"Tut es noch weh?" fragte Poppy einfühlsam, welcher mittlerweile dazu übergegangen war leichte Küsse auf Kaz' Blutergüssen zu hinterlassen. "Ein wenig." murmelte Kaz und drehte den Kopf zur Seite. Poppy lehnte sich vor, strich Kaz eine Strähne aus dem Gesicht und lächelte ihn dann an. Kaz lächelte nicht zurück, erwiderte dafür Poppy's Augenkontakt, was er nur tat, wenn er sich wohl bei ihm fühlte und nicht etwa an Body Dysphoria litt.
"Lass und schlafen, Kaz." murmelte Poppy, weiterhin mit einem Lächeln auf den Lippen. Kaz zögerte einen Moment, nickte dann aber doch. Auch wenn er das nicht gerne einsah, er brauchte den Schlaf dringend.
Noch bevor Kaz irgendetwas tun konnte, hatte Poppy ihm wieder ordentlich das Shirt angezogen und sich dann seitlich ins Bett gelegt, darauf wartend, dass Kaz zu ihm rutschen würde. Kaz kuschelte sich an Poppy, welcher sofort die Arme um Kaz schlug, dabei stets bedacht bloß dessen Taille und nicht Brust zu umklammern. Er küsste ihn in den Nacken, auf die abrasierten Haare, bevor er dir Augen schloss und mit Kaz in einen angenehmen Schlaf fiel.
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Six of Crows Oneshots
Fanfiction@idcishipit06 und ich schreiben dieses Buch zusammen. Verschiedene Shippings aus Six of Crows und Shadow and Bone (vor allem Jesper x Wylan und Kaz x Poppy). Wir verarbeiten hier in diesen Oneshots all unsere Traumen, Lebenskrisen und sonstigen Pro...
