Doesn't feel right

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Wörter: 686

Jesper pov

Ich sehe Wylan an, welcher vor dem Spiegel steht und seinen Pulli auszieht. Er knöpft sein Hemd auf. Nachdem er es ausgezogen hat, folgt auch das Unterhemd, dann seine Hose. Jetzt steht er nur noch in dicken, warmen Socken, Boxershorts und Bandagen, die seine Brust abbinden vor dem Spiegel. Ich stehe auf, greife einen warmen Pullover. Er ist viel zu groß für Wylan, aber das ist genau der Punkt. 

Ich gehe zu ihm und warte hinter ihm, bis er die Bandagen abgewickelt hat. Dann ziehe ich ihm vorsichtig den Pulli über. "Komm ins Bett, mein Kleiner." flüstere ich und schlinge meine Arme um seine Hüfte, ziehe ihn nah an meinen Körper. Wylan lacht leise und ich hebe ihn hoch, trage ihn zum Bett. Dann lege ich ihn hin und gebe ihm einen Kuss. Sanft nehme ich ihn in die Arme und küsse seine wuscheligen Haare. "Sonnenschein?" frage ich leise.

"Mmh?" murmelt er und schmiegt sich näher an mich. "Woher wusstest du es? Dass du trans bist, meine ich." "Mmh... Naja ich wusste es einfach irgendwie. Ich hatte Genderdysphorie und es hat sich einfach nicht richtig angefühlt, wenn ich mit sie oder sowas angesprochen wurde. Warum fragst du?" "Ähm... Sei nicht böse, okay?" "Jes, was ist los?" fragt Wylan besorgt und setzt sich auf.

Ich setze mich ebenfalls hin. "Naja, als ich... Als ich herausgefunden habe, dass du trans bist... Ich habe angefangen mehr darüber nachzudenken. Bei mir, meine ich. Und... Ich weiß nicht so recht, ob ich mit meinem Dasein zufrieden bin." Wylan lächelt und nimmt meine Hand. "Soll ich andere Pronomen für dich verwenden?" Ich lächle: "Würdest du?" "Alles, womit du dich wohlfühlst, mein Schöner." "Kann ich... Also... Kann ich andere Pronomen ausprobieren?" "Ich finde dey/denen/deren Pronomen würden gut zu dir passen. Zumindest glaube ich das. Aber wenn es nicht dein Ding ist, probiere ich gerne auch andere aus. Möchtest du auch noch einen anderen Namen?" "Nein. Nein, ich fühle mich mit meinem Namen wirklich gut. Aber die Pronomen würde ich gerne ausprobieren." Ich lächle.

Dann beuge ich mich zu Wylan und gebe ihm einen sanften Kuss. "Du bist perfekt." flüstere ich und umarme ihn fest, "Ich liebe dich, Sonnenschein." "Ich liebe dich auch, Jes."

~*~*~

"Okay, aber was wäre, wenn Jesper nach da oben geht. Von dort aus könnte dey besser sehen und hätte eine freie Schussbahn. Außerdem wäre deren Sichtfeld frei, während das der anderen versperrt wäre und somit wäre dey besser geschützt." Kaz sieht Wylan verwirrt an, dann blickt er zu mir. Ich schlucke unsicher und senke den Blick.

"Dey nach oben aufs Dach zu bringen geht nicht. Deren Schussbahn wäre zwar freier, aber dey wäre nur geschützt gegen Angriffe von rechts und vorn. Ich erwarte Angriffe vor allem von hinten. Somit wären wir deinen Freund sofort los und wenn möglich würde ich das gerne vermeiden. Wenn wir Jesper allerdings dort lassen, wo dey laut Plan jetzt gerade ist, ist deren Schussbahn nicht mehr ganz so deutlich, dennoch ist dey sicher."

Ich sehe Kaz verblüfft an. Er hat sich sofort richtig auf die Pronomen eingestellt. Mittlerweile benutzt Wylan die Pronomen schon seit fünf Wochen für mich und ich fühle mich wirklich wohl damit. Es fühlt sich besser an als er/ihn und durch Wylan bin ich mittlerweile ziemlich sicher, dass ich non-binary bin. Aber bisher hat Wylan die Pronomen nur im Privatem benutzt, nie vor den anderen. Aber scheinbar ist das jetzt vorbei damit.

"Wartet. Was?" fragt Inej, "Was bedeutet dieses dey, deren...?" "Jes." fordert Kaz mich auf. "Du musst das nicht-" "Ist okay, Sonnenschein." sage ich und streiche durch Wylans Haare, "Meine Pronomen sind dey/denen/deren und ich identifiziere mich als nicht-binär." "Haltet euch dran und fuchst euch rein. Jesper kann es euch später erklären, wenn ihr nicht schnell genug reinfindet. Jetzt kümmern wir uns um den Auftrag." sagt Kaz und steht auf. Wir verlassen zusammen den Krähen Club. Ich husche neben Kaz und halte sofort mit ihm Schritt.

"Hey, Kaz! Danke." Kaz lächelt leicht, dann greift er Wylans Kragen und zieht ihn zu sich, drückt ihn dann in meine Richtung: "Hier, red mit ihm, ich muss mich konzentrieren." Lachend umarme ich Wylan und gebe ihm einen Kuss auf die Haare. 

Six of Crows OneshotsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt