67. Märzchen

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„Was machen wir hier?" fragte Sebastian zum wiederholten Male.

„Komm schon Imogen, seit wir hier sind bist du still und kannst nicht aufhören zu grinsen." meckerte er dann als er merkte, dass ich vorerst nichts sagen würde.

Stattdessen strich ich die Decke unter mir glatt und warf einen Blick auf Kelly, die vor uns saß und ihre Puppe inspizierte. Dabei machte sie ab und zu ein paar seltsame Geräusche, sodass ich mir wirklich das Lachen verkneifen musste.

Um uns herum war es ruhig, es waren heute nicht allzu viele Menschen im Park. Etwas, das mir sehr gelegen kam. Wir saßen unter einem Baum im Schatten auf der grünen Wiese.

„Also ich hab mich etwas schlau gemacht." sagte ich schließlich und zog Sebastians Aufmerksamkeit auf mich.

„Ach sieh an, sie kann doch reden." sagte er sarkastisch und stützte sich auf seinen Ellenbogen ab. Bis eben hatte er auf dem Rücken gelegen und in die Baumkrone hochgeschaut. Ich verpasste ihm einen leichten Hieb gegen die Schulter.

„Ich hab was für dich." sagte ich leise und ließ meine Hand in meiner Jackentasche verschwinden.

„Es tut mir so unendlich leid, dass wir nicht nach Rumänien konnten. Und das nur wegen mir."

Sebastian wollte etwas sagen, wollte protestieren und abstreiten, dass es meine Schuld war aber ich hob meine Hand hoch, um ihm zu signalisieren, dass er mal kurz still sein sollte.

„Ich hab viele Artikel online gelesen und auch mit deinen Eltern telefoniert. Sie haben mir etwas geholfen."

Sebastian sah mich mehr als verwirrt an. Ich hatte meine Hand noch immer in meiner Tasche und spielte an den Bändern herum.

„Wenn wir schon nicht nach Rumänien können hab ich mir gedacht, dass ich ein Stück Rumänien zu uns bringen kann." sagte ich schließlich und entlüftete was ich in meiner Hand hatte.

Sebastians Augen begannen zu strahlen. Er wusste was es war, das hatten mir seine Eltern auch versichert.

Vorsichtig setzte er sich auf und nahm mir die rot-weißen Bänder ab. An den verflochtenen Enden war ein kleines Kleeblatt angebracht. Er ließ es von einer Hand zur anderen wandern und sah es sich ganz genau an. Er lächelte die ganze Zeit über.

Seine Eltern hatten mir von der Tradition erzählt. Es hieß Märzchen. Am 1. März gibt man sich nach rumänischer Tradition diesen kleinen Glücksbringer an rote und weiße Bänder angebracht. Dann wird es in der Regel von Frauen und Kindern ein oder zwei Wochen lang getragen. Wenn die ersten Bäume Blüten tragen wirft man das Märzchen dann in die Äste und wünscht sich etwas.

„Ich weiß es ist schon lange nicht mehr der 1. März und normalerweise bekommt der Mann das nicht von der Frau aber deine Mutter meinte immer wieder, wie toll du das als Kind fandest und dass du ihr jedes Jahr eins geschenkt hast."

Diesmal unterbrach mich Sebastian indem er seine Lippen auf meine legte. Ich war ein wenig überrumpelt aber demonstrierte nicht. Ich legte meine Hand auf seine Wange und schloss die Augen. Für den einen Moment gab es nur uns beide. Sebastian lehnte sich wieder zurück und lehnte dann seine Stirn gegen meine. Seine Hand lag in meinem Nacken und kraulte ganz vorsichtig meinen Haaransatz im Nacken.

„Danke Imogen." flüsterte er dann und sah runter auf das Märzchen, das zwischen uns lag.

„Du musst dir etwas wünschen." antwortete ich und nahm den kleinen Anhänger in die Hand, um ihn an Sebastian zu überreichen.

„Deshalb wolltest du ausgerechnet hier sitzen." stellte er dann fest und sah wieder zu dem Baum hoch, der mittlerweile schon voller Blätter war, sodass man kaum noch die Sonne hindurch sehen konnte.

Be Mine || Sebastian Stan FanfictionGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt