"Antonio was soll das denn?" fragte ich genervt, als ich bemerkte, dass er die Papiere auf dem Schreibtisch komplett durcheinander gebracht hat.
Er sah mich verwirrt an, so als würde er gar nicht wissen was er da eigentlich gerade gemacht hatte.
"Ich hab dich darum gebeten, die Akten alphabetisch zu ordnen und nicht nach Terminen." sagte ich etwas eingeschnappt und setzte mich zu ihm an den Schreibtisch am Tresen.
"Danke für nichts." murmelte ich so leise, dass er es nicht verstand. Ich hatte ihn lediglich um diesen einen Gefallen gebeten, sodass ich nachher vielleicht früher Feierabend machen konnte. Nun sah es eher danach aus, dass ich Überstunden machen durfte.
Ich machte mich daran die Akten, die er auf einen Stapel sortiert hatte wieder auseinander zu nehmen und sie von vorne zu ordnen. Ich ignorierte den Blick, den er mir zuwarf und konzentrierte mich auf die Akten.
"Tut mir Leid." sagte er irgendwann und traute sich dabei nicht mal, mich anzusehen.
"Von einer Entschuldigung sortieren sich die Akten auch nicht schneller. Nimm dir alle Akten, von Klienten mit dem Buchstaben D und sieh zu, dass du sie alphabetisch sortierst."
Vielleicht reagierte ich einfach nur über. Vielleicht war ich aber auch nur aufgeregt, weil ich heute Sebastians Eltern kennenlernen würde. Oder vielleicht war Antonio wirklich einfach nur schwer von Begriff.
Ich versuchte, die nebensächlichen Gedanken aus meinem Kopf zu verdrängen und mich auf die Arbeit zu konzentrieren, was allerdings nicht sonderlich gut funktionierte.
Wie konnte es sein, dass mich zwei völlig normale Leute so aus der Bahn warfen. Zudem waren es nicht mal seine Eltern, sondern der Druck ihnen zu gefallen.
Sebastian hatte mir immer wieder garantiert, dass sie mich mögen würden und dass ich mir nur unnötig Sorgen machte. Aber eines hatte ich von Adam gelernt: wenn deine Schwiegereltern dich nicht mochten, dann wurde es gleich viel komplizierter. Adams Eltern fanden auch, dass wir zu jung waren, um Eltern zu werden und zudem mochten sie mich auch schon vorher nicht, weil ich ja schließlich mit ihrem Sohn nach Georgia gezogen war.
Dass ich schwanger wurde und Adam ein Problem damit hatte war für sie das perfekte Argument sich von mir zu trennen und Adam wieder zurück nach Fort Myers zu holen.
Ich war viel jünger als Sebastian. Was wenn seine Eltern von mir dachten, ich würde ihn nur aus finanziellen Gründen mögen. Viele Leute denken sowas von Liebespaaren, bei denen es einen großen Altersunterschied gab.
Außerdem hatte ich eine Tochter, ich war alleinerziehende Mutter. Was muss das über eine Person aussagen, wenn sie nicht mit dem Vater ihres Kindes liiert war?
Sebastian war Kelly ein besserer Vater, als Adam es je werden würde. Aber ihr biologischer Erzeuger war Sebastian nicht. Vielleicht hatten sie damit ein Problem.
Ich hatte kein gutes Verhältnis zu meinen Eltern, zumindest nicht zu meinem Vater. Daran könnten sie auch Kritik ausüben.
Wenn ich lange genug überlegte würden mir sicher genügend Gründe einfallen, das Treffen abzusagen. Allerdings wusste ich, wie wichtig es Sebastian war, dass ich seine Eltern kennenlernte. Zudem sollte ich mir eigentlich wirklich keine Sorgen machen, denn schlimmer als mit meinen Eltern konnte es sowieso nicht mehr werden.
"Miss Green?" fragte Antonio irgendwann und ich sah von den Akten auf. Ich warf ihm einen wahrscheinlich zu finsteren Blick zu, denn der Praktikant wirkte sofort eingeschüchtert.
"Was?" fragte ich etwas zu schnippisch. Ich sollte mich wirklich zusammenreißen. Nicht, dass ich am Ende noch einen Vorgesetzten so pampig ansprach. Nur weil ich aufgeregt und nervös war, hieß das noch lange nicht, dass ich mich wie eine Ziege benehmen durfte
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Be Mine || Sebastian Stan Fanfiction
Fanfiction"Ich bin Sebastian." sagte mein Gegenüber schließlich. "Imogen" ----- Imogen und Sebastian führen zwei Leben, die unterschiedlicher nicht sein könnten und trotzdem bringt das Schicksal sie zusammen.
