76.Kapitel

41.8K 1.9K 44
                                        

In der darauf folgenden Stunde bin ich an Todesblicken fast erstochen worden. Ich selber starrte nur Löcher in die Luft und hoffte auf die Pause. Zu meinem Glück habe ich Tripper noch nicht gesehn. Oder er uns. Sonst hätter er noch sonst was gemacht.
Ich ließ meinen Stift über den Tisch rollen und fing ihn wieder auf, als er kurz davor war mit dem Boden Bekanntschaft zu machen. Immer und immer wieder strich ich mir mit der Spitze über meine Lippen und sehnte mich nach der Wärme, die Dylan mir gab.
Als ich am Ende der Stunde hinaus ging, trat Leesha plötzlich in die Tür:"Naaa.", säuselte sie gespielt.
"Was ist?", fragte ich sie stumpf.
"Das freut mich ja sehr, dass du und Dylan zueinander gefunden habt.". Sie klaschte kichernd in die Hände.
"Herzlichen Glückwunsch.", entgegnete ich ihr genau so falsch fröhlich.
Ihr Gesicht, wenn es ihr Gesicht war unter all dem Make-up,  wurde ernst.
"Tjaaa, ich glaube er ist schon gelangweilt von dir.", sagte sie und zeifte auf einen Tisch. An diesem saß Dylan und ihm gegenüber ein Mädchen, von dem ich nur den Rücken sah.
Sie redete anscheinend auf ihn ein und spielte mit ihrem Haar.
Mein Herz stoppte und griff nach einem Zahnbohrer, um sich selber zu zerstören.
Leesha kicherte und verschwand mit einem schadenfrohem Gesicht zu mir. Ich ging langsam näher und Dylan hatte mich noch nicht gesehn. Jetzt stand ich 2 Meter von dem Mädchen entfernt und biss mir auf die Unterlippe. Dylan schaute kurz hoch und sah mich. Sein Blick war immer noch weich zu mir, doch trotzdem schlicht.
"Wie wärs, wenn du heute Mal bei mir vorbeischaust?", zwischerte das Mädchen zu Dylan.
Er räusperte sich und sagte dann sauer:"Ich hab eine Freundin und das bleibt auch so."
"Wirklich?  Ich sehe keine.", ihre Stimme wurde kantiger.
"Dann dreh dich um", riet ihr Dylan und zeigte stolz auf mich. Sie drehte sich arrogant um und formte mit ihren Lippen ein:"Aha". Dann stand sie auf und ging weg, doch nicht ohne mich anzurempeln. Dylan sprang auf und seine Miene wurde scharf wie ein Messer, welches durch Fleisch schnitt wie durch Butter.
Ich drehte mich nach ihr um und wollte auch weggehen, doch Dylan hielt mich von hinten an meiner Hüfte fest.
"Hey, es ist alles ok.", knurrte er, doch nicht böse, sondern lieb und weich.
Ich drehte mich zu ihm um und sah ihn flehend an:"Ich weiß, logisch gesehn, müsste ich jetzt garnicht Eifersüchtig sein, aber..-"Er unterbrach mir:"Shh, eine Logik gibt es in der Liebe nicht."
Das hatte er wohl selber gespürt, als er Gefühle für mich bekam...
Ich meine es ergibt keinen Sinn, das er mich liebt. Er könnte jede haben. Aber es muss nun mal kein Sinn exestieren. Und das ist der Sinn des Sinns. Nichts.
Ich starrte über Dylans Schulter auf ein Plaktat an einem Spind.

Freimarkt am Ebernpark

Das Plakat war bunt und wild durcheinander gewürfelt.
Es gefiel mir.
"Dylan? Was hälst du davon, wenn wir heute zum Freimarkt gehen?", ich zeigte auf das Bild.
"Klar! Was ist das für eine Frage?", seine Augen funkelten begeistert, aber ich dachte nur daran, wie er mich seinen Freunden vorstellen würde. Nun als seine feste Freundin.

Am Nachmittag fuhren wir gleich von der Schule aus zum Freimarkt. Es roch nach gebrannten Mandeln und Zuckerwatte. Als wir den Platz betraten, kam aus dem Nichts ein rufen:"Hiieeer! Dyylaaan!"
Wieso rufen immer alle so hysterisch nach ihm, als ob er eine riesige Berühmtheit wäre?
Leesha war diesmal der Besitzer der Stimme. Dylan schnappte sich meine Hand und küsste meine Wange auf dem Weg zu Leesha hin.
Wieso gehen wir überhaubt zu ihr?
Neben ihe standen ein paar ihrer Mitläuferinnen und glotzten uns an. Leesha musterte uns argwöhnisch. Dann kicherte sie:"Wir gehen jetzt ins Black Spirit. Wahrscheinlich sind wir dort die ganze Zeit. Da sind die schönsten Jungs. Und was fahrt ihr?"
So freundlich kann auch nur Leesha sein, in der Gegenwart von Dylan.
Das Black Spirit ist eine riesige Achterbahn, mit einigen Loopings. Gefahren bin ich sie noch nie.
"Alles außer Black Spirit.", meinte Dylan monton.
Für diesen Satz könnte ich ihn vergöttern.
Wenn ich das nicht schon tun würde...
Als Leesha schließlich weg stampfte, gefolgt von ihrer Clique, warf ich mich glücklich in Dylans Arme.
Er gab mir einen langen Kuss und ich legte meine Händd in seinen Nacken. Dort zog ich an seinem Haar und umspielte seine Haut.

No normal Badboy!  #Wattys2015Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt