Kapitel 35

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"Mieze Fang!", warf Ingo ihr hellblauen Stoff entgegen. Überrascht drehte die rothaarige Frau sich zu ihm und fing das weiche Wurfgeschoss. "Das war knapp." "Ey, was erwartest du von mir, ich stand mit dem Rücken zu dir.", lachte ihre Stimme während ihre grünen Augen den Stoff genauer unter die Lupe nahmen. Ihre perfekte Tarnung für das Konzert, ein hellblaues T-Shirt mit dem weißen Aufdruck seines Firmenlogos auf dem Rücken. Michael müsste später mindestens zweimal hinsehen um sie zu erkennen. Oder sogar dreimal. "Hoffe er freut sich.", meinte sie nachdenklich. "Natürlich, freut er sich wenn er dich sieht.", lächelte er zu Aufmunterung, "Genauso eine Überraschung braucht er, um seine Sorgen zu vergessen." Beim Soundcheck konnte man richtig sehen wie ihn seine Gedanken wegen der Schlagzeile und den möglichen Folgen quälten. Sein gesamter Körper war angespannt und ihm passierten ständig Fehler. Irgendwann hat er dann aufgegeben und ist in seine Gadrobe verschwunden, welche er erst zum Abendessen wieder verlassen hatte. Wirklich gesprächig war er währenddessen jedoch nicht gewesen. "Ich bin kurz davor, diesen Bild Reporter aufzusuchen um ihn die Hölle heiß zu machen. Der hat alles kaputt gemacht.", formte sie ihre Hände zu Fäusten, "Bin mir nur nicht sicher, ob er danach heile sein Büro verlassen wird." Nicht dass sie ihre Drohung wirklich umsetzen würde, aber verlockend wäre es. Dadurch könnte er aber vielleicht ein wenig nachvollziehen, welche Schmerzen er Menschen mit seinen Lügen antut. Nur ging es für sie danach vermutlich auf schnellsten Weg hinter Gitter wegen Körperverletzung. Körperliche Verletzungen sind im Gegensatz zu seelischen immerhin strafbar. Absolut unverständlich, gerade im Zeitalter von Social Media, sollte Verleumdung viel mehr nachgegangen und bestraft werden. Genügend arme Seelen haben dadurch bereits ihr Ende gefunden, weil die Qualen zu groß gewesen sind. Michaels Bodyguard setzte ein ernstes Gesicht auf, "Wie war unsere Abmachung zum Thema Schwierigkeiten bekommen? Du hast ein Kampfverbot, wenn dann bekommen diese Menschen von mir Ärger. Okay?", stellte er klar.

"Mhm", grummelte die Tonfrau weil sie ihm widerwillig zu stimmen musste, "Na gut in Ordnung

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"Mhm", grummelte die Tonfrau weil sie ihm widerwillig zu stimmen musste, "Na gut in Ordnung. Darf ich wenigstens in den Kampf ziehen, solltest du einmal nicht da sein? Ihn zu beschützen ist immerhin auch mein Job, weil... das macht man doch so wenn... ach du weißt schon.", fand sie nicht die passende Beschreibung zu der Verbindung zwischen ihr und Michael. Um ihn als ihren Partner zu bezeichnen fehlte der letzte Hauch an Mut. Die Bezeichnung Liebhaber passt jedoch ebenso wenig, dazu klang sie zu kühl und lieblos. In ihrer Verbindung lag soviel mehr als jemals Worte beschreiben könnten. "Du meinst wohl, wenn man ein Paar ist.", frech grinste Ingo über beide Ohren. Niemand verstand warum die Beiden nicht längst offiziell zusammen waren, weder er, noch Michaels Bandmitglieder oder ihre Kollegen. Abstreiten dass zwischen ihnen nichts läuft, konnten sie bereits schon eine Ewigkeit nicht mehr. Dafür waren ihre Küsse und der zärtliche Umgang miteinander viel zu auffällig. "Das sind wir aber nicht.", stellte Mint richtig. "Träum weiter Mieze... Ihr seid längst das Turtelpärchen dieser Tour, ob ihr wollt oder nicht.", hörte er nicht auf sie zu necken, "Trotzdem lässt du deine Krallen brav eingefahren gegenüber möglicher Gefahr. Und zwar zu jederzeit... außer natürlich du wirst körperlich angegriffen." Ein Geräusch welches einem Fauchen recht ähnlich klang verließ ihre Stimmbänder, "Kann ich dir nicht versprechen. Was mir wichtig ist beschütze ich, dabei achte ich nicht auf die Kosten oder den Verlust.", mit dem hellblauen T-Shirt in ihren Händen war sie bereit zu gehen. Niemals würden sie auf einen gemeinsamen Schluss kommen, der für jede Parteiseite in Ordnung ist. "Du machst mich fertig.", rieb der ältere Mann sich durchs Gesicht. "Jetzt verwechselt du mich glaube mit Paddy.", meinte sie lachend und hob damit die Stimmung. Er lachte, "Ne, ich mein schon dich. Du bist genauso ein Sturkopf wie er. Nur dass ich dank dir noch keine Grauenhaare bekommen habe." "Was noch nicht ist, kann ja noch werden.", nun durfte sie ihn necken. Sicher werden noch weitere Situationen kommen an denen sie nicht eine gemeinsame Meinung finden werden. Am Ende vertritt jeder unterschiedliche Interessen, er sah Michael als Schützling und guten Freund, während sie in ihn verliebt war, doch jeder wollte nur sein bestes.

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