Eine Tour,
Zwei Herzen
& Drei Wochen Probezeit
Wo dies hinführt? Findet es heraus!
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Die Handlung der Geschichte ist frei erfunden, nur der Name Michael Patrick Kelly wird verwendet.
Die Rechte an dem Cover, den Illustra...
Die Proben liefen im vollen Gang und obwohl sich Michael sehr viel Mühe gab, bemerkte man seine Unsicherheit und die Lücken, welche sein Moderatorentext aufwies. Er wirkte total durcheinander, kämpfte mit seinem Körper und ärgerte sich sogleich über jeden Fehler den er begann. Anstelle von Freude, die sonst seine blauen Augen beherrschte sobald er die Bühne betrat, übernahm ihn ein dunkler Schleier an Traurigkeit. Sein Versagen muss ihn innerlich zerreißen. Jeglichen Zuspruch von außen und Hilfsangebote schlug er danken aus. Wie Mint sein Ego kannte wollte er allein zu seiner Lösung finden. Nur exestierte diese eine Lösung nicht. Er brauchte erstmal eine menge Ruhe, um sich aus zu korrigieren und seinen Körper zu entspannen. "That our love goes on..." folgte ein schiefer Ton den Nächsten, sodass sie beim programmiereren des Mischpults arg zu kämpfen hatte. Sie wusste das er keine Schuld trug und trotzdem nervte es sie mit den Proben nur schleppend voranzukommen. "You and m...", fing der Musiker krampfhaft an zu Husten. Seine Armbeuge vor den Mund gelegt und von den Anderen hastig weggedreht, zog er sich seine In-Ears aus den Anschluss des Senders an seinem Gürtel. "Mint", wies Ilse sie auf das Missgeschick hin. Den bisher sicher bewahrten Abstand zu ihm könnte sie nun wohl vergessen. Leise seufzte sie, nahm ihre Kopfhörer ab und kam auf die Bühne. Noch immer am Husten und mit roten Gesicht ging auch Michael ihr ein paar Schritte entgegen. Kurz sah er auf und blickte verlegen an ihr vorbei. Tränen standen ihm, durchs Husten, in den Augen. Es dauerte einige Atemenzüge bis er sich wieder beruhigt hatte. Sein ganzer Körper zitterte und Schweißperlen zierten seine Stirn. Anderes wie sonst rückte er ihr nicht auf die Pelle oder hielt ihr provokant seinen Hintern entgegen, nur Millimeter für Millimeter rückte er zu ihr. Im Gegensatz zu gestern wirkte er wie ein ganz anderer Mensch. Statt Wut beherrschte ihn nun ein Gefühl von Verletzlichkeit, welches ihre eigene Wut auf ihn erneut zu Seite schob. Wieso hat er nichts gesagt, wenn es ihm schlecht geht. Sie hätte ihm doch geholfen. Alles wäre besser gewesen als sein Verhalten gestern.
Ihre Hand griff zu Seite, sie nahm ihre Wasserflasche und reichte ihm diese, "Hier.", sagte sie freundlich, aber ohne ihre Mundwinkel zu verziehen. Dankbar blickte er sie für einen kurzen Moment an. Vorsichtig versuchte er zu lächeln als er mit zitternden Hand die Flasche öffnete, "Danke...", murmelte er. "...das hab ich nicht verdient.", ergänzte er kaum hörbar und legte die Öffnung der Flasche an seine Lippen an. Da hat er wohl recht, verdient hat er es nicht. Während er mehrere kräftige Schlücke nahm, nutze die Tonfrau den Augenblick um ihn neu zu verkabeln und zu überprüfen ob die ruckartige Trennung von In-Ears und Sender keinen Schaden verursacht hat. Wonach es zum Glück nicht aussah, sodass sie die unangenehme Situation mit ihm schnell beenden konnte. "Passt wieder.", teilte Mint ihm mit. "Danke.", gab er ihr die Flasche zurück. Erneut mied er den Augenkontakt mit ihr. Und auch sonst schenkte er ihr wenig Beachtung, worüber sie sowohl froh als auch traurig ist. Dieses Gefühlschaos war wirklich zu viel für ihren Kopf, es fiel ihr schwer den Fokus zu bewahren. Ihr Bauch brannte als sie ihre Kopfhörer wieder aufzog und sich zurück an ihr Mischpult setzte. Heute Abend bringt sie ihm seine Sachen zurück, damit endlich ein wenig Abstand zwischen ihr und die Situation zu gelangt und sie wenigstens im Hotel versuchen kann ihn aus ihren Gedanken zu vertreiben... bevor sie völlig durchdreht. Er wirkte zwar nicht mehr böse auf sie, von Interesse oder einer vernünftigen Entschuldigung schien er jedoch genauso weit entfernt zu sein, wie vom Gesund werden. Wie oft soll sie noch sagen, dass kein Mann sie mehr kontrollieren darf, um dann am Ende nur doch wieder nach seiner Pfeife zu tanzen oder sich wegen ihm von ihrem eigenen Leben ablenken zu lassen. Wenn sie länger als nötig an ihn festhält, wird sie diese Bindung nur wieder in den Abgrund ziehen. Sowie früher. Vor ihm. Bevor sie zum erstenmal glücklich gewesen ist. Warum kann er sie nicht genauso lieben, wie sie ihn liebt. Eine einzelne Träne tropfte auf ihre Hand. Wieso muss alles immer so kompliziert sein.
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