"What? Die spinnen doch!", sprang Michael empört von der Couch auf, nur um im nächsten Augenblick von seinem Husten überrollt zu werden und sich wieder zu setzten. Vorsichtig legte die Tonfrau ihm ihre Hand aufs Knie. "Das können die doch... I have to...", versuchte er vergeblich einen klaren Satz zu formulieren. "Ohne die Einverständnis deines Managements solltest du lieber garnichts machen.", reichte Ingo seinem Schützling eine Wasserflasche, "Hat sich bei dir noch niemand gemeldet?" Der Musiker zuckte mit seinen Schultern und trank einen kräftigen Schluck aus der Flasche. Woher sollte er das wissen, sie haben ihn mit den schlechten Neuigkeiten förmlich aus den Schlaf gerissen, da blieb keine Zeit um erstmal seelenruhig die Nachrichten auf seinem Handy zu checken. Hätte sein Bodyguard Mint nicht zurückgehalten, wäre sie vermutlich sofort mit der Tür ins Haus gefallen. Sie wollte doch nur vermeiden, dass er es genauso unsensibel erfährt wie sie... durch seine Instagram Benachrichtigungen, in denen irgendwelche Fans auf ihre Beziehung rumtreten und sie beleidigen. Und warum, weil sie eifersüchtig sind. Ihn nur für sich alleine wollen. In ihrer Fantasie gehört er ihnen, doch in der Realität ist sie seine Freundin. "Gibst du mir bitte mein Handy?", fragte er sie liebevoll. "Natürlich.", streckte Mint ihren Arm aus und reichte ihm sein Handy vom Beistelltisch, "Hier bitte" "Danke my love.", lächelte Michael geschwächt. Ein kurzer Druck auf den Powerknopf und sein Bildschirm strahlte ihm hell entgegen, "They know it.", zeigte er zuerst der Tonfrau und dann Ingo die vielen Benachrichtigungen von seinem Management. Nachrichten, Anrufe, sogar per SMS haben sie versucht ihn zu erreichen. Die Hütte schien kräftig zu brennen. "I can't do that... ich kann nicht mit ihnen sprechen, dass schaff ich nicht... das Konzert raub mir schon meine ganze Energie. Zum diskutieren fehlt mir die Kraft.", vergrub der Musiker sein Gesicht in seine Hände. Verzweifelt begann er zu schluchzen, "Can't they just leave me alone." Von seinem Knie legte sie ihre Hand auf seinen Rücken und streichelte ihn sanft, "Du bist nicht alleine, Paddy. Soll ich mit deinem Management sprechen? Ich würde das wirklich gerne machen... immerhin geht es auch hauptsächlich um mich und meine Aktion beim Frühstück." "Das kann ich nicht von dir verlangen.", zitterte er. Mit keiner anderen Antwort hatte sie gerechnet, dafür kannte sie ihn zu gut. Er würde ihr niemals freiwillig seine Aufgaben überlassen, da müsste sie ihn schon vor vollendete Tatsachen stellen, "Tust du doch nicht. Ich hab mich selbst angeboten. Wir machen es einfach so, du gehst zum Arzt und ich spreche mit Herrn Pissara, um die Situation zu klären. Er wird mir wohl nicht den Kopf abreißen. Und dann sind wir beide fertig, wenn Phia und Mikko zum essen kommen."
Stille. Keine Reaktion. Mehr als Michaels leises wimmern und das ticken der Wanduhr war nicht zu hören. Hatte er ihren Vorschlag, versunken zwischen seinen Tränen, überhaupt wahrgenommen. Fragend tauschte die Tonfrau einen Blick mit Ingo aus. "Paddy, wenn du magst, dann kann ich Mint bei dem Gespräch auch unterstützen?", versuchte er sein Glück auf eine Antwort und wollte seinen Schützling sogleich beruhigen. Dick und breit den Teufel an die Wand zu malen, wird ihn weder gesund machen, noch dafür sorgen, dass das Video von Instagram gelöscht wird. Ein wenig Eigeninitiative muss er schon zeigen, selbst wenn seine Dämonen ihn zurückhalten. Aufgeben hat noch niemanden geholfen. "Oder soll ich mit zum Arzt kommen?", nahm Mint mit ihrer freien Hand seine und führte sie bedacht von seinem Gesicht weg. Auf seiner Haut lag ein feuchter Schleier als sie ihre Finger miteinander verschränkte, "Du weißt, ich mach alles für dich, nur musst du dafür mit mir reden. Im Gedanken lesen bin ich leider sehr schlecht.", hauchte ihre weiche Stimme. Wie gerne die Tonfrau diese Fähigkeit erlernen würde. Ab und an zu wissen was in seinen Gedanken vorgeht, konnte wohl kaum schaden. Oder noch besser und sie erlernt eine Fähigkeit, die es ihr ermöglicht ihm seine dunkeln Gedanken zu nehmen und wieder Platz für die schönen Dinge im Leben zu schaffen. Ihr fehlt sein lebenfrohes Lächeln, das funkeln in seinen Augen sobald ihn etwas Inspiration oder er sich freut und seine lockere Art mit der er sie so gerne neckt. Traurigkeit steht ihm nicht. Der kleine ängstliche Junge ist nicht der Mann in den sie sich verliebt hat, viel mehr ist er eine Mauer, die seine Freude unterdrückt und ihn klein hält. Ein Schatten seines selbst.
DU LIEST GERADE
seventeen days
RomantikEine Tour, Zwei Herzen & Drei Wochen Probezeit Wo dies hinführt? Findet es heraus! ---------------------------- Die Handlung der Geschichte ist frei erfunden, nur der Name Michael Patrick Kelly wird verwendet. Die Rechte an dem Cover, den Illustra...
